28.10.2024
NFL, Week 8: Packers können sich erneut auf Kicker verlassen
Weil die Uhren in Deutschland schon umgestellt waren, begann die sonntägliche Frühschicht der NFL bereits um 18 Uhr - und hatte eine ganz dicke Überraschung im Gepäck: Die abgeschlagenen Cleveland Browns schlugen die hochfavorisierten Baltimore Ravens. Außerdem strauchelten die New York Jets auch noch in New England.

In der gesamten Saison hatte nur ein Team bis dato nicht einmal mehr als 20 Punkte erreicht: die Cleveland Browns (2-6), die vergangene Woche dann Starting Quarterback Deshaun Watson mit einem Achillessehnenriss verloren hatten.
An diesem Sonntag sollte sich das ändern - und wie: Ersatzmann Jameis Winston, bekannt für seine wilde Art und wilden Würfe (sowie eigentlich viele Fehler), fuhr beim internen AFC-North-Duell mit den Baltimore Ravens (5-3) am Ende groß auf. Nach anfänglichem Rückstand verbuchte der 30-jährige Ex-Buccaneer und Ex-Saint drei Touchdown-Pässe und insgesamt 334 Yards (keine Interception, ein Fumble), um seine Farben zum gefeierten 29:24 zu führen.
Damit düpierte der Spielmacher die als turmhoher Favorit ins Rennen gegangenen Ravens, die sich selbst offensiv kaum etwas vorwerfen konnten. Star-Quarterback Lamar Jackson spulte selbst weit über 300 Total Yards ab, warf für zwei Scores und konnte sich erneut auf Nebenmann Derrick Henry verlassen. Der Läufer erreichte 73 Rushing Yards plus Touchdown. Eine final versuchte Hail Mary gelang der Truppe von Trainer John Harbaugh aber nicht.
Den Patzer Baltimores konnten die auf Aufholjagd befindlichen Cincinnati Bengals (3-5) nicht ausnutzen. Das Team um Joe Burrow (234 Yards, ein TD, eine Int.) verlor das Heimspiel gegen die Philadelphia Eagles (5-2) mit 17:37 auch deswegen, weil gegen Philly-Offense kaum Kraut gewachsen war. Eagles-Quarterback Jalen Hurts brachte fast alle seine Pässe (16/20) für 236 Yards sowie einen Touchdown an den Mann und verbuchte zudem drei kurze Rush TDs.
Gänzlich am Boden angekommen dürften derweil die New York Jets (2-6) sein. Beim Gastspiel in New England (2-6) waren die Mannen aus dem "Big Apple" als klarer Favorit ins Rennen gegangen und wollten mit einem Erfolgserlebnis auf die Playoff-Straße zurückfinden. Doch daraus wurde nichts - gar nichts. Zwar unterliefen "Oldie" Aaron Rodgers dieses Mal keine Fehler (233 Yards, zwei TDs), dafür ließ die Defense die Patriots nochmals aufkommen. Und Ersatz-Quarterback Jacoby Brissett, der für den verletzten Rookie Drake Maye gekommen war, führte den Außenseiter noch zum 25:22-Sieg. Running Back Rhamondre Stevenson besorgte dabei 22 Sekunden vor Schluss den Score.
Einen glänzenden Auftritt legte auch Rodgers' Ex-Team, die Green Bay Packers (6-2), nicht hin. Vielmehr ließen die Käsestädter die eigentlich sehr schwächelnden Jacksonville Jaguars (2-6) trotz zwischenzeitlich klaren Führungen immer wieder rankommen. Am Ende war neben Läufer Josh Jacobs (127 Yards, zwei TDs) aber auch auf Ersatz-Quarterback Malik Willis (56 Passing Yards, ein TD), der im Verlauf des Spiels für den an der Leiste verletzten Jordan Love (196 Yards, eine Int.) übernommen hatte, der spät beim Stand von 27:27 für 51 Yards Receiver Jayden Reed fand - und so das Field Goal mit auflaufender Uhr ermöglichte. Somit schoss der erst vor eineinhalb Wochen geholte Kicker Brandon McManus bereits zum zweiten Mal in Folge mit einem finalen Kick einen Packers-Sieg heraus.
Weiter geht es für Green Bay übrigens in einer Woche am Sonntag (22.25 Uhr MEZ) mit dem NFC-North-Kracher gegen die Detroit Lions, die nach ihrem überdeutlichen 52:14 gegen die Tennessee Titans (1-6) ebenfalls bei 6-2 stehen. Kurios dabei: Gleich sechs unterschiedlichen Spieler erzielten bei diesem Schützenfest Touchdowns (darunter Amon-Ra St. Brown), während Quarterback Jared Goff neben seine drei TD-Pässe nur 85 Yards packte. Beste Männer der Offense waren die beiden Running Backs Jahmyr Gibbs (127 Yards, TD) und David Montgomery, der neben seinen 33 Rushing Yards plus Score bei einem Trickspielzug auch noch selbst einen TD-Pass warf.

Mit Spannung erwartet woren war an diesem Sonntag auch die Rückkehr auf den Rasen von Tua Tagovailoa. Der 26-jährige Quarterback hatte in dieser Regular Season bereits zum wiederholten Male eine Gehirnerschütterung erlittern - im Anschluss war auch zeitweise von einem Karriereende die Rede. Doch der Hawaiianer wollte zurück - und lief nun auch tatsächlich beim denkbar knappen 27:28 gegen die Arizona Cardinals (4-4) wieder für die Miami Dolphins (2-5) auf. Seine Werte: ordentlich mit 234 Yards plus Touchdown-Pass. Am Ende sollte das aber zu wenig sein gegen Gegenüber Kyler Murray (307 Yards, zwei TDs, keine Int.), der im vierten Quarter klar zurückgelegen hatte. Ein Lauf in die Endzone von Running Back James Conner und ein Field Goal mit Ablauf der Uhr von Kicker Chad Ryland sorgten aber fürs 28:27.
Spannend ging es auch in Tampa Bay zu Werke, wo die heimischen Buccaneers (4-4) beim internen NFC-South-Duell mit den Atlanta Falcons (5-3) den Kürzeren zogen - obwohl Quarterback Baker Mayfield ohne seine beiden verletzten Top-Receiver Mike Evans und Chris Godwin abgesehen von zwei Interceptions einen starken Job erledigte mit 330 Yards und drei Touchdown-Pässen. Sein Gegenüber Kirk Cousins war an diesem Spieltag aber noch besser unterwegs mit 276 Yards und vier Scores - und eben keinen Fehler.
mag