03.11.2017
NFL: Running Back der Dallas Cowboys fehlt doch nicht
Das soll noch einer verstehen: Ezekiel Elliotts Sechs-Spiele-Sperre trat erst am Dienstag wieder in Kraft und ist nun doch wieder ausgesetzt - bis es dann in der kommenden Woche wieder von vorne losgeht.
Das schier ewige Hin und Her um die Sperre von Ezekiel Elliott, das in der Tat einem Schlagabtausch der beiden Seiten in einem Ring gleicht, geht schon wieder in eine neue Runde: Der 22-Jährige war am Montag (Ortszeit) vor Gericht gezogen, um gegen die ihm auferlegte Sechs-Spiele-Strafe der NFL vorzugehen. Der Running Back blieb jedoch ohne Erfolg.
Elliotts Forderung nach einer einstweiligen Verfügung gegen die Strafe war von der zuständigen Richterin Katherine Failla abgelehnt worden. Damit trat seine Sperre von sechs Spielen wieder in Kraft.
Am Freitag nun die nächste Akte: Die NFL Players Association hat Elliotts erneutem Einspruch stattgegeben und ihn für das Spiel am Sonntag gegen die Kansas City Chiefs freigesprochen. Allerdings auch nur für diese eine Partie. Danach tritt die Sperre - zumindest vorerst - wieder in Kraft.
Rückblick: Der 22-jährige Star wurde vor Beginn der Saison wegen des Vorwurfs von mehrfacher häuslicher Gewalt gegen seine damalige Freundin Tiffany Thompson im Juni 2016 von der Liga gesperrt. Er selbst bestreitet seitdem die Vorwürfe vehement - und ist strafrechtlich nicht belangt worden.
Nach der veranlassten Sperre der NFL, die unabhängig von strafrechtlichen Urteilen selbst Maßnahmen ergreifen kann, folgte zunächst die erfolgreiche Berufung des "United States District Court des Eastern District of Texas". Somit war Elliott vorläufig wieder spielberechtigt, ehe das Bundesberufungsgericht wiederum einschritt und die Strafe zwischenzeitlich wieder ins Leben rief.
Mitte Oktober dann ein Erfolg für den Profi: Ein Richter beim "Southern District Court of New York" entschied im Zuge der Akte Elliott auf eine einstweilige Verfügung hinsichtlich seiner wieder erneuerten Sperre von sechs NFL-Spielen. Damit durfte der Läufer nach der zuletzt freien Woche (Bye Week) am vergangenen Sonntag beim Gastspiel in Washington D.C. entgegen der Erwartungen doch wieder ran - und lieferte erneut eine starke Leistung ab ( 150 Rushing Yards und zwei Touchdowns beim 33:19-Erfolg bei den Redskins ).
Ein sportlicher Verlust ist der Wegfall von Elliott für die Dallas Cowboys, die sich mit einer Bilanz von 4:3 in der NFC East gegen die Konkurrenz aus Philadelphia (7:1) und Washington (3:4) noch ordentlich anstrengen müssen, allemal: Der Running Back (zweites NFL-Jahr) hat in bislang sieben Einsätzen stolze 690 Rushing Yards, sechs Touchdowns sowie 210 Receiving Yards plus zwei Receiving TDs erreicht.
Sollte es nun nicht doch noch einmal eine Wende geben und die Sperre tatsächlich in Kraft treten, verpasst Elliott fast die gesamte restliche Regular Season. Er würde in den Duellen mit Atlanta, Philadelphia, Los Angeles (Chargers), Washington, New York (Giants) und Oakland fehlen - was für Unmut im Lager der Texaner sorgt.
Ausgesprochen von Cowboys-Besitzer Jerry Jones: "Nach dem Einblick, den ich in diesem Fall habe, bin ich absolut der Meinung, dass nicht fair mit ihm umgegangen wird. Vor zwei Jahren wäre das alles kein Problemfall gewesen. Zeke ist ein Opfer der Überkorrektheit." Er zahle für die Fehler, die die NFL damals im Falle Ray Rice gemacht habe. Der damalige Running Back der Baltimore Ravens war mit einem Video, das einen K.-o.-Schlag in einem Aufzug gegen seine damalige Verlobte Janay Palmer zeigte, überführt worden. Die NFL hatte den Spieler damals aber nur für zwei Spiele gesperrt, ehe Baltimore auf den öffentlichen Druck reagierte, Rice entließ und die Liga den Akteur schließlich auf unbestimmte Zeit doch noch sperrte.
mkr/mag