21.05.2026
Vor Kickoff
Die AFLE steht kurz vor ihrem offiziellen Saisonstart. Bei einer Pressekonferenz wenige Tage vor dem Kickoff gaben Commissioner Andreas Nommensen und COO Moritz Heisler Einblicke in die Pläne, Herausforderungen und Ziele der neuen Liga - und worauf sich die Fans freuen können.

Am Donnerstag vor Ligastart lud die AFLE zu einer Pressekonferenz ein. Dabei waren COO Moritz Heisler und der neue Commissioner Andreas Nommensen. Dort beantworteten sie die letzten offenen Fragen, bevor am Wochenende offiziell der Kickoff erfolgt.
Am Samstag den 23. Mai fliegt in Wien um 17 Uhr der Ball auf europäischen Rasen. Die Vienna Vikings empfangen zum Auftaktspiel die Berlin Thunder. Über insgesamt 14 Wochen wird die Liga zwischen den insgesamt acht Teams ausgespielt. Jedes Team bestreitet dabei zwölf Spiele und hat insgesamt zwei spielfreie Wochenenden.
Vier Teams qualifizieren sich dann für die Playoffs, wo sie um den Einzug ins Finale kämpfen. Der "Gold Bowl" findet dann am 6. September in der Schauinsland-Reise-Arena in Duisburg statt.
Die Liga finanziert sich über einen externen US-Investor, der insgesamt über 12 Millionen Dollar in die AFLE investiert. Dabei trägt dieser das volle unternehmerische Risiko. Heisler betonte erneut, dass dahinter ausschließlich wirtschaftliche Interessen stünden und der Investor nur begrenzten Einfluss auf operative Entscheidungen habe.
Der bestehende Vertrag verändere sich ebenfalls nicht, sollte der antizipierte Erfolg der Liga nicht eintreten.
Dass bei einer neuen Liga nicht von Beginn an alles reibungslos läuft, sei laut Heisler erwartbar. Aktuell gebe es noch infrastrukturelle Probleme - insbesondere rund um die Paris Lights, die bislang noch kein Stadion offiziell vorgestellt haben. Laut Heisler habe man allerdings bereits eine Lösung gefunden, die zeitnah veröffentlicht werden soll. Auch an anderen Standorten habe es Schwierigkeiten mit Austragungsorten gegeben, da interne und externe Faktoren nicht immer zusammengepasst hätten.
Zusätzlich bleibt offen, wie ausgeglichen die Liga sportlich sein wird. Mit Teams wie Rhein Fire oder den Vienna Vikings sind etablierte Organisationen vertreten, die bereits über viel Qualität verfügen. Gleichzeitig gehen mit den Firenze Red Lions oder den Paris Lights auch neue Teams an den Start.
Commissioner Nommensen verdeutlicht aber, dass man großes Vertrauen in die Teams und Coaches hätte, ein ausgeglichenes Teilnehmerfeld stellen zu können. Trotz einiger Problemstellen ist für Nommensen klar: "Es ist super, dass wir jetzt an dem Punkt angelangt sind, dass der Ball am Wochenende endlich durch die Luft fliegt."
Die Fans spielen für die AFLE eine zentrale Rolle. Über verschiedene TV- und Streaming-Angebote wolle man die Liga so zugänglich wie möglich machen. Heisler meint, dass man viel auf eine gute Fan-Experience bauen wolle und rund um den Football Events kreieren möchte. "Leute, die sich die Zeit nehmen zu den Spielen zu kommen, verdienen es ein gutes Produkt zu bekommen - auf und neben dem Feld", sagt der COO.
Auch rund um den "Gold Bowl" möchte man für die Fans was besonderes schaffen. Qualität werde sich langfristig durchsetzen - "aber wir müssen dafür arbeiten", so Heisler weiter.
Neben dem Ligabetrieb möchte man sich auch um die Entwicklung und Förderung der Jugend kümmern. Dabei sollen Jugendakademien etabliert werden, in denen die nächste Generation ausgebildet werden soll: "Es geht hierbei um mehr als nur American Football", erklärt Heisler.
Die Liga wolle künftig stärker auf sogenannte Homegrown-Spieler setzen, deren Entwicklung bereits in einer guten Jugendarbeit beginne.
In Zukunft soll die Entwicklung auf und neben dem Platz vorangetrieben werden. Für die Schiedsrichter soll es wie bereits geschehen, weiter sogenannte Clinics geben, bei denen sie von NFL-Schiedsrichtern wie Walt Anderson, die wichtigsten Punkte mitbekommen. Außerdem erwähnten Nommensen und Heisler Pläne um Flag Football, der wohl bald auch eine Rolle spielen soll. Nähere Infos dazu sind noch nicht bekannt.
Die AFLE wolle sich nachhaltig entwickeln und langfristig im europäischen Football etablieren. "Wir sind da, um zu bleiben", betonte Heisler. Auch Gespräche mit der EFA und der GFL habe es bereits gegeben, um gemeinsam den Football in Europa weiter auszubauen.
lgr