29.12.2024
Einige "40 burger" - Colts verspielen letzte Playoff-Hoffnung
Die Tampa Bay Buccanners haben im Fernduell mit den Atlanta Falcons im Kampf um das Playoff-Ticket der NFC South vorgelegt. Derweil wurden am vorletzten Spieltag der Regular Season einige illustre Marken geknackt - unter anderem durch Saquon Barkley.

Die Tampa Bay Buccaneers haben mit einem eindrucksvollen Sieg ihre Hoffnungen auf ein Playoff-Ticket am Leben gehalten und im Fernduell mit den Atlanta Falcons, die erst in der Nacht auf Montag (MESZ) bei den Washington Commanders angesetzt waren, vorgelegt.
Durch den deutlichen 48:14-Erfolg gegen die Carolina Panthers stehen die Bucs nun bei 9-7. Sie müssen dennoch darauf hoffen, dass die Falcons mindestens eines ihrer beiden verbleibenden Spiele verlieren - da diese den direkten Vergleich für sich entschieden haben.
Tampa Bays Quarterback Baker Mayfield überzeigte mit starken 359 Passing Yards und fünf Touchdowns. Zwei davon auf Top-Receiver Mike Evans, der ingesamt 97 Receiving Yards verbuchte und seinem Ziel trotz mehrwöchiger Verletzungspause näherkam, doch wieder die 1000-Yard-Marke zu erreichen. Dies hat der 31-jährige Star in seiner Karriere in bislang jedem Jahr geschafft (seit 2014). Dafür braucht Evens im nächsten Spiel nun noch 85 Yards.
Im Kampf um den Nummer-eins-Seed in der NFC sind die Philadelphia Eagles nach der bitteren Niederlage in der letzten Woche bei den Washington Commanders ins Hintertreffen geraten. Um die Restchance am Leben zu halten, war ein Erfolg gegen die Dallas Cowboys unabdingbar.
Gleichzeitig konnte der Divisionssieg in der NFC East eingetütet werden. Und das ohne Starting Quarterback Jalen Hurts, der sich vorige Woche eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte und nun durch Kenny Pickett ersetzt wurde.

Nicht nur deshalb war im Vorfeld erwartet worden, dass die Eagles den Ball jede Menge laufen werden. Vor allem auch, weil sie mit Saquon Barkley in dieser Saison den statistisch besten Running Back in ihren Reihen haben. 162 Rushing Yards fehlten dem ehemaligen New York Giant und MVP-Kandidaten noch, um die illustre Marke von 2000 Yards zu erreichen. 268, um den All-Time-Rushing-Rekord von Eric Dickerson zu brechen.
Und Philadelphia versuchte offensiv auch alles, um seinem Star dabei zu helfen. Erst recht, nachdem sich Mitte des 3. Viertels auch noch Pickett verletzte und QB3 Tanner McKee (brachte drei seiner vier Pässe für 54 Yards und zwei TDs an) den Platz betrat. Ganze 31-mal ließen sie Barkley den Ball laufen, so oft wie noch kein einziges Mal zuvor in dieser Saison. Und der 27-Jährige wusste auch zu liefern, spulte 167 Yards ab und reihte sich somit als neunter Spieler in den "2000er-Klub" ein. Um auch noch Dickerson zu überholen, bräuchte er gegen die New York Giants kommende Woche 101 Yards.
Je nach Ausgang der Spiele der Detroit Lions (bei den ausgeschiedenen 49ers) und der Minnesota Vikings (gegen NFC-North-Rivale Green Bay) ist es aber durchaus denkbar, dass es für die Eagles in der kommenden Woche um nichts mehr geht und Barkley bereits für die Playoffs geschont wird.
Durch den Sieg der Kansas City Chiefs über die Pittsburgh Steelers am Netflix-Weihnachts-Mittwoch war bereits klar gewesen, dass es für die Buffalo Bills nicht mehr um den First Seed in der AFC gehen würde. Mit einem Sieg gegen die bei 4-11 stehenden New York Jets konnten die Bills allerdings eine Woche vor Ende der regulären Saison den Second Seed fixieren.
Und dies gelang in mehr als souveräner Manier. Gegen die Jets, bei denen von vorne bis hinten rein gar nichts zusammenlief, gewann das Team um MVP-Mitfavorit Josh Allen 40:14. Dabei stand es bis tief ins vierte Viertel 40:0, ehe den Jets noch 14 Punkte glückten. Allen zeigte einmal mehr seine Qualitäten als Passer (182 Yards, zwei TDs) sowie als Läufer (53 Yards, TD). Anders als noch in den vergangenen Wochen präsentierte sich aber auch die Bills-Defense in Playoff-Form. Gleich zweimal fing diese nämlich Aaron Rodgers ab, der insgesamt nur magere 112 Passing Yards zustande brachte. Obendrein forcierte Buffalos Defensive einen Fumble von Garrett Wilson, der kurz darauf zu einem Touchdown führte.
In den restlichen Spielen ging es mit Ausnahme der Indianpolis Colts, die noch Restchancen auf das letzte Playoff-Ticket in der AFC hatten, für alle anderen Teams lediglich noch um die Höhe des Auswahlrechts für den kommenden Draft.
Doch bei den New York Giants, die bis dato den schlechtesten Record der NFL aufwiesen und somit den First Overall Pick inne hatten, verloren die Colts in einem punktereichen Spiel überraschend deutlich mit 33:45 und verspielten somit ihre letzte Hoffnung. Der für den verletzten Anthony Richardson gebrachte Oldie Joe Flacco leistete sich gleich zwei Interceptions, allerdings war auch die eigene Defensive schwach. Sie ließ 309 Yards und vier TD-Pässe von Giants-QB Drew Lock zu.
Bei den Giants, die durch ihren Sieg von Draft-Pick Nummer eins bis auf Pick vier sprangen, sorgten derweil die beiden Rookies Malik Nabers und Tyrone Tracy für einen historischen Tag. Der in der ersten Runde 2023 gezogene Wide Receiver und der in Runde 5 gewählte Running Back avancierten nämlich zum ersten Rookie-Duo seit Marques Colston und Reggie Bush (2006) und erst zum zweiten überhaupt, dem jeweils mehr als 1000 Scrimmage Yards in der ersten NFL-Saison gelangen.

Der Lichtblick bei den Las Vegas Raiders in dieser Saison heißt ganz klar Brock Bowers. Der junge Tight End brach an diesem Spieltag beim 25:10-Sieg gegen die New Orleans Saints gleich diverse Rekorde. Zunächst den 63 (!) Jahre alten Rookie-Receiving-Yards-Rekord für Tight Ends, aufgestellt von Mike Ditka (1076) - nach diesem Spiel stand Bowers bei 1144 .
Wenig später verbesserte er auch noch den erst im Vorjahr von Puka Nacua (Los Angeles Rams) aufgestellten Bestwert in puncto Catches eines Rookie (105). Bei noch einem ausstehenden Spieltag steht Bowers nun bereits bei 108 - umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass in dieser Kategorie bislang vor allem Wide Receiver aufgetaucht sind. Schließlich löste er auch noch Darren Waller als den Spieler mit den meisten Catches in der Franchise-Geschichte der Raiders ab.
Des Weiteren besiegten im AFC-South-Duell die Jacksonville Jaguars die Tennessee Titans mit 20:13 und verbesserte so die eigene Bilanz auf 4-12. Die Niederlage würde die Titans derweil im Draft Stand jetzt an Stelle zwei auswählen lassen - nur hinter den New England Patriots, die durch die Giants-Niederlage nach oben kletterten. Auch unten im American Football ist also noch Spannung angesagt, wer wohl im nächsten Jahr den vermeintlichen Top-Rookie wählen darf.
fys