30.11.2017
Quarterback der New England Patriots erstrahlt nach wie vor
Etliche Male ist Tom Brady als quasi realer Fall des "Benjamin Button" in Anlehnung an die Hollywood-Verfilmung mit Brad Pitt bezeichnet worden. Aus gutem Grund: Denn "TB12" und seine New England Patriots stehen trotz schläfrigem Saisonstart inzwischen bei 9:2 - und haben jüngst Miami mit 35:17 vom Feld gekehrt. Der nach wie vor frisch aufspielende Brady warf dabei vier Touchdown-Pässe und avancierte obendrein schon jetzt mit seinen 26 TDs zum besten 40-jährigen Spielmacher einer NFL-Saison.
Die NFL hat gewählt und wählen lassen. Das Ergebnis: Tom Brady ist im Monat November der beste Offensivspieler der gesamten American Football Conference (AFC) - diese monatliche Ehrung hat der fünfmalige Champion bereits zum zehnten Mal erhalten (NFL-Rekord). Das "Warum" liegt auf der Hand: Der inzwischen 40-jährige Star-Quarterback hat in jedem seiner letzten drei Spiele jeweils mindestens drei Touchdown-Pässe geworfen. Seine genaue Bilanz nach dem 41:16 in Denver, dem 33:8 in Mexi City gegen Oakland sowie dem 35:17 gegen Miami : zehn TDs, nur eine Interception plus 833 Yards.
Sein gesamtes Abschneiden in dieser Saison sieht nicht minder beeindruckend aus: Bei einer starken Passquote von 68,4 Prozent hat "Tom Terrific" schon wieder 3374 Yards und 26 Touchdowns bei nur drei Interceptions und fünf Fumbles vorzuweisen. Werte, von denen ein Großteil der NFL-Spielmacher nur träumen kann - und Werte, die Brady im zarten Alter von 40 (!) Jahren vorweist.
Mehrmals hat der Routinier schon betont, dass er noch lange nicht ans Karriereende denkt. "Ich sage immer bis Mitte 40, was natürlich erst einmal etwa 45 bedeutet. Wenn ich an diesen Punkt komme, und mich noch so fühle, wie heute - dann sehe ich nicht, warum ich nicht weitermachen sollte", lautet zum Beispiel ein Zitat. Sein Geheimnis hinter der Jugend im Alter? Absolut bewusste Ernährung, Top-Erholung, Fitnesstraining & Co. halten Brady jung, frisch und gesund - und für den harten Football-Sport fit.
Das alles beschreibt der Elite-Profi selbst in seiner Biographie "The TB12 Method: How to Achieve a Lifetime of Peak Performance", in der es unter anderem darum geht, die Muskeln mit speziellem Training geschmeidig und biegsam zu halten. "Das ist nicht nur etwas für Profisportler. Jeder, der lange ein gesundes Leben führen will, kann das damit erreichen", sagt Brady selbst. Er befinde sich damit auf einer Art Mission - und möchte mit seinen Trainingsformen, seiner täglichen Körperarbeit eine regelrechte Bewegung lostreten.
Auch Hits scheinen den Star der Pats, der einst im NFL-Draft 2000 an 199. Stelle gezogen worden war, nicht erschüttern zu können: Beim jüngsten 35:17 gegen AFC-East-Rivale Miami hatte er davon acht Stück kassiert. Seine Reaktion in der "Kirk and Callahan Show": "Das war wie erwartet ein hart geführtes Footballspiel, da gehört so etwas dazu. Ein paar Behandlungen - und ich steht wieder auf der Matte." Keiner der Hits habe allerdings "die Grenze des Erlaubten überschritten".
Allgemein macht sich der Routinier auch keine großen Gedanken um Verletzungen: "Wenn sich Athleten verletzen, dann sollten sie nicht ihren Sport oder ihr Alter dafür verantwortlich machen. Verletzungen passieren nämlich immer dann, wenn der Körper nicht in der Lage ist, die Kräfte, die auf ihn einwirken, zu absorbieren."
Um eine mögliche Titelverteidigung nach dem sensationellen Comeback-Sieg während Super Bowl LI (51) am 6. Februar 2017, dem 34:28 n.V. nach 3:28-Rückstand gegen die Atlanta Falcons, will sich Brady im Übrigen keine Gedanken machen. Erst einmal soll New England zum neunten Mal in Folge in die Play-offs geführt werden. Dazu braucht es am kommenden Sonntag (19 Uhr) bei den Buffalo Bills den achten Sieg in Folge. Wenig verwunderlich, dass "TB12" dabei abermals Geschichte schreiben kann: Sollte Brady ein Erfolgserlebnis bei den Bills einfahren, wäre dies sein insgesamt 27. Sieg gegen Buffalo. Mehr Siege gegen ein Team hat in der NFL-Historie kein Spielmacher geschafft (Packers-Legende Brett Favre steht bei 26 gegen Detroit).
Sein bescheidener Kommentar dazu: "Nach Buffalo so spät in einer Saison reisen zu müssen, ist immer besonders schwierig. Sie haben außerdem zuletzt stark gespielt und die Kansas City Chiefs besiegt. Wir selbst wissen, wie schwer das ist (27:42-Niederlage in Week 1; Anm.d.Red.)." Allerdings dürften auf der andere Seite auch alle noch kommenden Rivalen wissen, wie schwer es ist, gegen Tom Brady zu spielen - gegen einen Mann, der sich offenbar auch mit 40 Jahren noch unendlich stark motivieren kann...
mag