12.12.2016
NFL-Franchise reagiert auf Talfahrt
Aus den St. Louis Rams wurden in diesem Jahr die Los Angeles Rams. "21 Jahre später", hatte ein Fan beim Betreten der Stadiontore des Memorial Coliseum im Sommer gejubelt. Nach über zwei Jahrzehnten waren die Rams wieder an dem Ort, den sie nach der Spielzeit 1994/95 verlassen hatten. Die große Frage: Würden sie direkt erfolgreich durchstarten? Die klare Antwort: Nein! Erste Konsequenzen gibt es nun: L.A. entließ Headcoach Jeff Fisher mit sofortiger Wirkung. Dabei hatte dieser jüngst erst verlängert.
Diese Nachricht schlägt durchaus hohe Wellen: Am Montag gaben die Los Angeles Rams in einer offiziellen Mitteilung bekannt, dass Headcoach Jeff Fisher mit sofortiger Wirkung entlassen ist. Nach fünf Jahren im Amt und Dutzenden von hässlichen sowie deutlichen Niederlagen zog das NFL-Franchise also einen Strich unter dieses wenig erfolgsversprechende Kapitel.
Das Kuriose daran: Fisher hatte seinen Vertrag erst unmittelbar vor der Saison um zwei weitere Jahre verlängert bis 2018/19, was allerdings erst kürzlich Anfang Dezember offiziell von Vereinsseite bestätigt worden war. Und nun, noch nicht einmal 24 Stunden nach der peinlichen 14:42-Heimpleite gegen die Atlanta Falcons mit zwischenzeitlichen 0:42-Rückstand , ließen die Rams sinnbildlich das Fallbeil sinken und beendeten die Zusammenarbeit mit dem 58-Jährigen. Als Interimscoach springt nun John Fassel (Special Teams Coordinator) ein.
In dem offiziellen Statement zur Entlassung heißt es von Rams-Besitzer Stan Kroenke: "Solche Entscheidungen zu treffen - gerade mitten in einer Saison - gehören zu den schwierigsten Entscheidungen im Sport. Ich habe größten Respekt von Jeff als Trainer, Persönlichkeit, Vater und Freund. Er hat immer hart gearbeitet - und dies trotz manch schwieriger Umstände." Abschließend kam Kroenke aber auch auf den Punkt: "Nichtsdestotrotz ist dies der richtige Zeitpunkt, um eine Veränderung vorzunehmen. Denn unsere Auftritte haben die Erwartungen meinerseits und der der Fans bei weitem nicht erfüllt."
Die Zahlen sprechen in der Tat eine desaströse Sprache: Seit 2004/05 verpassten die zuletzt noch als St. Louis Rams durch die NFL ziehende Truppe jedes Jahr die Play-offs, schlossen zehn von elf Spielzeiten mit einer negativen Bilanz ab. Nur 2006 beendete man die Regular Season mit acht Siegen und ebenso vielen Niederlagen.
Unter Trainer Jeff Fisher, seit 2012 im Amt, kam nur wenig Besserung auf: vier Spielzeiten, viermal Schlusslicht in der NFC West. Aktuell sieht es nicht besser aus - und das, obwohl auch inzwischen auf Draft-Pick Number One Jared Goff gesetzt wird: Nach einem Start mit 3:1 brach L.A. komplett ein und verschlechterte sich bis auf die aktuelle Bilanz von 4:9. Lediglich San Francisco (1:12) steht in der eigenen Division noch mieser da.
Weitere katastrophale Zahlenspiele gefällig? Die Gewinnrate lag unter der Regie von Fisher bei 0,409 (Rang 29 in der NFL), Punkte pro Spiel gelangen 18,8 (Rang 30). Insgesamt steht der Coach in seiner Trainerkarriere, die 1995 bei den Houston Oilers/Tennessee Titans (bis 2010) begonnen hatte und nun bei den Rams ein neuerliches Ende fand, bei satten 165 Niederlagen in 339 Spielen. Fisher (mit den Rams bei 31:45:1) liegt damit gleichauf mit Tom Landry, der dafür einst 418 Partien benötigte.
mag