29.07.2026
Carter bezahlt - DeJean und Mitchell warten
Die Philadelphia Eagles haben haben zwei iher Stars langfristig gebunden, stehen dadurch jedoch vor einer riesigen Herausforderung. Warum die kommenden Jahre zur Bewährungsprobe für General Manager Howie Roseman werden könnten.

Mit den Vertragsverlängerungen von Jalen Carter und Jordan Davis haben die Philadelphia Eagles ihren Defensivkern in den Trenches für die kommenden Jahre gesichert. Carter unterschrieb den bislang lukrativsten Vertrag für einen Defensive Tackle in der NFL-Geschichte, Davis wurde ebenfalls langfristig - und vor allem teuer - gebunden. Die Botschaft ist eindeutig: Die Eagles wollen ihre Dominanz an der Line of Scrimmage auch in Zukunft aufrechterhalten.
Doch Carter und Davis sind vermutlich erst der Anfang. Denn Cooper DeJean entwickelte sich bereits in seinen ersten beiden NFL-Saisons zu einem der vielseitigsten Defensive Backs der Liga, während auch Quinyon Mitchell sich als Nummer-eins-Cornerback etablierte. Setzen beide ihren Weg fort, dürften auch sie schon bald Verträge verlangen, die sich an den jüngsten Rekorddeals auf ihrer Position orientieren.
Damit rückt eine Frage immer stärker in den Mittelpunkt: Wie soll General Manager Howie Roseman es eigentlich schaffen, all diese Stars zu bezahlen?
Ein Blick auf das Roster zeigt, dass Philadelphia seine Prioritäten langsam verändert. Jahrelang floss das große Geld vor allem in die Offense. Jalen Hurts erhielt seinen Franchise-Quarterback-Vertrag, A.J. Brown gehörte zu den teuersten Receivern der Liga, dazu kamen Lane Johnson, Jordan Mailata und Dallas Goedert als hochbezahlte Leistungsträger.
Heute zeichnet sich ein Strategiewechsel ab. Davis wurde verlängert, nun folgte Carter. DeJean und Mitchell könnten die nächsten sein. Gleichzeitig trennten sich die Eagles von A.J. Brown - einem der größten Verträge der Offense. Vieles spricht also dafür, dass Roseman die finanziellen Ressourcen Schritt für Schritt auf die Defense verlagert.

Dabei helfen ihm mehrere Faktoren. Tight End Dallas Goedert verzichtete in dieser Offseason auf einen lukrativen Mehrjahresvertrag und unterschrieb stattdessen einen teamfreundlichen Einjahresdeal, während Rookie Makai Lemon den Abgang des zu den Patriots getradeten Brown kompensieren soll.
Dazu kommen andere Offensivakteure, die noch auf ihren Rookieverträgen spielen. Der dadurch frei gewordene Gehaltsspielraum verschafft Philadelphia die nötige Flexibilität, um die nächste Generation von Defensivstars langfristig zu binden.
Natürlich kann auch Roseman den Salary Cap dabei nicht umgehen. Er nutzte ihn in der Vergangenheit jedoch cleverer als viele seiner Kollegen.
Vertragsverlängerungen werden in Philadelphia nämlich regelmäßig so strukturiert, dass die größten Cap-Hits erst in späteren Jahren anfallen. Gleichzeitig steigt die Gehaltsobergrenze der NFL nahezu jedes Jahr weiter an. Was heute ein Rekordvertrag ist, nimmt dadurch schon wenige Jahre später einen deutlich kleineren Anteil am gesamten Salary Cap ein.
Hinzu kommt, dass Roseman selten kurzfristig plant. Statt erst zu reagieren, wenn ein Spieler kurz vor der Free Agency steht, bindet er Leistungsträger häufig frühzeitig oder schafft bereits Jahre vorher finanziellen Spielraum.
Wie diese Strategie aussieht, zeigt sich an mehreren Personalien.
Goedert unterschrieb in dieser Offseason lediglich einen Einjahresvertrag. Statt den 31-Jährigen langfristig an Marktpreisen zu binden, entschieden sich beide Seiten für eine teamfreundliche Lösung. So halten die Eagles ihren Starting Tight End, ohne ihre langfristige Cap-Planung unnötig einzuschränken.
Auch Lane Johnson spielt in den langfristigen Überlegungen eine Rolle. Der All-Pro zählt trotz seines Alters weiterhin zu den besten Right Tackles der NFL, doch sein Karriereende rückt langsam näher. Läuft sein Vertrag in den kommenden Jahren aus oder beendet er seine Laufbahn, würde genau dann erheblicher finanzieller Spielraum frei - ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem DeJean und Mitchell ihre großen Verträge erhalten könnten.
Trotzdem wird Philadelphia nicht jeden Leistungsträger halten können. Genau das unterscheidet Roseman von vielen anderen General Managern. Sein Ziel war nie, möglichst viele Stars bis zum Karriereende zu bezahlen. Stattdessen ersetzt er Veteranen regelmäßig durch junge Draftpicks und investiert das frei werdende Geld in den nächsten Kern des Teams.
Ein gutes Beispiel dafür ist Rookie-Tight-End Eli Stowers. Noch ist Goedert unumstritten gesetzt, doch die Eagles haben bereits früh einen potenziellen Nachfolger gedraftet (Runde 2, Pick 54). Genau dieses Vorgehen zieht sich seit Jahren durch die Kaderplanung.

Die Vertragsverlängerungen von Carter und Davis markieren deshalb nicht das Ende der Planung, sondern ihren Beginn. Sollten DeJean und Mitchell auch nächste Saison wieder performen, dürften beide schon bald zu den bestbezahlten Verteidigern der NFL gehören wollen. Auch Linebacker Jihaad Campbell (Erstrundenpick Draft 2025) könnte sich langfristig in diese Kategorie spielen.
Wie lange Philadelphia diesen Kern zusammenhalten kann, hängt am Ende nicht allein von Howie Rosemans Vertragskunst ab. Entscheidend wird vielmehr sein, ob der nächste Generationswechsel erneut gelingt.
Nur wenn die angesprochenen Nachfolger - wie Stowers oder Lemon - die Erwartungen erfüllen, entsteht der finanzielle Spielraum, um DeJean, Mitchell und womöglich weitere Leistungsträger dauerhaft in Philadelphia zu halten.
Genau darin liegt die eigentliche Bewährungsprobe für Roseman. Seine Strategie hat die Eagles zu einem der konstant erfolgreichsten Teams der NFL gemacht, doch sie ist zugleich auch eine riskante Wette. Denn sie funktioniert nur, wenn die nächste Generation nicht nur günstiger ist - sondern auch genauso gut. Nur dann kann das Millionenpuzzle der Eagles dauerhaft aufgehen.
mhh