24.12.2024
Baltimore sicher dabei in den Playoffs
Mit einem überzeugenden 34:17 gegen AFC-North-Rivale Pittsburgh haben sich die Baltimore Ravens das Playoff-Ticket gesichert. Doch noch mehr ist zu holen - was mit dem zur Verfügung stehenden Personal absolut machbar erscheint.

Mit ihrer Bilanz von 10-5 gehören die Baltimore Ravens nicht ins oberste Regal dieser NFL-Saison, da sind in der AFC allein die Kansas City Chiefs um Kämpfer Patrick Mahomes mit 14-1 oder die Buffalo Bills um MVP-Favorit Josh Allen mit 13-2 deutlich besser positioniert.
Und doch dürfte das Team aus der AFC North von allen gefürchtet werden - nicht nur erst seit dem jüngsten 34:17 gegen die Pittsburgh Steelers (ebenfalls 10-5).
Baltimore ist eine Wucht, kann gefühlt in jeder Sekunde eines Spiels explodieren und gewaltigen Schaden anrichten. Allein über Star-Quarterback Lamar Jackson, dem amtierenden MVP der Liga. Der 27-jährige Erstrunden-Pick des Jahres 2018 spielt schon jetzt zwei Partien vor Ende der Regular Season seine beste Saison. Eine Passquote von 67,9 Prozent, 3787 Passing Yards, 37 Touchdown-Pässe, nur vier Interceptions - alles Karrierehöchstwerte abgesehen von den Interceptions (nur drei in seiner Rookie-Spielzeit 2018 bei hier allerdings auch deutlich weniger gezeigten Würfen).
Doch damit nicht genug: Eine unter Head Coach John Harbaugh stets gefürchtete Defense weiß ebenfalls zu bestechen - da fallen auch Schwankungen beim eigentlichen Top-Kicker Justin Tucker, dem aber weiterhin die Treue gehalten wird, nicht allzu groß ins Gewicht.
Das neueste Prunkstück im Team der Ravens aber ist definitiv Derrick Henry. Der famose Running Back war erst in der Offseason nach seinem Aus bei den Tennessee Titans verpflichtet worden - und hat dem Angriff Baltimores seither gewaltig gut getan.
Der bereits 30-jährige "King Henry", der mit seinem famosen und fitten Körper auch die Altersgrenze verschiebt (oftmals bauen Running Backs in der NFL schon mit 28, 29 Jahren signifikant ab), kommt nach seinen erst 15 Auftritten im Ravens-Dress auf stolze 1636 Rushing Yards und 13 Touchdowns. Besser war der Modellathlet, der jährlich rund 250.000 US-Dollar für seinen Körper ausgeben soll (Fitness, eigener Koch usw.), nur in der Regular Season 2020 (2027 Yards, 17 TDs).
Doch nicht nur das: Henry hat in seinen bislang neun NFL-Jahren bereits sechsmal die Marke von 1000 Rushing Yards durchbrochen und schon viermal mindestens 1500 Rushing Yards verbucht. Das hat in der Geschichte der Liga lediglich Legende Barry Sanders mit fünf Spielzeiten überboten - und auf vier solcher Marken kommen sonst nur noch Edgerrin James, Eric Dickerson und Walter Payton. Ziemlich sicher dürfte "King Henry" nach seinem Karriereende auch Hall of Famer werden.
Mit solch einem Personal - hinzu gesellen sich noch starke Receiver wie Zay Flowers (1016 Yards, vier TDs) oder Rashod Bateman (668 Yards, acht TDs) sowie Tight End Mark Andrews (551 Yards, neun TDs) - lassen sich Spiele gewinnen und innerhalb dieser fantastische Sachen anstellen.

So haben die Ravens in dieser Saison etwa in jedem Spiel mehr Rushing Yards als der Gegner abgespult - und zudem die längsten Touchdown-Drives der Liga verbucht. Neunmal ist Baltimore in dieser Regular Season schon für über 90 Yards nach vorn bis in die Endzone gekommen - der Topwert unter allen 32 Teams.
Im dritten Spiel binnen zehn Tagen sind die Ravens nun am 1. Weihnachtsfeiertag - in den USA der Christmas Day - bei den Houston Texans (9-6 - bereits Sieger der AFC South) gefragt. Das Ziel beim Spiel am Mittwochabend (22.30 Uhr MEZ), das live von Netflix übertragen wird, liegt auf der Hand: Baltimore will und muss gewinnen, um die Chance auf den Divisionssieg in der AFC North am Leben zu halten. Aktuell haben hier die Pittsburgh Steelers (10-5), die ebenfalls am Mittwoch (19 Uhr MEZ) bei ihrem Duell mit den Kansas City Chiefs auf Netflix zu sehen sein werden, noch hauchzart die Nase vorn. Und nur ein Divisionssieg garantiert immerhin ein Playoff-Heimspiel.
mag