08.12.2024
NFL, Week 14: Eagles stolpern fast gegen Panthers
Der frühe NFL-Sonntag stand ganz im Zeichen von Kirk Cousins. In seiner langjährigen Heimat Minneapolis landete der Routinier aber hart und ging komplett unter. Das könnte Folge für seine Karriere haben. Die New York Jets verloren derweil wieder - dieses Mal in der Verlängerung. Grund zu doppelter Freude haben die Bucs.

Zwischen 2018 und 2023 hatte Kirk Cousins für die Minnesota Vikings gespielt, das NFL-Franchise zu zwei Playoff-Teilnahmen geführt und richtig viel Geld eingenommen. Nach sechs gemeinsamen Jahren und einem im letzten Jahr erlittenen Achillessehnenriss trennten sich die gemeinsamen Wege aber - und Cousins unterzeichnete einen teuren Vertrag bei den Atlanta Falcons.
Alles verbunden mit dem Ziel, sich selbst nochmals als 36-jähriger Spielmacher auf Top-Niveau zu zeigen und die vor allem seit Jahren recht schlecht auf der Quarterback-Position dastehenden Falcons in die Endrunde zu hieven. Bis zur jetzigen Heimkehr nach Minneapolis im Zuge dieser Week 14 waren die Performances allerdings durchwachsen gewesen, verbunden mit einer überschaubaren 6-6-Bilanz.
Deshalb war im Vorfeld dieses Wiedersehens mit Cousins' Ex-Team auch vom überraschenden Rookie-Draft-Pick Michael Penix Jr. die Rede - und dass der 24-Jährige eventuell noch diese Saison auf den "Oldie" folgen könnte. Womöglich schon nach diesem Spiel, das in die Hose gehen sollte ...
Cousins nämlich hatte in seinem alten Wohnzimmer abgesehen von ordentlichen 344 Yards kaum etwas zu melden. Dem mit Buhrufen empfangenen Spielmacher glückte bereits im vierten Spiel in Folge (!) kein Touchdown-Pass, dafür unterliefen ihm zwei Interceptions (bei den vier Niederlagen in Folge nun schon acht Picks bei keinem TD-Zuspiel). Lediglich Running Back Bijan Robinson wusste sich mit einem Score und einer gelungenen Two-Point Conversion zum zwischenzeitlichen 21:21 zu zeigen.
Die Show gehörte neben der einmal mehr unbequemen Vikings-Defense aber Minnesotas Quarterback Sam Darnold, Cousins' Nachfolger in Minneapolis. Der vor der Saison von den San Francisco 49ers gekommene Athlet warf für 347 Yards und stolze fünf (!) Touchdowns - drei zu Top-Receiver Jordan Addison (133 Yards), zwei zu Star Justin Jefferson (132 Yards). Am Ende stand ein 42:21, womit sich die Wikinger in der NFC North auf famose 11-2 verbesserten. Atlanta rutschte in der NFC South auf 6-7 ab.
Das hatte für die Falcons auch unmittelbare Folgen im Playoff-Rennen der NFL. Denn war das Team vor diesem Spieltag trotz 6-6-Bilanz als Divisions-Erster gelistet, verlor es diese Stellung nun an die Tampa Bay Buccaneers (7-6). Die Mannen aus Florida schlugen bei ihrem Heimspiel die Las Vegas Raiders (2-11) souverän mit 28:13.
Zum Thema: Der aktuelle Playoff-Stand in der NFL
Spielmacher Baker Mayfield erreichte 295 Yards und drei Touchdown-Pässe (zwei Int.). Zweimal fand der Publikumsliebling dabei Rookie-Receiver Jalen McMillan, der bis dato in dieser Spielzeit erst einmal in der Endzone zur Stelle gewesen war. Auf der anderen Seite verlor Las Vegas nicht nur das neunte Spiel in Folge (längste Negativserie aktuell), sondern auch Spielmacher Aidan O'Connell (Knie).
Ganz anders die Lage bei den Miami Dolphins (6-7) aus der AFC East, die vier der jüngsten fünf Partien gewonnen haben und so im Rennen um eine Wild Card erhalten bleiben. Beim jetzigen 32:26 nach Overtime gegen die weiterhin am NFL-Abgrund hantierenden New York Jets (3-10) überragte der zu Saisonbeginn noch nach einer abermaligen Gehirnerschütterung fehlende Tua Tagovailoa nicht nur mit 331 Yards und zwei Touchdown-Pässen bei keinem Fehler. Der Hawaiianer leitete unter Druck in der Verlängerung in bärenstarker Manier den finalen Drive zum Sieg mit Pass auf Jonnu Smith an.

Jets-Routinier Aaron Rodgers verbuchte auf der anderen Seite erstmals seit dem 12. Dezember 2021 (seit 1092 Tagen) wieder über 300 Yards in einem Spiel (339), am Ende waren die 26 erreichten Punkte mit einem Touchdown-Pass vom inzwischen 41-Jährigen aber zu wenig für ein ersehntes Erfolgserlebnis.
Dramatisch und hochspannend ging es auch in Philadelphia zu, wo die als turmhoher Favorit eingeschätzten Eagles (11-2) beim 22:16 gegen die Carolina Panthers nur knapp die Oberhand behielten.
Der bei 3-10 stehende Außenseiter hatte kurz vor Spielschluss noch einen Drive zum Sieg laufen, konnte diesen aber mit Quarterback Bryce Young (191 Yards, ein TD, eine Int.) nicht zu Ende bringen. So schwang sich Phillys Spielmacher Jalen Hurts mit drei Total Touchdowns zum Matchwinner auf.
Die Pittsburgh Steelers (10-3) untermauerten ihren ersten Platz in der AFC North mit einem souveränen 27:14 gegen die Cleveland Browns (3-10). Routinier Russell Wilson reichten dabei 158 Passing Yards und zwei Touchdown-Pässe, auch weil die Gäste zahlreiche Fehler machten.

Die New York Giants (2-11) verpassten nach später Aufholjagd beim Duell mit den New Orleans Saints (5-8) doch den Sieg und gingen beim knappen 11:14 als Verlierer vom Feld - die achte Niederlage am Stück. Besonders bitter: Kicker Graham Gano vergab mit Ablauf der Uhr den Ausgleich, weil Saints-Verteidiger Bryan Bresee den Schuss mit ausgestrecktem Arm noch ablenkte.
Ebenfalls mit sehr wenigen Offensivpunkten kamen die Tennessee Titans (3-10) und Jacksonville Jaguars (3-10) aus. Immerhin: Die Jags, die ohne ihren Starting Quarterback Trevor Lawrence daherkamen (Gehirnerschütterung nach üblem Hit von Houstons Azeez Al-Shaair, der inzwischen für drei Spiele gesperrt wurde), meldeten sich nach 0:6-Rückstand nach drei Vierteln zurück. Kicker Cam Little und Running Back Tank Bigsby war die erfolgreiche Aufholjagd nach fünf Pleiten am Stück dabei zu verdanken, nicht Ersatz-Spielmacher Mac Jones (220 Yards, kein TD, zwei Int.).
mag