19.02.2019
Wide Receiver kehrt den Steelers endgültig den Rücken zu
Die Zukunft von Antonio Brown bleibt offen. Eine Entscheidung ist aber gefallen: Der Wide Receiver wird auf keinen Fall mehr für die Pittsburgh Steelers auflaufen. Das hat ein Gespräch ergeben. Außerdem ist der 30-Jährige offen für Angebote - schließlich sei er "der Beste auf der Welt" und das unschuldige Lamm bezogen auf Trainer und Quarterback. Ob's stimmt?
Die Saga von Antonio Brown findet nach wie vor keine Ende. Nach Wochen voller Ereignisse wie dem Verpassen des Teamtrainings kurz vor Saisonende, einer nicht angetretenen Untersuchung, eines Auftritts in einer US-Gesangs-Show, anderer Verfehlungen sowie einem wohl übergeordneten Zerwürfnis mit Steelers-Trainer Mike Tomlin oder auch Quarterback Ben Roethlisberger geht der Wide Receiver endgültig neue Wege .
Ein zweites Treffen mit Pittsburghs Präsident Art Rooney II, der vergangene Woche erst noch vor verschlossener Tür gestanden haben soll, hat Folgendes ergeben: Beide Parteien sind sich einig, dass Brown den Klub verlassen wird und sich neuen Football-Zielen hingibt.
"Ich hatte heute ein gutes Treffen mit Herrn Rooney. Wir haben viele Dinge besprochen und haben bei einigen Problemen reinen Tisch gemacht!", so der Passempfänger via Twitter. "Wir waren uns einig, dass es Zeit ist, getrennte Wege zu gehen - aber ich werde immer Wertschätzung und Dankbarkeit für die Rooney-Familie und die Steelers-Organisation haben."
Damit ist der Weg in Richtung eines neuen Arbeitgebers offen - und so müssen die Steelers ab sofort Angebote einholen, um einen Trade-Partner zu finden, mit dem ein für beide Seiten sinnvoller Deal stattfinden kann. Sicher ist: Brown dürfte trotz seiner offenkundig schwierigen Verhaltensweisen und unschönen Äußerungen via Social Media begehrt sein - und gilt selbstredend als einer der besten Receiver der gesamten NFL. Davon zeugen seine reinen Leistungen auf dem Platz: Insgesamt brachte es der Top-Athlet, der 2010 im NFL-Draft in der 6. Runde an 195. Stelle von Pittsburgh gewählt worden war, 2018/19 auf bärenstarke 104 Catches für 1297 Yards und 15 Touchdowns - seine sechste 100-Catch-Saison in Folge ist NFL-Rekord. Insgesamt stehen in neun Jahren Pittsburgh in 130 Partien stolze 11.207 Yards und 74 Touchdowns zu Buche.
Dass Brown bei einem Top-Team landen wird, steht außer Frage - besonders für ihn selbst, wie er in einem Instgram-Live-Video mitteilt: "Falls dein Team da draußen gewinnen will und einen hungrigen Wide Receiver möchte, der der beste auf der ganzen weiten Welt ist, dann sollte jemand anrufen."
Ein Problem gibt es trotz alledem: Browns Vertrag bei den Steelers, die in jedem Fall 21 Millionen US-Dollar Dead Money im eigenen Cap Space haben werden, läuft noch drei Jahre. Ein Abschied würde also nur über eine Entlassung (kommt nicht infrage) oder einen Trade zustande kommen können - und ein solcher wird einem aufnehmenden Team mindestens einen sehr hohen Draft-Pick kosten.
Am Rande hat Brown nochmals etwas via Twitter mitgeteilt - und zwar zunächst über seinen nun ehemaligen Teamkollegen "Big Ben" Roethlisberger, den zweimaligen Super-Bowl-Champion: "Es gab keinen Konflikt - es geht nur um Respekt. Gegenseitigen Respekt. Er hat die Mentalität eines Team-Besitzers, als ob er jeden öffentlich kritisieren könnte, inklusive der Coaches. Die Spieler wissen das, aber sie können nichts dazu sagen - andernfalls gibt es Ärger. Es ist ein schmutziges Spiel innerhalb des Spiels." Auch Browns Fehlen am letzten, entscheidenden Spieltag, als letztlich die Play-offs verpasst wurden, kam nochmals auf den Tisch - und hier kam Trainer Tomlin nicht gut weg: "Nachdem der Coach dem Team gesagt hat, dass ich es im Stich gelassen hätte, während ich einige Blessuren auskuriert habe, hat er mich eingeladen, an der Show (Spiel am letzten Spieltage; Anm.d.Red.) teilzunehmen - mit den gleichen Jungs, die denken, ich hätte sie im Stich gelassen. Da kann ich nicht mitmachen. Und ich bin dann der Böse, obwohl wir die Postseason verpasst haben. Denkt da mal drüber nach."
mag