17.01.2017
Star-Quarterback der Packers in der Kritik: Zwei Gesichter?
An Spannung kaum zu überbieten war das vierte Viertel zwischen den Dallas Cowboys und Green Bay Packers am vergangenen Sonntag. Zwischenzeitlich hatten die Käsestädter bereits deutlich mit 28:13 geführt, doch die Texaner meldeten sich furios zurück und glichen auf 31:31 aus. Letztlich hatten sie allerdings keine Chance gegen die Präzision von Aaron Rodgers und die Eiseskälte von Kicker Mason Crosby. Seitdem werden Loblieder über die beiden gesungen. Doch bei Rodgers tut sich auch Kritik auf - von familiärer Seite.
Dak Prescott, der in dieser NFL-Spielzeit grandios aufspielende Rookie-Quarterback der Dallas Cowboys, stand am Spielfeldrand und musste tatenlos mitansehen, wie sein Traum vom Super Bowl in Luft aufging. Einen Vorwurf machen konnte der 23-Jährige aber keinem Cowboys-Profi von seiner auf dem Feld stehenden Abwehr. Diese hatte Green Bays Quarterback Aaron Rodgers kurz zuvor sogar noch einen "Sack" zugefügt. Bei "3rd Down and 20" schleuderte der "Gunslinger" den Ball dann aber perfekt links an die Seite zu Jared Cook, der mit den Zehenspitzen einen spektakulären Catch verbuchte. Der Rest ist bekannt: Packers-Kicker Mason Crosby schritt wenige Minuten nach seinen Field Goal aus 56 Yards erneut aufs Feld und verwandelte zum 34:31-Endstand . "Er ist eine Maschine", zeigte sich Headcoach Mike McCarthy hinterher über seinen Kicker hocherfreut. Prescott derweil war bedient.
"Ich hasse es unter diesen Umständen", so der Kommentar des Rookies, der seinen Gegenüber Rodgers für dessen Leistung (356 Yards, zwei Touchdowns, eine Interception) nur loben konnte: "Er ist ein unglaublicher Quarterback."
Doch nicht nur Prescott lobte Rodgers für seine einmal mehr starke Leistung. Auch Tom Brady fand besondere Worte für "ARod". Der viermalige Super-Bowl-Sieger, der im Super Bowl 51 am 5. Februar in Houston/Texas auf den einmaligen Ringträger Rodgers in einem ultimativen Showdown treffen könnte, sagte: "Er macht Dinge, die kein anderer in der gesamten NFL kann." Als wöchentlicher Interviewgast bei "WEEI" ergänzte der vielleicht größte Quarterback der Geschichte : "Einige seiner Spielzüge sind schlichtweg phänomenal. Und ich hab einige davon gesehen. Jedes Mal, wenn ich die Möglichkeit habe, sehe ich mir seine Spiele an. Denn er lässt Schweres einfach aussehen. Er ist einfach ein grandioser Spieler."
Das sehen auch US-Journalisten und US-Kommentatoren regelmäßig so, die Rodgers (313 Pässe, 24 TDs und nur eine Interception in den vergangenen acht Spielen) häufig als womöglich spielerisch besten Quarterback der NFC-Geschichte bezeichnen.
Doch ein Schatten liegt auf seinem Namen: Rodgers wird nämlich vorgeworfen, gefühlskalt zu sein und keinen Kontakt mehr zu seiner Familie zu halten. Die "New York Times" hatte sich auf Spurensuche gemacht. "Ruhm kann Dinge verändern", sagt Vater Ed Rodgers, der mit seiner Frau Darla die drei Söhne Luke, Aaron und Jordan hat, gegenüber der Zeitung über sein berühmtestes Kind. Rodgers senior bestätigte, dass Aaron seit Ende 2014 nicht mehr mit seiner Familie gesprochen habe. In dem Jahr begann der Sportstar eine Beziehung zu Hollywood-Schauspielerin Olivia Munn. Angehörige und ehemals enge Freunde sollen teilweise nicht mal mehr seine aktuelle Handynummer kennen.
Wie viel davon wahr ist, erscheint fraglich. Sicher ist aber, dass Rodgers nicht jede Verbindung zu seiner Heimatstadt Chico/Kalifornien gekappt hat. "ARod" unterstützt dort seine alten Schul- und Uni-Mannschaften. "Das ist der alte Aaron", gibt auch Vater Ed Rodgers zu, der die aktuelle Beziehung mit seinem Kind als "kompliziert" bezeichnet: "Wir hoffen auf das Beste."
mag