22.11.2018
NFL, Week 12: Interceptions brechen Lions das Genick
Die erste Thanksgiving-Paarung wartete mit einem direkten Division-Duell auf, das die Chicago Bears bei den Detroit Lions mit 23:16 gewannen. Die Bears nähern sich damit den Play-offs, die für die Lions nun in weite Ferne gerückt sind.
Noch vor zwei Wochen, als beide Traditions-Franchises schon einmal aufeinandergetroffen waren, erzielte Bears-Quarterback Mitch Trubisky starke 355 Yards (drei Touchdowns) und lief ein weiteres Mal höchstpersönlich in die Endzone. Doch an Thanksgiving stand der 24-Jährige nicht zur Verfügung - er wurde durch eine Schulterverletzung in die Zuschauerrolle verbannt. Der Ersatz des letztjährigen First-Round-Draftpicks war der acht Jahre ältere Chase Daniel, für den es allerdings erst der dritte Karriere-Start war: Zuvor war der Back-Up in den meisten Fällen nur zum Abknien auf den Turf gekommen. Seine Aufgabe war es, Chicagos Siegesserie von vier hintereinander gewonnenen Begegnungen aufrechtzuerhalten und damit den Vorsprung im Division-Tableau auszubauen.
Beide Teams, mit Matt Nagy und Matt Patricia jeweils von einem Rookie-Coach trainiert, erwischten sowohl was das Pass- als auch was das Laufspiel anging, einen Kaltstart. Unkonzentrierte Plays waren leichte Beute für gut eingestellte Defensivreihen. Kurios: Bereits im ersten Quarter wurde öfter gepuntet als im gesamten Wahnsinns-Duell zwischen den Los Angeles Rams und den Kansas City Chiefs (54:51). Zu Beginn des zweiten Viertels recoverte Chicago einen von Shead erzwungenen Fumble, aus dem die Bears aber keinen Profit schlagen konnten.
Dennoch war es den Lions vorbehalten, den ersten Score aufs Scoreboard zu bringen: Nach einem glücklichen, weil abgefälschten, First Down-Pass - um ein Haar wäre Stafford interceptet geworden - tankte sich Runningback Blount robust durch mehrere Verteidiger hindurch zum ersten Touchdown der Partie. Chicagos nur 1,68 Meter großer Runningback Cohen erreichte in der Folge freistehend einen Daniel-Pass von der 27-Yard-Linie nicht. So mussten sich die Bears mit dem Field Goal anfreunden - 3:7.
Anders als erwartet lag der Fokus der Gäste im Ford Field nicht nur auf dem Laufspiel. Daniel wurde mit der Zeit sogar immer stärker. Die logische Konsequenz war der zweite Karriere-Touchdown für den aushelfenden Passgeber, gleichzeitig der erste für Passempfänger Mizzell. Die überraschende anschließende 2-Point-Conversion missglückte - 9:7.
Nach Wiederbeginn machte gerade die Lions-Defense da weiter, wo sie aufgehört hatte - während die der Bears, besonders gegen den Lauf, verwundbarer wurde. Detroit-QB Stafford, lange kein wirklicher Faktor, drehte zum idealen Zeitpunkt ebenfalls auf. Bei Second & Goal überließ er das Ei dennoch seinem Runningback, Blount erlief seinen zweiten TD des Nachmittags. Es folgte eine weitere fehlgeschlagene 2-Point-Conversion. Emsig näherte sich Chicago im Gegenzug der Red Zone der Lions an, diesmal funktionierte die Kombination Daniel-Cohen - nächster Führungswechsel, 16:13 Chicago.
Auch weil Receiver Golladay mächtig aufdrehte und Stafford seine Waffen abwechselnd einsetzte, schien es, als würden die Lions in der Schlussphase die Oberhand gewinnen. Receiver Roberts bekam den Versuch beim Third & Goal aber gegen den Helm. Das verwandelte Field Goal bedeutete den Ausgleich zum 16:16. Der Verteidigungsreihe der Hausherren war am Donnerstagnachmittag kein Vorwurf zu machen, zeitnah schickten sie ihren Quarterback wieder auf den Kunstrasen. Doch schließlich sollte es die mitunter löchrige Bears-Defense sein, die wiederum ihren Farben einen entscheidenden Vorteil verschaffte: Satefy Jackson pickte einen Stafford-Pass und trug das Spielgerät bis in die Endzone - aus dem Nichts, 23:16.
Ein weiterer Blount-Run (27 Yards, Season-high) hielt den Gastgeber am Leben, doch Staffords zweite Interception besiegelte das Schicksal der Lions. Der unglückliche Stafford konnte seinen Rekord für die meisten Yards der Geschichte an Thanksgiving ausbauen, den für die meisten Touchdowns konnte er Ex-Dallas-QB Tony Romo jedoch nicht abjagen. Dazu muss gesagt sein, dass mit den Lions und den Cowboys zwei spezielle Franchises an Thanksgiving traditionell immer ein Heimspiel haben. Chicago führt die NFC North souverän mit 8:3 Siegen an, Detroit (4:7) hat als Schlusslicht kaum noch Chancen auf die Play-Offs.
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