12.05.2026
Schwere neurologische Krankheit
Immer mehr ehemalige Footballspieler leiden Jahre nach ihrer Karriere unter schweren neurologischen Erkrankungen. Im Zentrum der Debatte steht die sogenannte Chronic Traumatic Encephalopathy - kurz CTE. Die degenerative Hirnerkrankung wird mit wiederholten Schlägen auf den Kopf in Verbindung gebracht und gilt inzwischen als eines der größten Gesundheitsprobleme im Football.

Besonders alarmierend: Nicht nur schwere Gehirnerschütterungen erhöhen das Risiko. Experten gehen davon aus, dass vor allem die Summe hunderter kleiner, oftmals unbemerkter Kopfkontakte über Jahre hinweg bleibende Schäden verursacht. Die Folgen reichen von Gedächtnisverlust bis hin zu Depressionen und Suizidgedanken.
CTE entsteht durch dauerhafte Belastungen des Gehirns infolge wiederholter Kopfstöße. Anders als lange angenommen, ist meist nicht ein einzelner harter Zusammenprall verantwortlich, sondern die kumulative Wirkung zahlreicher kleiner Erschütterungen während einer gesamten Karriere.
Durch diese Belastungen bilden sich sogenannte Tau-Protein-Ablagerungen im Gehirn. Diese verklumpen sich zwischen den Nervenzellen, zerstören Hirngewebe und beeinträchtigen langfristig wichtige Funktionen des Denkens und Verhaltens.
Besonders tückisch ist der schleichende Verlauf der Krankheit. Viele ehemalige Spieler zeigen erste Symptome erst lange nach dem Karriereende. Betroffene leiden häufig unter Gedächtnisproblemen, Verwirrtheit und Konzentrationsstörungen.
Hinzu kommen psychische Veränderungen wie Depressionen, Aggressivität oder impulsives Verhalten. Auch eingeschränktes Urteilsvermögen und Persönlichkeitsveränderungen gelten als typische Anzeichen. In schweren Fällen kann die Erkrankung zu Demenz oder Suizid führen.
Bis heute kann CTE nicht eindeutig bei lebenden Menschen diagnostiziert werden. Eine sichere Feststellung ist derzeit nur durch die Untersuchung von Hirngewebe nach dem Tod möglich.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien an verstorbenen ehemaligen NFL-Spielern zeigten dabei auffallend hohe CTE-Raten. Dadurch rückte die Erkrankung in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit und der Sportmedizin.
Die Diskussion konzentriert sich häufig auf die NFL, doch Experten warnen davor, die Gefahr auf den Profisport zu beschränken. Auch College- und Highschool-Spieler können durch jahrelange Belastung gefährdet sein.
Entscheidend ist vor allem die Dauer und Intensität der Kopfkontakte. Je länger Spieler dem körperbetonten Sport ausgesetzt sind, desto größer scheint das Risiko späterer Hirnschäden zu werden.
nkr