29.09.2025
Lions feuern und feuern
Dem Fehlstart in dieser Regular Season haben die Detroit Lions eine Serie von drei Siegen am Stück folgen lassen. Mittendrin: der überragende Amon-Ra St. Brown, der dabei auch die Unterstützung aus Deutschland spürt.

Nach vier Wochen frischer NFL-Action kann durchaus angemerkt werden: Amon-Ra St. Brown ist aktuell der erfolgreichste Wide Receiver der Liga.
Zwar kommt der Deutsch-Amerikaner "nur" auf 307 Receiving Yards bei 27 Catches (Platz 6), dafür hat der 25-jährige Viertrunden-Pick aus 2021 (112. Stelle) schon sechs Touchdowns verzeichnet. Sechs! Damit kann kein anderer Passempfänger der National Football League aktuell mithalten, lediglich Bears-Profi Rome Odunze liegt mit fünf in Lauerstellung.
Und Stars wie Justin Jefferson (ein TD), Tyreek Hill (einer) oder D.K. Metcalf (drei) rangieren ein gutes Stück dahinter in dieser Statistik.
Auch dieses Mal beim deutlichen 34:10 gegen die Cleveland Browns (1-3), die vergangene Woche mit ihrer überragenden Defense erst noch die Green Bay Packers düpiert hatten (13:10), überragte St. Brown dabei wieder - mit sieben Catches für 70 Yards plus zwei Scores.
Das Erstaunliche dabei: Erst in der Offseason hatte sich der Sohn einer Deutschen und von Ex-US-Bodybuilder John Brown einem Eingriff am Knie unterzogen - um nun eben direkt voll durchzustarten. "Ich fühle mich gut", entgegnete St. Brown am Sonntag nach dem erfolgreichen Heimspiel am RTL-Mikrofon - und zeigte sich dabei sogar noch kritisch: "Wir hatten ein paar Drives, wo wir gestottert haben - aber ich meine: 34 Punkte ist schon gut. Wir sind happy."
Und er sei eben richtig happy - auch über die große Unterstützung aus der Bundesrepublik: "Ich habe viele Fans hier in Amerika, aber noch viel mehr in Deutschland. Also will ich an dieser Stelle einfach mal Danke sagen."
Das ein oder andere Mal "Thank You" dürfte der Wide Receiver, der schon seit Jahren mit beeindruckendem Route Running überzeugt und sich immer weiter zu steigern scheint, auch schon zu Jared Goff gesagt haben. Und umgekehrt.
Denn die beiden, also der Lions-Quarterback und sein kongenialer Partner, funktionieren nach wie vor bestens zusammen. Blindes Verständnis, ein starkes gegenseitiges Gespür - alles ist vorhanden, um aus diesen beiden Profis ein in der NFL schon oft gesehenes Top-Duo zu formen. Was sie schon längst getan haben mit allein sechs gemeinsamen Touchdowns diese Saison.

Detroits Head Coach Dan Campbell beschrieb seine beiden Schützlinge und deren Verbindung erst nach dem Erfolg über Cleveland wie folgt: "Das ist Kunst." Sein Loblied war damit aber noch nicht zu Ende, vielmehr gab der Trainer zu, dass er bei allen Überlegungen rund um ein NFL-Spiel auch einfach froh ist, solche einen Trumpf mit Goff und St. Brown zu haben: "Das wird immer ein Sicherheitsnetz sein. Diese beiden Jungs, was sie miteinander haben, ihr Verhältnis, ihre Verbindung, das ist etwas Besonderes." Und wenn ein Football-Team so etwas habe und ein Head Coach auf so ein Duo zurückgreifen könne, "dann fühlt man sich sicherer und besser".
Kein Wunder, dass auch der neue Lions-Offensive-Coordinator John Morton, der Nachfolger von Ben Johnson (inzwischen Cheftrainer bei den Chicago Bears), fleißig auf Würfe von Spielmacher Goff auf St. Brown setzt - und von bislang erzielten wie stolzen 136 Punkten über die ersten vier Partien schon reichlich auf dieses Gespann eben zurückzuführen ist.
Zumal sich die beiden auch ständig über Trainingseinheiten hinaus miteinander abstimmen und absprechen sollen. Diesbezüglich gab Goff auch schon gegenüber US-Medien zu: "Falls ich mal einen Pass etwas zu kurz werfe, verlangsamt er seinen Körper und es sieht am Ende so aus, als wäre alles genauso geplant gewesen. Er ist der beste Freund eines Quarterbacks und wenn er genau so etwas im Spiel tut, möchte ich ihm den Ball immer wieder zuwerfen."
Kurzum, so Goff: "Ich habe es schon millionenfach gesagt: Ich darf mich glücklich schätzen, mit ihm zusammenspielen zu dürfen." Das kann St. Brown nur zurückgeben: Sein Spielmacher sei schlichtweg "genau das, was du dir von einem Quarterback wünschst."
mag