11.06.2025
"Ikonisches Franchise"
Aaron Rodgers geht in seine 21. NFL-Saison - und zugleich in seine erste mit den Pittsburgh Steelers. Warum er sich für die "Steel City" als neue Heimat entschieden hat, liegt laut seinen ersten Aussagen auf der Hand.

"Es gibt nur eine Hand voll ikonischer Franchises", hatte Aaron Rodgers bei seiner Antrittsrede als neuer Quarterback-Hoffnungsträger in Pittsburgh in dieser Woche vor versammelten US-Medien gesagt. "Ich hab für eines von ihnen für 18 Jahre gespielt", spielte "A-Rod" in diesem Atemzug direkt auf seine langjährige Station Green Bay Packers zwischen 2005 und 2022 an. Nur um zu ergänzen: "Das hier ist aber eine weitere von ihnen."
Kurzum: Rodgers fühlt sich direkt pudelwohl in der "Steel City", nimmt bereits am Vorbereitungs-Camp mit seinem neuen Team teil, macht erste Würfe und freut sich einfach auf die anstehenden Aufgaben mit ihm, dem 41-jährigen "Gunslinger", als neuen Starting Quarterback.
Nach seinen wenig berauschenden zwei Jahren bei den New York Jets - Achillessehnenriss, lange Reha und eine Saison 2024/25 erneut ohne anvisierte Playoff-Teilnahme - sei dabei Pittsburgh genau der richtige Schritt. Ein Karriereende war in den letzten Monaten voller Warterei, einem zwischenzeitlichen Treffen mit dem NFL-Team sowie einem Einwerfen mit Receiver D. K. Metcalf ebenfalls immer Thema gewesen.
Nun aber stellte Rodgers klar: "Ich brauche das (das vorerst eine Jahr bei den Steelers; Anm. d. Red.) nicht für mein Ego. Ich muss nicht weitermachen. Viele Entscheidungen, die ich im Laufe meiner Karriere und meines Lebens rein aus Egoismus getroffen habe, sind - selbst wenn sie sich als positiv herausstellen - immer unbefriedigend." Andere Entschlüsse, "die aus der Seele heraus getroffen werden, sind jedoch meist sehr erfüllend."
Dieser lang durchdachte Beschluss pro einer weiteren NFL-Saison und pro Pittsburgh ist aus seiner Sicht einer von ihnen. "Das ist eine Entscheidung, die gut für meine Seele ist", ergänzte der einmalige Super-Bowl-Champion und viermalige MVP der Liga.
Dabei habe natürlich auch der Trainer - Ikone Mike Tomlin - eine Rolle gespielt, wie das gesamte Umfeld an sich: "Ich bin schon lange ein Fan von ihm. Diese Gegend hat außerdem etwas Besonderes. So viele großartige Quarterbacks kommen aus Pittsburgh. Ich habe das Gefühl, Pittsburgh war von Anfang an Teil meiner Karriere." Namen wie sein früherer Cheftrainer Mike McCarthy - gemeinsam Super-Bowl-Sieger Anfang 2011 beim Duell mit Pittsburgh (31:25) - oder sein ehemaliger Partner Tom Clements (Quarterbacks Coach), die jeweils aus Pittsburgh und Umgebung stammen, schossen dem Routinier dabei in den Sinn.
Gerüchte, die kursiert waren - Engagements bei den New York Giants oder den Minnesota Vikings - seien dabei nicht allzu ernst zu nehmen. "Es gab Unterhaltungen mit anderen Organisationen, klar. Aber die Beziehung zwischen mir und Mike führte dazu, dass ich, während ich meine persönlichen Angelegenheiten durchging, keine andere Wahl mehr hatte. Es hieß: Hier oder gar nicht spielen." Die Pittsburgh Steelers seien die einzig wahre Wahl gewesen, um in eine 21. NFL-Saison in seiner langen Karriere zu gehen - nichts anderes.
Dass zwischen dem Treffen mit Head Coach Tomlin und dem Steelers-Franchise an sich bis zur Unterschrift vor wenigen Tagen 70 Tage vergangen waren, spielte Rodgers derweil noch herunter: "Ich habe mich um viele private Dinge gekümmert - und einige Dinge haben sich verbessert, sodass ich das Gefühl hatte, ich könnte jetzt voll und ganz bei den Jungs sein."
mag