03.09.2020
Roger Goodell positioniert sich - Schriftzüge in den Endzonen
Wenn in der Nacht vom 10. auf den 11. September (MESZ) die neue NFL-Saison 2020/21 beginnt, rechnen viele mit ähnlich deutlichen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt wie derzeit in der NBA. Schließlich hat das Knien bei der Hymne mit Colin Kaepernick vor vier Jahren erst so richtig Aufmerksamkeit bekommen.

NFL-Boss Roger Goodell hat seine Unterstützung für mögliche Anti-Rassismus-Proteste in der bald beginnenden Saison wiederholt. "Die NFL steht an der Seite der schwarzen Gemeinschaft, den Spielern, Klubs und Fans", sagte Goodell nach Angaben der "Washington Post". "Es ist essenziell, systemischen Rassismus mit greifbaren und produktiven Schritten zu konfrontieren. Wir werden in unserer Arbeit nicht nachgeben. Wir werden unsere Bemühungen verdoppeln, um ein Katalysator zu sein für den dringend notwendigen nachhaltigen Wandel, den unsere Gesellschaft und unsere Gemeinschaften so dringend brauchen."
Goodell ergänzte: "Ich bin so stolz auf jeden in unserer Liga und andere, die aufgestanden sind und ihre Stimme und Plattformen genutzt haben, um fortwährend die Dinge ins Scheinwerferlicht zu rücken, die sich ändern müssen."
Der 61-Jährige hatte zuletzt schon betont, dass die NFL nie einen Spieler für das Knien während der Nationalhymne bestraft hat, obwohl es dem Regelwerk nach nicht erlaubt ist. Als Colin Kaepernick 2016 mit dieser Form des Protests anfing, hatte Goodell sich allerdings noch ablehnend geäußert. Kaepernick, der damalige Quarterback der San Francisco 49ers, ist seit 2017 ohne Job in der NFL.
Goodell bedauerte zuletzt öffentlich, dass es zwischen Kaepernick und der Liga nie zu einem Gespräch kam und nannte es einen Fehler, nicht schon früher auf die Botschaft des Protests gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gehört zu haben.
In der nächste Woche in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (Champion Kansas City Chiefs vs. Houston Texans) beginnenden Saison dürfen die Profis Namen von Menschen auf dem Helm tragen, die Opfer von Polizeigewalt geworden sind.
In den Endzonen werden zudem die Schriftzüge "End Racism" ("Stoppt Rassismus") und "It Takes All of Us" ("Es braucht jeden von uns") zu lesen sein. Spieler haben zudem das Recht, aus Protest auf Partien in der NFL zu verzichten.
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dpa