03.02.2026
NFL-Kolumne von Adrian Franke
Der Start der NFL Offseason bedeutet auch: Das Transferfenster geht auf! Mit der Free Agency können Teams die ersten großen Veränderungen am Kader vornehmen. Adrian Franke hat die besten Spieler, die jetzt auf den Markt kommen, unter die Lupe genommen.

Die NFL Offseason und der Start des neuen Liga-Jahres - welcher auch den Beginn der Free Agency bedeutet - ist nicht nur die Zeit für Spielerwechsel. Es ist auch die Zeit der Karriere-Entscheidungen.
Zwei sehr große Namen stehen dabei in diesem Jahr im Fokus, und sind auch deshalb nicht auf dieser Top-25-Liste vertreten: Travis Kelce und Aaron Rodgers werden sich über die nächsten Wochen entscheiden müssen, ob sie noch ein Jahr dranhängen wollen. In beiden Fällen steht aber nicht nur das Karriereende im Raum, denn sowohl Kelce als auch Rodgers dürften nur bei den Chiefs, respektive den Steelers, noch ein weiteres Jahr spielen. Ein Wechsel ist hier in beiden Fällen also doppelt unwahrscheinlich.
Isaiah Likely ist eine Alternative auf dem Tight-End-Markt, der knapp die Liste verpasst hat. Likely hatte keine gute Saison, doch der einstige Viertrunden-Pick wird im April erst 26 Jahre alt und er hat zumindest phasenweise gezeigt, dass er ein gefährlicher Pass-Catcher sein kann. Wer einen Tight End sucht, der eine Art Dalton-Kincaid-Rolle in der Offense einnimmt, könnte diesen Spieler in Likely finden.
Insgesamt gibt es einige Playmaker, deren Markt interessant sein wird, auch knapp außerhalb meiner Top 25. Deebo Samuel etwa, oder Niners-Receiver Jauan Jennings. Auch Christian Kirk ist als Role Player nach wie vor hilfreich. David Njoku in besseren Umständen könnte sich als Glücksgriff erweisen.
Auf der defensiven Seite sind es vor allem Front-Seven-Spieler, die ich noch erwähnen würde. Khalil Mack ist in die Jahre gekommen, bringt aber nach wie vor einen hohen Floor mit. So kann man auch D.J. Reader beschreiben. Bestimmt gibt es ein Team, das bei Kwity Paye vor dem Draft sehr hoch war und versuchen will, das aus ihm herauszuholen. Packers-Linebacker Quay Walker könnte man ähnlich beschreiben. Auf der Linebacker-Position aber dürften Nakobe Dean von den Eagles und Devin Bush von den Browns bei einigen Teams höher geranked sein.
Ein ehemaliger Fünftrunden-Pick der Los Angeles Rams, der sich bereits in L.A. zum Starter hocharbeiten konnte. Edwards kam 2023 nach Buffalo, über die letzten beiden Saisons war er der fixe Starter auf Left Guard.
Edwards bringt eine gute Länge und gute Athletik mit und ist ein echter Allrounder auf der Guard-Position. In Pass-Protection ließ er über die letzten beiden Jahre 30 und dann 32 Pressures zu.
Es gibt verschiedene Strategien, die in der Free Agency funktionieren können. Eine auffallend häufig positive Herangehensweise aber ist es, solide Starter zu soliden Preisen zu finden, die eine Schwachstelle stabilisieren können. Genau das ist der bald 29-jährige Edwards. Kein Game-Changer, aber ein Spieler, der einer wackeligen Line mehr Stabilität verleihen kann.
Drei 1.000-Rushing-Yard-Saisons in vier Jahren sowie drei von vier Saisons mit je über 300 Receiving-Yards. Das ist Etiennes Resümee nach vier Jahren in Jacksonville.
Seine erste Saison unter Liam Coen war dabei vielleicht seine beste, auch weil er als Pass-Catcher mit sieben Receiving-Touchdowns glänzte. Diese Rolle hatte er in seiner letzten College-Saison deutlich ausgeprägter - wenn ein Coach daran weiter anknüpfen kann, ist Etienne ein umso attraktiveres Free-Agency-Target.
Etienne hat guten Speed, seine 26 Runs über mindestens zehn Yards bedeuteten Platz 12 in der Regular Season. Und als Pass-Catcher hat er gezeigt, dass man ihn auch herumschieben und Matchups gegen Man-Coverage-Teams kreieren kann.
Bosa wird im Sommer 31 Jahre alt und das letzte Mal, dass er mehr als 600 Snaps in einer Regular Season gespielt hat, war 2021. Eine ausgeprägte Verletzungsvorgeschichte in Kombination mit dem Alter sind der Grund dafür, dass er nicht weiter vorne auf der Liste steht.

Denn Bosa ist noch immer ein Impact-Spieler - wenn er auf dem Platz steht. In dieser Saison hatte er in der Regular Season über 336 Pass-Rush-Snaps 47 Pressures, als Pass-Rusher war er noch immer phasenweise dominant.
Die Bills hatten Bosa vor dieser Saison für ein Jahr und zwölf Millionen Dollar verpflichtet. Ich vermute, dass er sich über seine weitere Karriere von Einjahresvertrag zu Einjahresvertrag spielen wird. Teams, die einen tiefen Playoff-Run anpeilen, können einen gefährlichen Pass-Rusher immer brauchen. Auch, wenn man seine Workload managen muss.
Robinson hatte seine Breakout-Saison zum bestmöglichen Zeitpunkt. Zwar hatte er exakt ein Target und einen Catch weniger als in der vergangenen Saison, spielte aber mit Abstand seine beste Saison in puncto Yards (1.014), Yards pro Catch (11,0) und Receiving-Touchdowns (4).
Erstmals in seiner Karriere spielte er zudem, auch infolge der Verletzung von Malik Nabers, über 30 Prozent seiner Pass Play Snaps Outside und hatte zum ersten Mal eine durchschnittliche Target-Tiefe von mehr als 6,1 Yards. Er übertraf seinen bisherigen persönlichen Bestwert dabei um fast drei volle Yards, zeigte also, dass er eine größere und weitreichendere Rolle übernehmen kann.
Robinson war in Phasen dieser Saison ein dynamischer Playmaker für die Giants und deutete an, dass er eine gute Nummer 2 sein kann. Der einstige Zweitrunden-Pick könnte diese Rolle in der kommenden Saison auch neben Nabers ausfüllen. Doch mit dem Head-Coach-Wechsel hin zu John Harbaugh bleibt abzuwarten, wie die Giants ihren eigenen Kader jetzt einschätzen.
Die Seahawks haben so viel Cap Space, dass sie jeden ihrer Free Agents halten können - wenn sie das wollen. Vielleicht kommt Mafe also nicht auf den Markt, aber es kann auch sein, dass die Seahawks mit ihrer tiefen Defensive Line eher auf den Draft schauen, statt einem Role Player einen teuren Vertrag zu geben.
Mafe ist allerdings ein sehr guter Role Player. Der schnelle Edge-Rusher hatte über die letzten drei Jahre nie unter 40 Quarterback Pressures in einer Saison. Mafe ist ein Pass-Rusher mit guter Länge und einem guten Get-Off, der mit Quickness gewinnen kann, aber auch eine gewisse Physis mitbringt.
Vielleicht hat er in Seattle seine perfekte Rolle gefunden. Vielleicht sieht aber auch ein Team hier eine Chance, einen legitimen Nummer-2-Pass-Rusher aus ihm zu machen.
Offenses in der NFL brauchen ein gewisses Baseline-Level, was die Besetzung ihres X-Receiver-Spots angeht. Sicher, manche Teams haben hier einen Topspieler wie A.J. Brown, Tee Higgins, George Pickens oder Nico Collins. Das ist die ideale Lösung, doch nicht jeder kann einen solchen Receiver haben.
Dann ist es alternativ wichtig, zumindest einen Spieler dort zu haben, den der Gegner respektieren muss. Romeo Doubs ist genau dieses Level Outside Receiver. Er gewinnt am Catch Point, er ist gut genug, um wackelige Cornerbacks Eins-gegen-eins zu schlagen. Und er findet die Endzone: Doubs hatte über die letzten drei Jahre 20 Touchdowns für die Packers.
Sollte er Green Bay verlassen, wäre sein letztes Spiel im Packers-Trikot das Playoff-Spiel gegen Chicago, in welchem er acht Catches für 124 Yards und einen Touchdown verzeichnete. Doubs ist kein Receiver, der eine Offense trägt, aber durch die Rolle, die er besetzen kann, ist er in der Lage, eine Offense zu öffnen.
Walker hat seine Defizite, gerade was die konstante Vision angeht. Es ist kein Zufall, dass die Seahawks auch in dieser Saison in der Red Zone Zach Charbonnet bevorzugten.
Aber wer einen Big-Play-Runner sucht, der ist bei Walker an der richtigen Stelle. Seine 33 Runs über mindestens zehn Yards waren die sechstmeisten unter Running Backs in der Regular Season.
Bei Runs über mindestens 15 Yards belegte er sogar Platz 3 mit 18. Nur De'Von Achane (24) und Derrick Henry (21) hatten mehr. Auch bei Screens kann Walker für Big Plays sorgen.
Walker hatte noch nie 250 Carries in einer Saison. Vermutlich ist er am besten in einem Backfield-Tandem aufgehoben - so wie dieses Jahr in Seattle. In jedem Fall ist er mindestens ein explosives Element für ein Backfield. Und in Zeiten, in denen Teams immer weniger Big Plays im Downfield Passing Game kreieren können, ist so ein Spieler wertvoll.
Kurz vor dem Start der kommenden Saison wird Mike Evans 33 Jahre alt. Es gibt nicht allzu viele Beispiele auf der Receiver-Position, die mit Mitte 30 noch produktive Saisons haben. Eines haben wir jedoch in dieser Saison und sogar als Free-Agent-Verpflichtung gesehen, Davante Adams wurde im Dezember 33 Jahre alt und hatte knapp 800 Yards und 14 (!) Touchdowns in der Regular Season für die Rams.
Evans verpasste in dieser Saison zum ersten Mal in seiner Karriere die 1.000-Yard-Marke, weil er die halbe Saison verletzt ausfiel. Seine Konstanz über mittlerweile zwölf Jahre ist nichtsdestotrotz bemerkenswert, und, abgesehen von der Verletzung, schien sein Spiel auch in dieser Saison gut zu altern.

Evans gewinnt nicht mit Quickness, Agilität oder Explosivität. Er ist ein großer Catch-Point-Receiver, ein klassischer X-Receiver, der vertikal Eins-gegen-Eins-Matchups gewinnt. Das ist ein Receiver-Typus, der tendenziell besser altern kann.
Natürlich ist Evans eine kurzfristige Lösung. Aber wer einen Big Body Outside Receiver für eine Saison sucht, um vielleicht in den Playoffs den nächsten Schritt zu schaffen - ich denke da an die Bills etwa -, der könnte in Evans seine Lösung finden.
Der einstige Siebtrunden-Pick hat sich in Kansas City als Starter festgebissen. Watson ist ein großer Outside Corner, der sich am ehesten in Zone Coverage wohlfühlt. Hier kann er seine Größe konstanter ausspielen, hier wirkt er sicherer in seinen Reads und seinen Bewegungen.
Watson ist keine Nummer 1. Aber es gibt mehr als genug Teams, die für eine Zone-Defense eine solide Nummer 2 brauchen. Das kann Watson liefern.
Mit Davante Adams (2 Jahre, 44 Millionen Dollar), Stefon Diggs (3 Jahre, 63,5 Millionen Dollar) und Cooper Kupp (3 Jahre, 45 Millionen Dollar) waren die drei teuersten Wide Receiver der vergangenen Saison Ü-30-Spieler. Kupp und Diggs wurden geholt, um überschaubare Receiver-Gruppen zu stabilisieren. Eine Art "Veteran Präsenz", in beiden Fällen.
Ein Spieler wie Shaheed war letztes Jahr nicht auf dem Markt. Shaheed ist erst 27 Jahre alt - und hat gezeigt, dass er mit seinem Speed und seiner Explosivität ein echter Difference Maker sein kann. Nicht nur als Receiver, sondern auch als Returner. Hier hat er für Seattle mehrere Spiele maßgeblich mit gedreht.
Seattle hat genügend Cap Space, um Shaheed halten zu können. Als echter Free Agent sollte jede Offense, die mehr Downfield Explosivität benötigt, hier die Fühler ausstrecken.
Zwar ist Daniel Jones offiziell kein Free Agent, da er von den Indianapolis Colts den Transition Tag erhalten hat, aber Teams haben dennoch die Chance einen Vertrag mit ihm auszuhandeln. Sollte das erfolgreich sein können die Colts allerdings mit dem Vertrag gleichziehen.
Natürlich wäre Jones in einem anderen Szenario hier noch deutlich höher auf der Liste. Ein Quarterback, der gezeigt hat, dass man in guten Umständen mit ihm eine gute Offense aufs Feld bringen kann. Ein guter Ballverteiler, ein Game Manager im klassischsten Sinne. Und in Phasen der ersten Saisonhälfte zeigte er sogar mehr als das bei den Colts, als er eine gewisse Aggressivität als Passer und als Runner wieder entdeckte.
Das Problem ist hier natürlich die Verletzung: Am 7. Dezember riss sich Jones die Achillessehne. Jeder Spieler ist hier anders, aber zum einen hatte Jones bereits einige Verletzungen in den vergangenen Jahren. Und zum anderen haben wir gerade bei Quarterbacks - Kirk Cousins, Aaron Rodgers - in den letzten Jahren gesehen, dass es ein Jahr, wenn nicht sogar mehr, dauern kann, ehe diese Spieler wieder fit sind.
Gut möglich also, dass Jones ohnehin weite Teile der kommenden Saison verpasst. Das macht die Quarterback-Entscheidung in Indianapolis umso faszinierender. Geben sie Jones einen leistungsbezogenen Vertrag? Wird es ein Zweijahresvertrag? Jones wird Ende Mai 29 Jahre alt, man könnte also noch mittelfristig mit ihm planen. Wenn man der Meinung ist, dass er von seiner Verletzung vollständig zurückkommt.
Einer der interessanteren Free Agents. Woolen kam als athletisches Projekt in die NFL, und überzeugte prompt mit einer sehr guten Rookie-Saison. Neun Pass-Breakups, sechs Interceptions, Woolen schien nach seiner ersten Saison auf bestem Wege zu einem Star-Cornerback.
Doch ging es so nicht weiter. Nach einer ebenfalls guten zweiten Saison waren die beiden Saisons des mittlerweile 26-Jährigen unter Mike Macdonald sehr inkonstant. Auch in diesem Jahr startete er mit einigen schwachen Spielen und verlor phasenweise seinen Stammplatz.
Woolen ist mit der Größe, der Reichweite und dem Speed ein hoch spannendes Gesamtpaket. Die Entwicklung der letzten beiden Jahre könnte aber ein Hinweis darauf sein, dass die Seahawks womöglich in eine andere Richtung auf der Position gehen wollen.
Für Teams, die viel Man Coverage spielen wollen und ihre Cornerbacks aggressiv auch an der Line of Scrimmage einsetzen, ist Woolen vielleicht eine noch spannendere Option.
Bereits nach Woche 5 tradeten die Ravens Oweh nach Los Angeles. Offensichtlich hatten die Ravens ohnehin nicht beabsichtigt, den 27-Jährigen über die Saison hinauszuhalten und wollten andere Wege testen, um ihre Defense zu stabilisieren.
Die Chargers dürften sich gefreut haben. 35 Pressures hatte der einstige Erstrunden-Pick in zwölf Spielen für Los Angeles. Owehs 7,5 Sacks für die Chargers waren sein persönlich zweitbester Wert für eine ganze Saison.
Oweh wurde den Pre-Draft-Hoffnungen nicht gerecht, hat sich aber in einen guten Nummer-2-Rusher entwickelt. Das hat Value für Teams. Mutmaßlich auch für die Chargers selbst.
Auch Pitts ist offiziell kein Free Agent. Er bakm von den Falcons den Non-Exclusive Franchise Tag. Damit können Teams mit ihm verhandeln und einen Vertrag abschließen. Die Falcons können mit dem Vertrag gleichziehen, oder erhalten eine Kompensation von zwei First-Round-Picks von Pitss neuem Team.
Pitts hat pünktlich zum Vertragsjahr seine beste Saison abgeliefert. Zwar kam er einzig in seiner Rookie-Saison auf über 1.000 Receiving-Yards, in dieser Saison aber stellte er persönliche Bestwerte in puncto Targets (114), Catches (88), Touchdowns (5), First Downs (51) und Contested Catch Rate (55 Prozent) auf.
Ligaweit rangierte er letztes Jahr unter Tight Ends nach Targets, Catches und Yards einzig hinter Trey McBride.
Pitts wird vermutlich nie ein wirklich "kompletter" Tight End werden, der als In-Line-Blocker einen echten Unterschied macht. Er kann hier passabel sein, am ehesten noch als Move-Blocker. Mehr aber auch nicht.
Gleichzeitig ist es vielleicht kein Zufall, dass Pitts in der vergangenen, seiner produktivsten, Saison so viel In-Line gespielt hat wie noch nie zuvor in seiner Karriere (45 Prozent seiner Pass Snaps) und im Passspiel so kurze Targets bekommen hat (7,5 Yards durchschnittliche Target-Tiefe) wie in keiner anderen Saison seiner Karriere.
Pitts’ Dynamik macht ihn zu einem gefährlichen vertikalen Target, seine breiter interpretierte Rolle in dieser Saison aber hat ihm merklich geholfen. Ich vermute, dass Atlanta unter Kevin Stefanski großes Interesse haben wird, Pitts zu halten. Notfalls auch per Franchise Tag. Passiert das nicht, wird der einstige Top-4-Pick einen großen Markt haben.
Zwei Positionen vor allen anderen halte ich für besonders sinnvoll als Verpflichtung in der Free Agency. Weil es Positionen sind, auf denen Spieler am Anfang häufig schwimmen, und mit mehr Erfahrung signifikante Leistungssprünge machen können. Das sind für mich Center - und Linebacker.
Auch Lloyd hatte früh in seiner Karriere enorme Probleme. Der Erstrunden-Pick brauchte ein, wenn nicht zwei Jahre, um sich so richtig zurechtzufinden. 2024 war sein bis dahin bestes Jahr. In dieser Saison packte er noch eine Schippe drauf.
Allen voran was Play Recognition und Spielintelligenz angeht, machte er einen klaren Schritt, wodurch seine Athletik auch noch deutlich besser zur Geltung kam. Seine fünf Interceptions, vier davon in den ersten fünf Wochen der Saison, waren auch ein Ergebnis davon.
Auch Breece Hall erhielt vor Ablauf der Frist den Non-Exclusive Franchise Tag und ist daher kein offizieller Free Agent. Bei einem Vertragsschluss mit einem anderen Team, können die Jets gleichziehen oder erhalten zwei First-Round-Picks als Entschädigung.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Kansas City Chiefs zur Trade-Deadline großes Interesse an Breece Hall hatten. Nicht zu dem Preis, den die Jets gefordert haben, aber das Interesse war da. Gut möglich, dass das jetzt in der kommenden Free Agency nachgeholt wird.
Hall ist immer noch erst 24 Jahre alt und kommt aus einer schwierigen Situation in New York. Eine Situation, in der er ohne vernünftigen Quarterback oder Passing Game generell auskommen musste, und in der er dem Vernehmen nach letztes Jahr angeschlagen spielte. Im Oktober 2022 erlitt er früh in seiner Rookie-Saison zudem einen Kreuzbandriss.

2025 war seine erste 1.000-Yard-Saison, doch ist Hall nicht "nur" ein Runner, sondern ein echter 3-Down-Back. Er kann eine ausgeprägte Saison im Passing Game einnehmen: 2023 fing er 76 Bälle, 2024 waren es 57. In dreieinhalb Saisons kommt er bereits auf 1.642 Receiving Yards, Hall kann als Matchup-Waffe auch mal im Slot und Outside aufgestellt werden.
In seinen besten Momenten ist Hall ein dynamischer Running Back, der eine Offense mit prägen kann. In einer besseren Situation kann er das vielleicht auch noch deutlicher zeigen.
Seit nunmehr sieben Jahren spielt Dean für die Buccaneers, seine besten Saisons hatte er als Nummer-2-Corner in einer Man-Coverage-Defense. Hier kann er seine Physis ausspielen, Dean ist ein großer Outside Corner, der mit Power und Aggressivität agieren will. Der 29-Jährige punktet mit Konstanz und mit ausgesprochen guten Tackling-Qualitäten.
Ich gehe nicht davon aus, dass ein Team als Nummer 1 holt. Aber auch Nummer-2-Cornerback-Verträge in der Free Agency waren über die letzten Jahre sehr lukrativ: Sein ehemaliger Bucs-Teamkollege Carlton Davis kassierte in der vergangenen Free Agency einen Dreijahresvertrag über 44,5 Millionen Dollar. In diesen Regionen könnte sich auch Dean jetzt bewegen.
Eine faszinierende Karriere, schon jetzt. Willis, ein Drittrunden-Pick der Tennessee Titans im Quarterback-schwachen 2022er-Draft, kam bei Tennessee nur auf eine Handvoll Einsätze. 66 Pässe warf er insgesamt für die Titans, die meisten in seiner Rookie-Saison. 2023 draftete das Team bereits Will Levis, der schließlich von Ryan Tannehill übernahm. 2024 kam mit Brian Callahan ein neuer Head Coach.
Nach nur zwei Jahren endete Willis’ Titans-Karriere, die Packers holten ihn als Backup. Hier konnte er 2024 bereits früh in der Saison einige gute Spiele abliefern, toppte das aber nochmal deutlich über vier Spiele in dieser Saison, als Starter Jordan Love verletzt ausfiel.
Willis hat als Passer merkliche Fortschritte gemacht. Der 26-Jährige kam in dem Aspekt unheimlich roh aus dem College, wo er viel über seine Athletik hatte kompensieren können.
Jetzt wirkt er wie ein reiferer Spieler. Und natürlich bleibt abzuwarten, wie das über eine größere Sample Size und außerhalb der gut gecoachten Packers-Offense aussieht. Aber Willis ist mobil, er ist ein sehr guter Downfield-Passer, er kann ein fester Bestandteil des Run Games sein. Und vielleicht erntet jetzt ein Team die Früchte von mehreren Jahren des Lernens, zuletzt unter Matt LaFleur und hinter Jordan Love in Green Bay, die Willis augenscheinlich deutlich nach vorne gebracht haben.
Justin Fields hat in der vergangenen Offseason von den New York Jets einen Zweijahresvertrag über 40 Millionen Dollar (30 Millionen garantiert) bekommen. Ich sehe keinen Grund, warum Willis signifikant weniger als das bekommen sollte. Er ist zumindest eine hochspannende Übergangslösung für eines der vielen Teams, das in diesem Draft keinen Quarterback finden wird.
Auch hier könnte der Dan-Moore-Vergleich passen. Walker ist jung - der einstige Siebtrunden-Pick wird im Februar erst 26 Jahre alt - und hat sich als mehr als passabler Tackle etabliert. Insbesondere in Pass-Protection hat Walker seine Stärken. Ein Spieler mit diesem Profil wird begehrt sein.
Walker hat bei den Packers ausschließlich auf Left Tackle gespielt, kommt dort aber auf 2.900 Snaps über die letzten drei Jahre. Als Rookie kam er 2022 noch nicht in der Offense zum Einsatz. Im vergangenen Training Camp setzte er sich gegen Vorjahres-Erstrunden-Pick Jordan Morgan auf der linken Seite durch.
Walkers Größe ist gut, einzig die Armlänge ist nicht ideal. Wenn er aber noch mehr Power als Run-Blocker drauf packen kann, ist er dennoch auf dem Weg ein vergleichsweise kompletter Starting Left Tackle zu werden.
Das ist ein guter Moment, daran zu erinnern, dass die Tennessee Titans Dan Moore in der vergangenen Free Agency einen Vertrag über vier Jahre und 82 Millionen Dollar gegeben haben. Ein sehr simpler Weg um zu sagen: Offensive Tackles sind sehr, sehr begehrt. Die Stars auf der Position kommen ohnehin nicht auf den Markt, aber selbst passable Starter kommen als Free Agent in den 20-Millionen-pro-Jahr-Bereich.
Braden Smith ist ein besserer Tackle als Dan Moore. Er ist zwei Jahre älter, das ist der eine Punkt zu seinem Nachteil. Aber Smith ist seit acht Jahren der Starting Right Tackle der Colts und hat sich in dieser Zeit als ein mehr als solider Pass-Blocker, sowie als ein guter bis sehr guter Run-Blocker etabliert.
Solche Spieler sind selten zu haben. Smith wird 30 im März, für einen Tackle aber normalerweise kein Alter, wo man bereits vorsichtig sein muss. Er könnte nochmal für vier Jahre, wenn nicht mehr, die rechte Seite einer Offensive Line besetzen und einer Offense ein deutliches Upgrade in puncto Stabilität geben.
Pierce hatte in seiner vierten NFL-Saison seinen Breakout. Nachdem er bereits letztes Jahr einen klaren Sprung gemacht hatte, toppte Pierce das in dieser Saison nochmals. Mit seiner ersten 1.000-Yard-Saison, seiner ersten Saison mit über 45 Catches und dazu sechs Touchdowns.
Seine Rolle ist schnell erklärt: Pierce war einer der besten Downfield-Receiver in der NFL über die letzten beiden Jahre. Vielleicht sogar der beste. In dieser Regular Season belegte er Platz 5 in Downfield-Catches (12), Platz 3 in Downfield-Receiving-Yards (451) und Platz 3 in Downfield-Touchdowns (5).
Pierce ist ein Spieler, der das Feld in die Länge zieht. Den eine Defense in Coverage berücksichtigen muss. Der andere Teile der Offense öffnen kann. Auch deshalb wäre es verwunderlich, wenn die Colts nicht zumindest versuchen würden, mit ihm zu verlängern. Denn strukturell kann so ein Spieler wichtiger für die Offense sein als das, was etwa Michael Pittman schematisch für die gleiche Offense macht. Ich gehe davon aus, dass sich sein Vertrag jenseits der 20-Millionen-pro-Jahr-Marke bewegen wird.
Linderbaum ist ein Top-8-Center, seit die Ravens ihn 2022 mit dem Nummer-25-Overall-Pick gedraftet haben. Trotzdem entschied sich Baltimore im vergangenen Jahr dagegen, die Fifth Year Option zu ziehen, was aber in erster Linie finanzielle Gründe hatte: Fifth Year Options sind preislich für alle Offensive Linemen gleich, und da Tackles deutlich teurer sind als Interior Linemen, ist die Option für einen Center sehr stark außerhalb des Markts.
Konkret formuliert: Hätten die Ravens die Fifth Year Option für Linderbaum gezogen, hätte er in der kommenden Saison 23,4 Millionen Dollar verdient. Kein Center bekommt aktuell mehr als 18 Millionen Dollar pro Jahr.
Doch wie so oft in der NFL kann sich in einem Jahr vieles ändern. Im Fall der Ravens ist das: ein neuer Head Coach mit einem neuen Trainerstab - und vielleicht anderen Plänen. Plötzlich ist nicht mehr so sicher, ob die Ravens mit Linderbaum verlängern.
Sollte er auf den Markt kommen, wäre er ohne Frage ein begehrter Spieler. Gute Center sind selten in der NFL, Linderbaum mit seiner Athletik ist eine echte Waffe im Run Game. Gerade letztes Jahr haben die Bears Drew Dalman als Free Agent 42 Millionen Dollar über drei Jahre bezahlt, Platz 3 unter aktuellen Center-Verträgen. Linderbaum wäre definitiv darüber anzusiedeln.
Eine völlig verlorene Saison für Hendrickson ging maximal frustrierend zu Ende. Nachdem er im Sommer erst via Holdout einen angepassten Vertrag für 2025 - wenn auch keine Vertragsverlängerung - erwirkte, konnte Hendrickson nach Woche 8 kein Spiel mehr absolvieren
Was zuerst als Rückenverletzung eingestuft wurde, wurde immer nebulöser. Am Ende war von einer Verletzung im Bauchmuskelbereich die Rede, wegen welcher er operiert werden musste. Hendrickson hatte sich initial in Woche 6 verletzt, kam dann in Woche 8 zurück, was die Verletzung offenbar wieder aufbrechen ließ.

Es dürfte der letzte Einsatz für den 31-Jährigen im Bengals-Trikot gewesen sein. Denn nach der ganzen Vertrags-Posse im vergangenen Sommer und der Art und Weise, wie diese Saison verlief, ist es schwer vorstellbar, dass sich beide Seiten auf einen neuen Vertrag einigen.
Hendrickson, mit der Verletzung jetzt, sowie angesichts der Tatsache, dass er bereits 31 Jahre alt ist, hat ein paar Kratzer in seinem Free-Agency-Profil. Gleichzeitig kommen Spieler seiner Qualität eben normalerweise auch nicht auf den Markt.
2024 führte er, gleichauf mit Myles Garrett, alle Edge-Rusher in der Regular Season in Quarterback-Pressures an (83 Pressures). 2023 belegte er in der gleichen Kategorie Platz 10 (79), 2022 Platz 12 (62) und 2021 Platz 4 (75).
Hendrickson war also nicht nur unheimlich konstant in seinem statistischen Output, seit die Bengals ihn als Free Agent verpflichtet haben. Er war auch konstant ein Top-10-Pass-Rusher über die letzten vier Jahre. Und diese Spieler sind wertvoll. Hendrickson ist der ideale schnelle Fix für eine Defensive Line, die kurzfristig einen Nummer-1-Pass-Rusher benötigt.
Phillips erwies sich nach dem Midseason-Trade von den Dolphins zu den Eagles als ein enormes Upgrade für Philadelphias Defensive Line. In acht Spielen für die Eagles blieb er nur ein Mal unter drei Quarterback-Pressures, dreimal waren es sieben oder mehr. Seine insgesamt 41 Pressures in acht Spielen für Philadelphia sprechen eine klare Sprache. Nur fünf Pass-Rusher hatten im gleichen Zeitraum mehr.
Phillips, ein ehemaliger Top-20-Pick der Dolphins, hatte immer das Talent. Gute Power, Agilität, Explosivität, Phillips ist ein Pass-Rusher-Komplettpaket.
Verletzungen sind jedoch das große negative Thema bei dem 26-Jährigen. Seit er in der NFL ist, hat er im November 2023 einen Achillessehnenriss erlitten, gefolgt von einem Kreuzbandriss im September 2024.
Phillips kam in beiden Fällen eindrucksvoll schnell zurück und lieferte dieses Jahr teamübergreifend gute 76 Quarterback-Pressures.
Die Eagles schätzen ihre Defensive Line sehr, insofern würde ich davon ausgehen, dass Philadelphia Phillips halten will. Womöglich per Franchise Tag. Kommt er auf den Markt, wäre es sehr interessant, was Teams ihm bieten. Womöglich muss er mit der Verletzungshistorie einen Einjahresvertrag akzeptieren. Doch Teams haben dieser Tage sehr viel Geld in der Free Agency. Ein Deal in der 3-Jahre-55-Millionen-Dollar-Range würde mich ebenfalls nicht überraschen.
Pickens wurde ebenfalls mit dem Non-Exclusive Franchise Tag versehen und kann mit anderen Teams verhandeln, gilt aber nicht als Free Agent. Sollte Pickens mit einem anderen Team einen Vertrag abschließen, können die Cowboys nachziehen oder erhalten zwei First-Round-Picks als Kompensation.
Es ist nicht schwierig, Pickens als Spieler zu charakterisieren. Er ist ein prototypischer X-Receiver. Ein Receiver, der am Catch Point mitunter auch spektakulär gewinnt, der vertikal gewinnt, der Coverages diktieren kann.
In der Regular Season hatte Pickens elf tiefe Catches (Platz 8). Er spielte 90 Prozent seiner Snaps Outside, lediglich sieben seiner 93 Catches sowie 115 seiner 1.429 Receiving-Yards kamen aus dem Slot heraus.
Es gibt nicht mehr viele Receiver in der NFL, die als echter Outside Receiver auf dem Level spielen können. Da sprechen wir über Spieler wie Tee Higgins und DK Metcalf, die beide zuletzt stattlich bezahlt wurden. Der Value von einem Receiver wie George Pickens geht dabei über seine reine individuelle Production hinaus, er öffnet das Feld auch für andere Receiver und für die Offense generell. Für mich war er ein First Team All-Pro in dieser Saison. Und Pickens wird Anfang März erst 25 Jahre alt.
Die große Frage bei Pickens - sollten die Cowboys ihn auf den Markt kommen lassen - wird nicht sportlicher Natur sein. Die Fragen, die ihn begleiten und vermutlich schon zu seinem Trade von den Steelers zu den Cowboys führten, betreffen eher mentale Aspekte. Pickens soll nicht immer der einfachste Charakter sein. Ein Spieler, den man als Coach motiviert halten muss.
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Adrian Franke