27.08.2024
NFL 2024: Lions, Packers, Vikings, Bears im Check
Die NFC North könnte vom Start der Regular Season weg und bis rein in den Januar ein hochspannendes Feld bilden. Denn neben weiterhin stark aufgestellten Lions wollen vor allem die Packers und Bears attackieren. Die NFC North im kicker-Check.

In Detroit hat man Blut geleckt. Nach einer erfolgreichen letzten Saison streben die Lions nach noch mehr - dieses Mal soll es über das NFC-Finale (knappes 31:34 bei den San Francisco 49ers) hinausgehen. Oder in den Worten des deutschen Top-Receivers Amon-Ra St. Brown: "Wir sind hungrig, wir werden bereit sein. Wir haben viele gute Spieler, die richtigen Trainer, um im nächsten Jahr wieder hier zu stehen."
Das haben sie in der Tat. Denn allen voran Head Coach Dan Campbell wirkt auch aus weiter Entfernung wie das Mastermind, das die lange Zeit in den oberen Kreisen der NFL vermisste Football-Stadt Detroit belebt und in den Top-Dunstkreis der Super-Bowl-Kandidaten gehievt hat. Um den Traum vom Titel weiter nachjagen zu können, haben die Löwen auch Geld in die Hand genommen. Massig Geld. So ist neben dem aufblühenden Quarterback Jared Goff und eben jenem St. Brown auch Right Tackle Penei Sewell (vier Jahre, über 100 Mio. US-Dollar) üppig bezahlt und langfristig gesichert worden. Dazu gesellen sich eifrige Profis wie Running Back Jahmyr Gibbs, Receiver Jameson Williams und Tight End Sam LaPorta, die viel geben können. Ob der ganz große Plan am Ende aufgeht, wird sich schon bald zeigen.
4159 Passing Yards, 32 Touchdowns und nur elf Interceptions: Jordan Love hat eine starke erste Saison als Starting Quarterback hinter sich. Auch weil seine TD-Quote die zweitbeste der abgelaufenen Spielzeit gewesen ist und er in gleich neun Spielen mindestens zwei TDs bei keiner Int. geworfen hat - Bestwert in der gesamten Liga. In Verbindung mit einer Offense, die zwar keinen ultimativen Star-Spieler, dafür aber reihenweise großes Talent hat, wirkt Green Bay in den Augen vieler wie ein schlummernder Riese. Im gesamten Angriff der Käsestädter ist Neuzugang und Running Back Josh Jacobs (Ex-Raider) mit seinen 26 Jahren der älteste (!) Spieler.
Doch neben Receivern wie Christian Watson, Romeo Doubs, Jayden Reed,
Dontayvion Wicks oder Bo Melton liegt viel Hoffnung auch auf der Defense um Star-Cornerback Jaire Alexander. Allen voran auf dem neuen Defensive Coordinator Jeff Hafley, der aggressiv und ballerobernd vorgehen will. Sollte das klappen, eine starke Abwehr den vielversprechenden Angriff und umgekehrt befruchten und allen voran der inzwischen auch teuer bezahlte QB Love seinen zugegebenermaßen noch recht kurzen Lauf eindrucksvoll fortführen, dann kann es schon 2024/25 hoch hinaus gehen. Sehr hoch sogar.
Die Jahre mit Kirk Cousins sind vorbei, der Spielmacher ist nach seinem erlittenen Achillessehnenriss gen Atlanta weitergezogen. Diese Lücke soll langfristig mit Rookie J. J. McCarthy geschlossen werden, kurzfristig mit Übergangslösung Sam Darnold. Denn der Hoffnungsträger auf der Quarterback-Position hat sich am Meniskus verletzt und fällt komplett aus. Darnold muss es also richten - und hat dabei natürlich in Star-Receiver Justin Jefferson (ausgestattet mit einem bombastischen Vertrag) eine ganz besondere Waffe in petto. Dazu gesellt sich der aus Green Bay gekommene vielseitige Running Back Aaron Jones, der sicherlich wieder Spaß machen kann.
In der Defense, die sich nach einer schwachen Zeit zuletzt schon wieder gestärkt gezeigt hat, mischt fortan auch der aus Houston geholte Pass Rusher Jonathan Greenard mit. Dennoch überwiegen insgesamt und gerade im Vergleich zum Rest dieser schweren Division einige Fragezeichen, die die Vikings am Ende des Tages gut und gern auf Rang vier spülen könnten. Ein Übergangsjahr tut aber vielleicht auch gut.

Aufbruchstimmung in Chicago, auf den ersten Blick nichts Neues. Seit vielen, vielen Jahren schon träumen die Bears vom Durchbruch, vom Angriff auf die NFL-Spitze, von einer glorreichen Neuzeit für das in einst in der Vergangenheit schon glorreiche Franchise. Ist 2024 diese Zeit gekommen? Auf dem Papier absolut. Denn in First Overall Pick Caleb Williams haben die Bosse in der "Windy City" ein heißes Eisen im Feuer, der Spielmacher steht in der Tat für Aufbruch, für Spektakel und für das Ende der Suche nach einem langfristigen Top-Quarterback.
Außerdem kann Williams seine Pässe zu starken Männern wie D. J. Moore, Keenan Allen, Tight End Cole Kmet oder auch Rookie-Receiver Rome Odunze werfen. Das kann es in sich haben. Wenn hier auch nur annähernd alles funktioniert, dann kann es Yards und Touchdowns hageln. Auf der anderen Seite des Eis haben die Bären etwa mit Defensive End Montez Sweat ebenfalls brachiale Stärken. Einziges Manko ist am Ende des Tages womöglich eine unsichere Offensive Line, die gerade QB Williams einiges kosten kann. Alles in allem aber wirkt Chicago wirklich gerüstet für einen Angriff in Richtung Playoffs - erst recht, weil vieles schon zuletzt geklappt hat.
Zur Erinnerung: Vergangene Regular Season sind die Bears - unter anderem noch mit Spielmacher Justin Fields (inzwischen Pittsburgh) - schon mit der ordentlichem Bilanz von 7:10 eingelaufen. Den First Overall Pick nämlich haben sie von den Panthers gehabt.
mag