17.12.2018
Patriots-Star Gronkowski wirft Fragen auf
Die New England Patriots sind bezogen auf eine Play-off-Teilnahme voll auf Kurs - trotz der verdienten 10:17-Pleite bei den starken Pittsburgh Steelers. Trotzdem tun sich Fragezeichen auf: Reicht die Qualität für Super-Bowl-Teilnahme Nummer neun? Ist Tight End Rob Gronkowski noch fit genug? Hat Tom Brady noch Lust?
Mit einer Bilanz von 9:5 sind die Patriots aktuell auf dem drittbesten Rang des AFC-Play-off-Pictures, haben aufgrund der Niederlage in Pittsburgh allerdings nicht nur die Kansas City Chiefs (11:3), sondern auch die Houston Texans (10:4) vor sich im Tableau stehen. Bedeutet im Klartext: Zwei Wochen vor Ende der Regular Season würde New England aktuell in die Wild-Card-Round gehen müssen. Durchaus interessant: In jeder der acht Super-Bowl-Seasons unter Trainer Bill Belichick und Superstar Tom Brady (fünf Titel, drei Final-Pleiten) gab es je eine Bye-Week zu Beginn der Endrunde.
Klar, dass die Pats dieses Szenario vermeiden wollen in den beiden letzten Spielen gegen Buffalo am Sonntag (19 Uhr) und gegen die New York Jets am 30. Dezember. Doch obwohl Belichick/Brady wohl abermals beeindruckende Fakten aufstellen werden (bei einem weiteren Sieg würde der zehnte AFC-East-Sieg in Folge sowie die zehnte Play-off-Teilnahme in Serie feststehen), so stellen sich gerade auch zahlreiche NFL-Experten Fragen.
Die wichtigsten dabei: Was war los in Pittsburgh, wo Brady im vierten Quarter beim Stand von 10:14 eine wilde Interception unterlief - und die gesamte Offense eine Aufholjagd zwei Minuten vor Schluss eher mit ungenauen Spielzügen verpasste? Und warum hat das erfolgsverwöhnte Franchise aus Foxboro, Massachusetts zum ersten Mal seit Week 15/16 im Jahr 2002 wieder zwei Dezember-Spiele in Folge verloren ( bei den Dolphins beim "Miami Miracle" ) sowie zum ersten Mal seit 2009 ganze fünf Partien schon in den Sand gesetzt?
Ganz einfach: Die Offense klickt nicht so, wie sie gewohntermaßen zu diesem späten Saison-Zeitpunkt klickt. In der "Steel City" nutzten Julian Edelman, "Gronk" & Co. lediglich drei von zehn Third Downs und erlaubten sich unfassbare 14 Strafen für minus 106 Yards (Höchstwert seit 2014). Außerdem warf Brady am Ende des Spiels noch zweimal in Richtung Gronkowski und einmal in Richtung Edelman, ohne seinen beiden Star-Anspielstationen aber auch nur ansatzweise eine wirkliche Catch-Chance zu geben.
Rex Ryan, ehemaliger Trainer der Buffalo Bills oder New York Jets, langjähriger Belichick-Rivale und heutiger ESPN-Experte, sagt deswegen klipp wie klar: "Das ist nicht das Patriots-Team, das man gemeinhin kennt. Wenn man sich Gronkowski ansieht, der ist einfach nicht gesund. Wenn man sich Brady ansieht, das sieht nicht nach einem altbekannten Brady aus. Dieses Team wirkt verwundbar, müde, wund. Wenn man also am Ende nicht die Bye-Week bekommt, dann haben die Patriots ein richtiges Problem."
Aus dem eigenen Lager hört man ebenfalls Selbstkritik, die klarmacht, dass sich das Team derzeit ein paar Sorgen macht. Der fünfmalige Champion Brady, der am Rande als erst vierter Quarterback die Marke von 70.000 Yards erreicht hat, hat selbst erkannt und ohne Umschweife zugegeben: "Wir haben Möglichkeiten viel zu einfach liegengelassen, das fasst es gut zusammen. Es hat in Pittsburgh immer wieder Chancen für uns gegeben, doch wir haben sie nicht genutzt. Ich wünschte natürlich, dass am Ende etwas anders herausgekommen wäre - diese und letzte Woche -, doch dem ist nicht so. Also müssen wir weiter hart arbeiten, um wieder besser zu werden." Und weiter: "Es geht darum, zu unserem gewohnten Rhythmus zu finden - und insgesamt wieder einen besseren Job zu machen. Dafür haben wir zuletzt zu wenig unternommen. Das fühlt jeder im Team - und das betrifft am Ende des Tages nicht einen allein, sondern das gesamte Kollektiv."
Sein Trainer Belichick pflichtet seinem langjährigen Schützling bei: "Ich bin stolz auf meine Jungs, ohne Zweifel. Sie haben alles gegeben. Doch am Ende des Tages hat Pittsburgh mehr Plays gehabt. Sie haben etwas mehr unternommen als wir und so verdient gewonnen."
mag