05.12.2017
NFL, Week 13, Monday Night: Unschöne Szenen im Duell der Erzrivalen
Die Cincinnati Bengals waren mit großen Tönen ins klassisch mit viel Härte und Spott versehene AFC-North-Duell mit den Pittsburgh Steelers gegangen. Das Divisions-Aushängeschild aus "Steel City" sollte mal wieder eine Pleite kassieren. Doch daraus wurde nichts: Denn obwohl Cincy furios loslegte (17:0), stand am Ende ein 20:23. Unschön: Etliche Schatten lagen über dieser abermals hässlichen Football-Schlacht.
Bengals-Linebacker Vontaze Burfict ist wahrlich kein Kind von Traurigkeit, der Abwehrmann sorgt reihenweise für kleinere Skandale auf dem Feld - und für Provokationen daneben. Der heute 27-Jährige hatte im Januar 2016 dem schutzlosen Steelers-Receiver Antonio Brown einen heftigen Helmet-to-helmet-Hit verpasst, Brown war daraufhin mit einer Gehirnerschütterung ausgefallen. "Ich bin froh, dass ich immer noch in euren Köpfen bin", entgegnete Burfict damals via Twitter auf die Kritik.
Nach dem Play-off-Duell in der Wild-Card-Runde 2015 war er zudem wegen unsportlichen Verhaltens und übertriebener Härte für drei Spiele gesperrt worden. Hinzu kam eine Geldstrafe von 12.154 US-Dollar nach dem 14:29 Ende Oktober 2017, weil er Roosevelt Nix gegen den Helm getreten hatte. Danach wurden sogar Forderungen laut, den Übeltäter dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen. Diesmal sollte das Duell der Erzrivalen zum Abschluss von Week 13 allerdings für Burfict übel enden.
In einer überragenden ersten Bengals-Hälfte (17:3) war vor allem der seit Wochen wieder aufblühende Quarterback Andy Dalton für die Punkte auf dem Scoreboard verantwortlich. Nach durchwachsenem Saisonstart (neun Touchdowns, acht Interceptions in den ersten sechs Spielen) dreht er richtig auf (elf TDs, keine Int.).
Der 30-jährige Rotschopf ("The Red Rifle") bot all sein Können auf: am Abzug unter zwei Sekunden? Kein Problem! Punktgenaue Würfe in eigentlich bestens abgedeckte Zonen? Easy! Zuspiele ganz nah an die Seitenlinie? Alltag! Stark auch das Zusammenspiel mit Star-Receiver A.J. Green, der gleich zwei Touchdowns eintütete. Das Duo gehört damit zur absoluten NFL-Elite: Mehr TDs als Dalton/Green (52) haben seit deren Zusammenführung 2011 nur Aaron Rodgers/Jordy Nelson aus Green Bay (59) und Ben Roethlisberger/Antonio Brown (59) eingefahren.
Apropos "Big Ben" und "AB": Die beiden Steelers-Stars fanden zwar auch einige Male für wichtige First Downs zusammen, so richtig in Fahrt kamen die "Killer B's" aber anfangs im mit 56.029 Zuschauern besetzten Paul Brown Stadium nicht. Auch Running Back Bell schaffte bis auf einen Touchdown-Rush über 35 Yards zum zwischenzeitlichen 10:17 zunächst nicht allzu viel.
Im strömenden Regen sollte das Star-Trio aber noch richtig aufdrehen: Nach einer frühen Interception tütete Roethlisberger am Ende 290 Yards und zwei TDs ein, während Brown auf 101 Yards und einen TD kam und Bell ein wahres Fest lieferte (76 Rushing Yards, 106 Receiving Yards, ein TD).
Der 17:0-Vorsprung der Bengals in Halbzeit zwei schmolz immer weiter, wenige Augenblicke vor Ende stand schließlich ein 20:20 auf dem Scoreboard. Und wie schon in Week 12 gegen Green Bay (31:28) brauchte nur Kicker Chris Boswell anzurücken - und auf 23:20 stellen.
Die Freude über den siebten Sieg in Serie wurde für Pittsburgh (10:2) aber getrübt: Bereits in Quarter 1 hatte sich Linebacker Ryan Shazier offenbar schwer am Rücken verletzt. Der 25-Jährige konnte nach ersten Erkenntnissen seine Beine nicht mehr bewegen und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht.
Sorge auch im Lager der Bengals (5:7), bei denen Burfict nach einem üblen Hit von Steelers-Receiver JuJu Smith-Schuster ebenfalls abtransportiert werden musste. Hinterhältig auch der späte Hit von Bengals-Safety George Iloka gegen Brown nach dessen Touchdown zum 20:20.
"Das ist eben AFC-North-Football", meinte Roethlisberger nach einem hässliche Duell der Erzrivalen mit unzähligen viel zu späten üblen Hits. Damit sollte das, was sich im Monday Night Game ereignete aber nicht einfach abgetan werden. Oder wie "ESPN" schrieb: "Man kann Football lieben, aber das hassen, was sich am Montag in Cincinnati abgespielt hat."
Dallas - Washington 38:14
Atlanta - Minnesota 9:14
Baltimore - Detroit 44:20
Buffalo - New England 3:23
Chicago - San Francisco 14:15
Green Bay - Tampa Bay 26:20 (OT)
Jacksonville - Indianapolis 30:10
Miami - Denver 35:9
New York Jets - Kansas City 38:31
Tennessee - Houston 24:13
Los Angeles Chargers - Cleveland 19:10
New Orleans - Carolina 31:21
Arizona - Los Angeles Rams 16:32
Oakland - New York Giants 24:17
Seattle - Philadelphia 24:10
Cincinnati - Pittsburgh 20:23
mag