06.09.2020
NFL 2020: Jahr eins ohne Superstar Brady - Profitiert Buffalo?
Nach langer Zeit wird der Sieger der Division ganz sicher nicht Tom Brady heißen. Ist Buffalo bereit? Die Vorschau zur AFC East.

Jahr eins ohne Tom Brady. Die New England Patriots gehen mit einem zuletzt gebeutelten Cam Newton einen neuen Weg, Head Coach Bill Belichick ist mehr denn je gefragt. Doch der Wechsel auf der wichtigsten Position scheint nicht das größte Problem in Foxborough zu sein. Kein Team ist härter getroffen von "Opt Outs" - also Spielern, die aus Sicherheitsgründen wegen Corona auf die Saison verzichten.
New England, der Seriensieger der AFC East, muss auf etliche Leistungsträger wie Linebacker Dont'a Hightower, Tackle Marcus Cannon, Safety Patrick Chung oder Receiver Marqise Lee verzichten. Ob das zur Verteidigung der Spitzenposition reicht? Bei den Patriots sieht vieles so aus, als wäre mit Brady nicht nur der Glamour, sondern auch die Erfolgsgarantie gegangen.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Patriots sind angeschlagen, die Bills können und müssen es nutzen. Schon in der Vorsaison war Buffalo mit Quarterback Josh Allen trotz dessen Schwächen beim Deep-Ball in die Play-offs vorgestoßen, die in dieser Saison fast Pflicht sind. Mit Stefon Diggs hat Manager Brandon Beane zudem ein Schwergewicht an Land gezogen, das Allen enorm weiterhilft. Hinzu kommt Cornerback Josh Norman, der nach missglückten Jahren in Washington etwas zu beweisen hat.

Die Defense der Bills war um Rookie Ed Oliver schon im letzten Jahr ausgezeichnet, im Draft kam außerdem noch Defensive End A.J. Epenesa. Das Rundum-Paket in Buffalo passt, wenig überraschend wurde der Vertrag mit Head Coach Sean McDermott deshalb auch verlängert. Nun geht es darum, den nächsten Schritt zu machen - und eine Play-off-Serie zu starten.
Wer Wetten abgeben will, welches Team wohl am schlechtesten abschneiden wird im Jahr 2020, ist bei den New York Jets nicht schlecht dabei. Im Big Apple wird nach Jahren schlechten Managements einiges neu justiert, das bedeutet aber auch, dass nicht alles auf Anhieb klappen kann, klappen wird. Erneut gehen die Jets mit einer wackligen O-Line in die Saison, weiterhin ist unklar, ob Sam Darnold das erhoffte Quarterback-Versprechen für eine erfolgreiche Zukunft ist. Und: Head Coach Adam Gase ist längst angezählt.

Lange galten die Dolphins im vergangenen Jahr als Top-Anwärter auf den ersten Pick im Draft, dann aber zeigte Miami zum Ende der Saison unter Coach Brian Flores viel Spielfreude - und geht deswegen durchaus mit Selbstvertrauen in die Saison 2020. Klar ist, dass die Fins noch einiges von einem Play-off-Platz trennt, der Grundstein wurde im Draft jedoch gelegt.
Tua Tagovailoa ist der Quarterback der Zukunft und soll hinter Urgestein Ryan Fitzpatrick wohl erst lernen. Das enorme Draft-Kapital wurde auch in die O-Line (Austin Jackson, Robert Hunt, Solomon Kindley) gesteckt, außerdem besitzt Miami durch diverse Trades auch im kommenden Jahr beste Karten bei der Talentewahl. Alles in allem geht es für Flores & Co. darum, den Grundstein zu legen für eine verheißungsvolle Zukunft.
mkr