05.03.2018
Astronomische Quarterback-Deals stehen im Raum
Kirk Cousins befindet sich auf dem freien Markt - und im stillen Kämmerlein bereiten Kandidaten wie die Denver Broncos, New York Jets, Arizona Cardinals oder Cleveland Browns ihre sicherlich ausgiebigen Angebote vor. Das Prozedere warten auch die Green Bay Packers ab. Warum? Weil ihr Star-Quarterback Aaron Rodgers im Anschluss den größten Vertrag aller Zeiten erhalten soll.
Nach dem Trade von Alex Smith zu den Washington Redskins war allen in der National Football League klar, dass Star-Quarterback Kirk Cousins die US-Hauptstadt verlässt und sich einem neuen Franchise anschließen wird. Der 29-Jährige ist somit derzeit das heißeste Eisen in der Mitte März anlaufenden Free Agency - und wird aller Voraussicht nach den besten Spielervertrag aller Zeiten erhalten sowie den aktuellen Top-Verdiener Jimmy Garoppolo von den San Francisco 49ers überholen. Jener "Jimmy G" erhält trotz erst sieben absolvierter NFL-Spiele (allesamt gewonnen) stolze 137,5 Millionen US-Dollar in den nächsten fünf Jahren, 74 davon garantiert.
Doch welche Klubs kommen eigentlich in Frage für Cousins? Wer sucht händeringend nach einem Top-Spielmacher? Eine Übersicht...
Denver Broncos: Unter General Manager John Elway, selbst ehemaliger Quarterback und zweimaliger Super-Bowl-Champion mit den Broncos (1997/98, 1998/99), hat sich Denver zu einer Institution entwickelt. Das NFL-Franchise aus dem US-Bundesstaat Colorado gilt als stabil - und stellt seit Jahren eine der besten Abwehrreihen der Liga um Größen wie Star-Linebacker Von Miller. Doch auf der QB-Position hapert es seit dem Abgang von Legende Peyton Manning - Stichworte mit Mängelzeugnissen: Brock Osweiler, Trevor Siemian, Paxton Lynch.
New York Jets: Auch in der Weltmetropole sehnt man sich nach inkonstanten Jahren mit Quarterbacks wie Josh McCown, Ryan Fitzpatrick, Geno Smith oder Mark Sanchez nach einer Elite-Lösung. Dem Vernehmen nach tüfteln die Jets dabei an einem unmoralischen Angebot: Die Rede ist von garantierten mehr als 30 Millionen US-Dollar pro Jahr.
Arizona Cardinals: Die Cards haben den 38-jährigen Carson Palmer, der in Rente gegangen ist, verloren - können allerdings ein weiteres Jahr auf den routinierten Top-Receiver Larry Fitzgerald setzen. Zusammen mit Cousins könnte dies ein famoses Duo werden. Anfragen wird es aller Voraussicht nach geben, schließlich hat Arizona aktuell nicht einen einzigen Spielmacher im Roster unter Vertrag.
Cleveland Browns: Schlechte Teams werden immer aufgezählt, wenn Stars auf dem Markt verfügbar sind. Und Cleveland ist das schlechteste NFL-Team der Neuzeit - das steht nach einer 0:16-Saison außer Frage. Können die Browns einem Cousins aber genug Anreize bieten?
Sicher ist derweil: Cousins' kommender Kontrakt wird heftige Auswirkungen andernorts haben - vor allem in Green Bay. Denn dort haben sich in den vergangenen Tagen die Anzeichen verdichtet, dass die Packers eher früher wie später den in zwei Jahren auslaufenden Vertrag von Top-Mann Aaron Rodgers ausdehnen wollen. Der "Gunslinger", der mit 34 Jahren für einen Quarterback noch nicht zum alten Eisen gehört und nach seinem Schlüsselbeinbruch 2018 wieder voll angreifen wird, soll fix gebunden werden.
Doch das wird nur mit mächtig Schotter gehen, wie zahlreiche US-Medien vermelden: Wenn nämlich Parteien wie Garoppolo oder Cousins (jeweils kein Titel) schon richtig absahnen, dann müsse der oftmals als qualitativ bester QB der NFL bezeichnete Rodgers den größten Kontrakt aller Zeiten erhalten. Und so werden die bereits gut gestarteten Verhandlungen in der Käsestadt etwas auf Eis gelegt - und der Verlauf in der Causa Cousins abgewartet.
Packers-Präsident Mark Murphy hatte jüngst diesbezüglich erklärt, dass man bereits in Kontakt mit Rodgers' Berater gewesen sei - und sagte, dass die beiden Seiten produktive Gespräche bezüglich einer Vertragsverlängerung hatten. "Wir haben uns schon extrem nah angenähert. Rodgers' Verlängerung wird aber nicht vor dem Cousins-Deal abgewickelt sein", erläuterte Murphy detailliert.
Der zweimalige MVP und einmalige Super-Bowl-Champion (31:25 gegen Pittsburgh am 6. Februar 2011) steht aber wie erwähnt noch unter Vertrag: 2013 hatte "ARod" schließlich bis 2019 verlängert - für 110 Millionen US-Dollar Volumen. Und so kann sich Green Bay ohne Stress noch Zeit lassen. Eine Frage aber stellt sich: Will Rodgers, was rein objektiv sein Recht zu sein scheint, die Packers mit dem dann größten Kontrakt aller Zeiten ausnehmen - oder ist er zu Kompromissen bereit, damit auch noch was im Salary Cap für Receiver-Waffen & Co. übrig bleibt? Das sollte auch ganz in seinem Interesse sein...
mag