21.11.2024
Der Favre-Zirkel könnte vervollständigt werden
Die New York Jets werden sich in Zukunft neu aufstellen, das steht fest. Und das könnte auch dazu führen, dass sich Routinier Aaron Rodgers anderweitig umsehen muss.

Sein Karriere beenden mag Aaron Rodgers noch nicht. Das hat der inzwischen 40-jährige Quarterback erst kürzlich beim Gespräch mit US-Medien kundgetan. Auf die Frage, ob er auch 2025 noch spielen wolle, entgegnete er hier mit einem kurzen: "Ich denke doch, klar."
Nach den neuesten Erkenntnissen stellt sich allerdings die Frage: Wo wird "A-Rod" dann spielen?
Denn bei seinem aktuellen Team, den New York Jets, steht aktuell gefühlt alles auf dem Prüfstein. Cheftrainer Robert Saleh, inzwischen in Green Bay als helfende Hand tätig, ist von Eigentümer Woody Johnson und General Manager Joe Douglas bereits nach 2-3-Saisonstart entlassen worden.
Und jenen Douglas, der ohnehin nur noch bis zum Ende dieser Spielzeit unter Vertrag gestanden hatte, erwischte es schließlich diese Woche. Der 77-jährige Milliardär Johnson, unter dem wiedergewählten US-Präsidenten Donald Trump auch schon als US-Botschafter in Großbritannien in der Vergangenheit eingesetzt, räumt auf und stellt damit die Weichen für eine aus seiner Sicht erfolgreiche Zukunft, könnte man auch zum strikten Vorgehen in New York sagen.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Jets stehen trotz eines auf dem Papier mächtig aufgestellten Kaders mit 3-8 richtig schlecht da. Der Rückstand auf den siebten und letzten Playoff-Platz in der AFC beträgt bereits drei Siege (Denver Broncos mit 6-5). Heißt im Umkehrschluss: Von den letzten sechs Partien müsste die "Gang Green" mit Anführer Rodgers fast schon alle gewinnen, um die kleine Chance aufs Weiterkommen am Leben zu halten.
Ein kaum zu stemmendes Unterfangen - auch weil zum Beispiel noch ein Duell mit den bärenstarken Buffalo Bills (9-2) auf der Agenda steht. Laut US-Statistik beträgt die Chance auf ein Ticket für die Endrunde nur noch ein Prozent.
Wer trägt daran die Schuld? Sicherlich alle zusammen irgendwie, auch weil einzelne Dinge immer wieder funktionieren - nur als ganzes Team leisten sich die Jets zu viele Patzer in entscheidenden Szenen. Quarterback Rodgers zum Beispiel spielt mit 2442 Yards, 17 Touchdowns und sieben Interceptions keine desaströse Saison. Allerdings auch keine herausragende. "Wir haben wirklich hart daran gearbeitet, herauszufinden, wo die Probleme liegen. Es ist nicht nur eine Person. Manchmal bin ich es, manchmal jemand anderes", sagte der Spielmacher erst kürzlich selbst zur sportlichen Krise.
Was in diesen Tagen allerdings zunächst durch The Athletic und danach durch ESPN, das sich auf mehrere eigene Quellen beruft, ans Tageslicht gekommen ist, rückt auch "A-Rod" und vor allem Teambesitzer Johnson weiter in den Mittelpunkt. So wollte der Boss den alterenden Quarterback nach nur vier Partien (darunter das desaströse 9:10 gegen die Broncos) für Backup Tyrod Taylor auf die Bank setzen, der damalige Trainer Saleh und General Manager Douglas waren aber laut des Berichts dagegen. Inzwischen sind beide wie erwähnt entlassen - und im Hintergrund dürfte längst die Suche nach neuen Machern laufen. Auch weil Interimstrainer Jeff Ulbrich (Bilanz von 1-5) ebenfalls keine Argumente für ein langfristiges Engagement gesammelt hat.
Durchaus denkbar, berichten einige Medien in diesen Stunden und Tagen, dass Rodgers' Zeit in New York 2025 ablaufen könnte. Und weil er noch ein, zwei Jahre weiterspielen will, wirft das natürlich die Möglichkeit auf, dass der Routinier nochmals das Team wechselt. Wohin? Als Optionen werden etwa die Tennessee Titans oder Minnesota Vikings genannt.
Spielt man das Gedankenspiel vor allem mit den Vikes weiter, kommt schnell ein interessantes Szenario zustande. Denn Packers-Legende Brett Favre, der Green Bay nach vielen Jahren ebenfalls in Richtung der New York Jets verlassen hatte, beendete seine Karriere später bei den Vikings. Und Favre war bekanntermaßen Lehrmeister von Rodgers, der dessen Packers-Fußstapfen sportlich mehr als nur ausfüllte.
mag