08.11.2017
Die Los Angeles Rams überraschen unter McVay weiter
Nach seiner missratenen Rookie-Saison spielt Jared Goff in Jahr zwei groß auf. Gemeinsam mit Running Back Todd Gurley bildet der Quarterback bei den Los Angeles Rams ein Erfolgsduo, das durch einen Trainer ergänzt wird, der "immer eine Antwort parat hat".
Lange war von einer Quarterback-Klasse nicht mehr so wenig erwartet worden, wie von jener im Draft-Jahr 2016. Als Jared Goff an eins von den Rams und Carson Wentz an Position zwei von den Eagles gepickt wurde, hatten sich mehrere Experten verwundert die Augen gerieben und sahen sich bestätigt, nachdem Wentz ein durchwachsenes, und Goff ein durchaus katastrophales Rookie-Jahr hinter sich gebracht hatten.
Und ein bisschen im Schatten vom famos aufspielenden Wentz ist die Wandlung von Goff in Saison zwei womöglich noch höher einzuschätzen. Der 22-Jährige hat es in nur wenigen Monaten geschafft, von NFL-untauglich auf MVP-Kandidat zu wechseln.
Die 4:12-Spielzeit 2016, die unproduktivste Offense der Liga (14 Punkte im Schnitt) und der vermeintlich fatale Fehlgriff im Draft - all das mutet nicht mal ein Jahr später beinahe lächerlich an.
Dafür musste sich aber einiges tun im südlichen Kalifornien. Mit Tackle Andrew Withworth und Center John Sullivan hat die Offensive Line dringend benötigte Verstärkung erhalten, mit Sammy Watkins, Robert Woods und Cooper Kupp steht Goff nun ein ausgewechseltes wie taugliches Receiving-Corps zur Seite.
Der wohl größte Einschnitt fand jedoch auf der Trainerbank statt: Der 59-jährige Jeff Fisher wurde durch den 31-jährigen Sean McVay ersetzt. Ein mutiger Schritt, den der ehemalige Offensive Coordinator der Washinton Redskins frühzeitig belohnte.
Sein Verständnis von Offensive und die Idee, mit der McVay sein Team aufs Feld schickt, ist abwechslungsreich und noch dazu spektakulär. Die ehemals schwächste Offense ist jetzt die beste (32,9 Punkte im Schnitt).
McVay, der um 4 Uhr morgens zum Trainingsgelände aufbricht und es natürlich als Letzter verlässt, hat Goff trotz seiner schlechten Vorsaison (fünf Touchdowns bei sieben Interceptions und nur 1.089 Yards) weiterhin das Vertrauen geschenkt, L.A.'s Nummer 16 zahlt es mit beeindruckenden Werten zurück. Schon nach der Hälfte der Regular Season weist Goff bereits 13 Touchdowns (vier INT) und 2.030 Yards Raumgewinn auf.
Warum klappt es unter McVay nun so viel besser? "Weil wir den Ball an alle verteilen", gab Goff unlängst Auskunft. "Das macht es mir sehr einfach. Es gibt immer eine gute Option. Wir haben hier so viele talentierte Spieler und der Coach hat immer eine Antwort parat."
Ergänzt wird das Bild - zumindest in der Offensive - durch den besten Scorer der Liga. Running Back Todd Gurley, schon im letzten Jahr einer der wenigen Lichtblicke, fand den Weg in die Endzone bereits zehnmal - ob als Rusher oder Receiver.
Das mündet bis dato in Platz eins der NFC West vor den Seattle Seahawks und mit 6:2 in der besten Bilanz seit 2001 - damals endete der Weg erst im Super Bowl. Der vergangene 51:17-Sieg in New York war bereits das dritte Spiel in dieser Saison mit mindestens 40 Punkten.
Goff benötigte dabei gerade einmal 14 angekommene Pässe für 311 Yards und vier Touchdowns (Passer-Rating: 146,8!). Viele Dinge seien an diesem Sonntag im MetLife-Stadium in East Rutherford sehr gut gewesen, lobt McVay anschließend, "aber Jared hat heute eine Show abgeliefert. Er hat das Team sehr gut geführt und auswärts gegen einen starken Gegner eine hervorragende Balance gefunden."
mkr