26.08.2024
NFL 2024: Ravens, Browns, Steelers, Bengals im Check
Auf dem Papier dürfte die AFC North wie schon zuletzt auch in der kommenden Saison eine der stärksten Divisionen sein - wenn nicht die stärkste, härteste und spannendste. Dennoch gibt es bei allen vier Teams auch Fragezeichen, die es in der bevorstehenden Regular Season zu beantworten gilt. Die AFC North im kicker-Check.

Mit einer weiteren Playoff-Teilnahme wird in Baltimore gerechnet. Zu gut erscheint das Team von John Harbaugh auch in diesem Jahr, wenngleich die hart umkämpfte AFC North stets für Überraschungen gut zu sein scheint. Trotzdem: Die Offensive der Ravens um Top-Quarterback Lamar Jackson, der als amtierender MVP in der Endrunde nur gegen den späteren Super-Bowl-Sieger aus Kansas City enttäuscht hat, ist kaum zu stoppen. Erst recht nicht, wenn Neuzugang Derrick Henry als Bulldozer-Running-Back wieder walzt.
Fragezeichen in der Offensive Line müssen allerdings ebenso beantwortet werden wie die Fragen nach verlorenen Leistungsträgern wie Cornerback Ronald Darby (Jaguars), Right Tackle Morgan Moses (Jets) oder allen voran Defensive Coordinator Mike Macdonald (Seahawks).
Cleveland als "dark horse" zu bezeichnen, ist kein schlechter Tipp. Schon vergangene Regular Season haben die Browns bewiesen, ein schwer zu schlagender harter Brocken zu sein. Selbst mit Aushilfs-Quarterback Joe Flacco, den es mit seinen 39 Jahren nun zu den Colts gezogen hat.
Woran die Stärke festzumachen ist? Ganz klar an der Defense, die mit Recken wie Myles Garrett, Za'Darius Smith, Jeremiah Owusu-Koramoah oder Jordan Hicks zum Besten der NFL gehören wird. Im Angriff wird dagegen der Wunschgedanke gelebt, dass Spielmacher Deshaun Watson endlich mal zu alter Form finden kann. Und Athleten wie Running Back Nick Chubb, der nach einer schweren Knieverletzung zurückkommt, funktionieren - genauso wie der aus Denver geholte Receiver Jerry Jeudy. Dann, ja dann könnte Cleveland durchaus eine größere Rolle spielen.
2023 sind die Steelers einmal mehr mit keinem negativen Record eingelaufen und mit 10:7 in die Playoffs eingezogen. Die abermalige Verlängerung der Bosse mit Head Coach Mike Tomlin in dieser Offseason ist die logische Konsequenz gewesen - auch weil die Defense um T. J. Watt oder Alex Highsmith seine Hauptverantwortung und einfach ein Brett ist. Und ein Brett bleiben wird. Denn mit Top-Linebacker Patrick Queen (Ravens) und Rookie-LB Payton Wilson (NC State) sind zwei vielversprechende Ergänzungen geholt worden.
Alles gut also? Noch lange nicht. Denn schon seit Jahren existiert in der "Steel City" quasi keine starke Offense auf NFL-Niveau mehr, vieles ist bieder geworden. Auch letztes Jahr mit den eingesetzten und inzwischen allesamt abgewanderten Quarterbacks Kenny Pickett (Eagles), Mitchell Trubisky (Bills) oder Mason Rudolph (Titans). Doch hier soll der extra geholte Routinier Russell Wilson (Denver zahlt "Russ" weiter 39 Millionen US-Dollar, Pittsburgh muss nur 1,21 Mio. berappen) mit seinem neuen Ersatzmann Justin Fields Abhilfe schaffen. Mit aufgehübschter Offensive Line sowie den Waffen um Receiver George Pickens und Tight End Pat Freiermuth kann das klappen. Auch weil der neue Offensive Coordinator Arthur Smith (Ex-Trainer der Atlanta Falcons) für kreative "run-heavy offenses" steht und dafür Recken wie Jaylen Warren (undrafted 2022, fast 800 Yards und vier TDs) sowie Najee Harris (zum dritten Mal über 1000 Yards und acht TDs) hat.
Viel, viel Geld bezahlt das Football-Franchise aus Cincinnati für Joe Burrow. Und klar: Der Quarterback ist sein Geld auch wert - wenn er fit ist. Und das war der 27-Jährige zuletzt zu selten, weswegen das gesamte Teams der Bengals darunter gelitten hat. Für 2024 gilt deshalb: Sobald Burrow sein volles Potenzial ausschöpfen kann und gesund bleibt, gehört Cincy automatisch zu den besten Mannschaften der Liga. Gerade weil der Anführer in Ja'Marr Chase und Tee Higgins zwei absolute Granaten als Receiver zur Verfügung hat. Rookie Jermain Burton könnte ebenfalls durchstarten mit so einem Mann am Abzug wie Burrow.
Als Läufer müssen derweil Zack Moss und Chase Brown (Fünftrundenpick 2023) überzeugen, Joe Mixon ist nach Houston gewechselt. Und die Defense um Spieler wie Trey Hendrickson, Logan Wilson, Cam Taylor-Britt oder die Safeties Geno Stone und Vonn Bell dürfte derweil zumindest für etwas Einschüchterung sorgen.
mag