17.10.2017
Anwalt des Quarterbacks reicht Beschwerde ein
Der durch seine Proteste gegen Diskriminierung weltweit bekannt gewordene Quarterback Colin Kaepernick hat Beschwerde gegen die nationale Liga (NFL) eingereicht. Im Kurznachrichtendienst Twitter bestätigte Kaepernicks Anwalt Mark Geragos den Vorgang. Der Spieler beklagt, wegen seiner Proteste heute ohne Verein dazustehen.
Kaepernicks Anwalt sprach davon, dass Sportler vor solch abgekartetem Verhalten geschützt werden müssten. "Colin Kaepernicks Ziel ist und bleibt, einfach von der Liga, für die er auf höchstem Niveau gespielt hat, fair behandelt zu werden und auf das Football-Feld zurückzukehren", schrieb Geragos.
"Wir können bestätigen, dass wir im Namen von Colin Kaepernick eine Beschwerde eingereicht haben", wird Geragos in einer Erklärung zitiert: "Wenn die NFL, wie auch alle professionellen Sportligen, eine Meritokratie bleiben will, dann sollten friedliche politische Proteste - welche die Besitzer selbst vor Wochen mit großem Theater imitiert haben - nicht bestraft werden."
Konkret attackierte Geragos auch den umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump, der in den vergangenen Wochen mit seinen Tweets und Äußerungen die Proteste in der NFL weiter verschärft hatte : "Sportlern sollte die Beschäftigung nicht verweigert werden auf der Basis von parteiischen politischen Provokationen durch die Exekutive unserer Regierung. Ein solcher Präzedenzfall bedroht alle patriotischen Amerikaner und erinnert an die dunkelsten Tage unserer Nation."
Kaepernick hatte 2016 als Quarterback der San Francisco 49ers ein Zeichen gegen Polizeigewalt setzen wollen und kniete während des Spielens der Nationalhymne nieder . Andere Spieler auch in anderen Sportarten schlossen sich an. Die Proteste flammten auch in der neuen Saison auf - sehr zum Ärger von US-Präsident Donald Trump, der diese Form des Protestes als unpatriotisch verurteilt.
dpa/sid