30.09.2024
Washington Commanders dürfen sich bestätigt fühlen
Jayden Daniels ist im diesjährigen NFL Draft als Second Overall Pick gegangen - nach Washington zu den Commanders. Ein Glücksgriff für beide Parteien, das darf jetzt schon gesagt werden.

Bereits im letzten Jahr überragte die Nummer 2 die Nummer 1. Hier nämlich hatten sich die Carolina Panthers für den inzwischen für Routinier Andy Dalton auf die Bank gesetzten Bryce Young entschieden, ehe die Houston Texans mit C. J. Stroud gegangen waren. Der Lohn dafür: ein überzeugender Marsch bis in die Playoffs und die Auszeichnung zum Offensive Rookie of the Year für den Quarterback.
In diesem Jahr nun durften die Chicago Bears zunächst ran - wenig überraschend ließen sie auf der Bühne den Namen von Caleb Williams verkünden. Doch auch wenn die Bären mit einer soliden Bilanz von 2-2 gestartet sind und ihr First Overall Pick nach fehlerhaftem Start zuletzt mehr abgeliefert hat, ist es zumindest für den Moment wieder der Second Overall Pick, der die Schlagzeilen schreibt.
Sein Name: Jayden Daniels.
Sein Team: die abgesehen von der Endrundenteilnahme 2020/2021 seit Jahren chronisch erfolglosen Washington Commanders.
Die wegen der Dallas Cowboys (2-2) und Philadelphia Eagles (2-2) qualitativ hochwertige NFC East führen die Hauptstädter aktuell mit 3-1 an - und das hat neben einer neuen Ausrichtung unter dem in der Offseason installierten Head Coach Dan Quinn sowie dem ebenfalls geholten Kliff Kingsbury (Offensive Coordinator nach seiner Entlassung als Cheftrainer in Arizona) vor allem mit Daniels zu tun. Der Rookie-Quarterback nämlich liefert top ab.
Der 23-jährige Abgänger und Heisman-Trophy-Gewinner von der renommierten Louisiana State University (LSU) steht nach seinen ersten vier Spielen etwa bei einer famosen Passquote von 82,1 Prozent. Damit überbot er Tom Bradys bisherigen Rekord zum Start einer Regular Season mit 79,2 Prozent (2007). 87 seiner versuchten 106 Zuspiele hat der NFL-Einsteiger für 897 sowie drei Touchdowns (eine Interception) an den Mann gebracht - und überhaupt zweimal in Folge mehr als 85 Prozent seiner Würfe angebracht. Auch das ist ein neuer NFL-Bestwert. Zudem fungiert er als Dual-Threat-Quarterback, der auch beim Laufen überzeugt: 218 Yards und vier Scores (zwei Fumbles) sind es hier bereits.
Mit diesen Werten lässt Daniels die Fans in Washington feiern und von einer glorreichen Zukunft träumen. Den letzten von drei Super-Bowl-Siegen hat das traditionsreiche Franchise Anfang der 90er Jahre gewonnen.
Von einer großen Last auf den Schultern seines Schützlings will Head Coach Quinn aber nichts wissen. Schon vergangene Woche hat der 54-jährige Defensivexperte vor US-Medien gemeint: "Ich verstehe natürlich unsere Fans und deren Verlangen nach einem Franchise-Quarterback, ich will aber auch nicht, dass Jayden Geister aus der Vergangenheit spürt." Der Anführer der Commanders-Offense, der sich außerordentlich schnell an die NFL angepasst hat und robust sowie selbstbewusst auf dem Rasen auftritt, dürfe nicht mit Altlasten beladen werden, er solle einfach seine Art beibehalten und so weiterspielen wie bisher - unbekümmert.
Quinn will sicherstellen, dass Daniels nur einen Namen auf seinem Rücken trägt - "seinen eigenen. Ich will ihn auch gar nicht mit einem anderen Quarterback aus der NFL vergleichen, auch weil er in der Zukunft noch weiter wachsen wird. Und ganz ehrlich: Ich kann es gar nicht abwarten zu sehen, was aus ihm werden wird. Ich bin schon jetzt richtig stolz auf ihn."
Und das kann der Cheftrainer auch auf das gesamte Team sein. Denn unter anderem haben es die Washingtoner auch geschafft, zwischenzeitlich quasi zwei volle Spiele nicht mehr zum Punt angesetzt zu haben. Erst am Sonntag beim klaren 42:14 in Arizona war es wieder soweit, dass Tress Way aufs Feld musste.
mag