11.10.2020
NFL, Week 5: Texans gewinnen nach Trainerwechsel - Steelers-Rekord
Nach den abermaligen Corona-Schlagzeilen rund um weitere NFL-Spielverschiebungen schrieben die Teams am frühen Sonntag wieder sportliche Schlagzeilen - und was für welche! In Washington herrschte trotz Pleite Gänsehautstimmung, während der Meister quasi "ausgeraubt" wurde. Die Steelers schrieben zudem noch Geschichte.

Der romantischste Moment dieser NFL-Woche war am frühen Sonntagabend Alex Smith vorbehalten. Denn nachdem Trainer Ron Rivera unter der Woche Dwayne Haskins auf die Bank verfrachtet und sich früh beim Heimspiel gegen die Los Angeles Rams auch noch Ersatzmann Kyle Allen verletzt hatte, betrat auf einmal Alex Smith das Feld. Ja, jener Alex Smith, 36 Jahre alt, ehemaliger 49er (2005-2012) und Chief (2013-2017). Und ja, jener Alex Smith, der nach einer schlimmen Verletzungen inklusive folgender 17 Operationen nicht nur um sein Karriereende gekämpft, sondern auch um sein Bein und sein Leben gerungen und sich in der Folge tatsächlich zurückgekämpft hatte.
Bis zu diesem Highlight, bei dem aufgrund von Corona-Bestimmungen nur 80.000 jubelnde Fans im Stadion der US-Hauptstädter fehlten. Denn tatsächlich spielte Smith, dem "ESPN" sogar eine Doku mit dem Titel "Project 11" gewidmet hatte, gegen die Rams erstmals seit seiner Horror-Verletzung vom 18. November wieder - also genau 693 Tage nach seinem Abtransport damals.
Einzig einen Sieg konnte der Routinier seinem Football Team nicht mehr einholen, er brachte nur neun Pässe für 37 Yards an. Mit 10:30 ging das nun bei 1:4 stehende Washington baden, weil die bärenstarke Defense aus L.A. insgesamt nur 111 Passing Yards zuließ, acht (!) Sacks landete - und auf der anderen Seite Spielmacher Jared Goff abgesehen von einer Interception mit 309 Yards und drei Total Touchdowns überragte. Das Team von Head Coach Sean McVay verbesserte sich auf 4:1.
Für die sicherlich größte Überraschung sorgten derweil die Raiders, die beim amtierenden Super-Bowl-Champion Kansas City nicht nur mit 40:32 gewannen, sondern auch in der Art und Weise überzeugten. Die von Trainer Jon Gruden gesteuerte Truppe war nämlich zwischenzeitlich mit 10:21 ins Hintertreffen geraten, ehe allen voran Top-Tight-End Darren Waller (ein Touchdown) als auch Running Back Josh Jacobs (zwei TDs) beim Zusammenspiel mit Quarterback Derrek Carr (347 Yards, drei TDs, eine Int.) überragten. Außerdem krallte sich Las Vegas auch noch einen Pass von Superstar Patrick Mahomes (340 Yards, zwei TDs), der damit seine erste Interception dieser Saison verzeichnen musste und trotz sicherlich einiger vorhandener Zauberaktionen weit unter seinen Möglichkeiten blieb (nur 22 von 43 Würfe fanden Abnehmer). Ganz klar: Die nun bei 3:2 stehenden Raiders "raubten" diesen Sieg aus K.C. (4:1) am Ende verdientermaßen.
Der Super-Bowl-MVP Mahomes verlor also, der amtierende Regular-Season-MVP Lamar Jackson dagegen nicht. Mit 180 Passing Yards und zwei Touchdown-Pässen (eine Int.) führte der zuletzt etwas schwächelnde Ravens-Star Baltimore (4:1) zum klaren 27:3 über die Cincinatti Bengals um First-Overall-Pick Joe Burrow (183 Yards, kein TD, eine Int.), der nach seinem ersten Sieg vergangene Woche dieses Mal eine Bauchlandung hinlegte und zusammen mit seinen Kollegen auf 1:3:1 abrutschte. Was zugegebermaßen auch an der Abwehr der Hausherren lag. Diese erreichte sieben Sacks sowie neben dem Pick auch drei Fumbles. So kam Cincy niemals auf, geschweige denn in einen Spielfluss.
Ähnlich die Stimmung in Philly, wo die Eagles nach einem 29:38 bei den Steelers ebenfalls auf 1:3:1 sanken. Das alte Lied dabei: Den Eagles fehlte es nicht nur wieder an vielen verletzten Stammkräften, sondern auch Quarterback Carson Wentz zeigte erneut neben Licht auch wieder viel Schatten. Neben seinen 258 Passing Yards und zwei TD-Würfen leistete sich der 27-Jährige auch zwei Interceptions (schon neun insgesamt, 2017, 2018, 2019 waren es jeweils sieben am Ende der Saison).
Diese Fehler erzwang allerdings auch eine gefürchtete Defense aus "Steel City", die zum ersten Mal seit 1979 und zum ersten Mal in der Ära Ben Roethlisberger (zwei Super-Bowl-Siege) wieder mit 4:0 in eine Regular Season startete. "Big Ben" lieferte dabei zudem in der Offense ordentlich ab mit 239 Yards sowie drei Touchdowns (kein Pick) - und konnte sich dabei allen voran auf den gefeierten Rookie-Receiver Chase Claypool verlassen. Der 22-Jährige stahl allen die Show mit 110 Receiving-Yards und drei TDs sowie einem Rushing-Touchdown.
Die Atlanta Falcons (0:5) verloren mit 16:23 gegen die Carolina Panthers (3:2) auch ihre fünfte Partie in dieser Spielzeit, was die Entlassung des ohnehin längst angezählten Cheftrainers Dan Quinn nur noch weiter beschleunigen dürfte.
Die zuletzt auch auf dem Feld mit negativen Aktionen aufgefallenen New York Jets um Quarterback-Rückkehrer Joe Flacco (195 Yards, ein TD, keine Int.) rutschten mit einem 10:30 gegen die Arizona Cardinals (3:2) ebenfalls auf 0:5 ab, was dem Team aus der Stadt der Niederlagen nicht mehr seit 1996 passierte. Auch hier wird die Luft für Head Coach Adam Gase immer dünner.

Den Absturz auf 0:5 vermeiden konnten dagegen die Houston Texans (1:4), die als erstes Franchise in der NFL unter der Woche ihren Trainer in Bill O'Brien bereits entlassen hatten. Mit einem 30:14 gegen die von Gardner Minshew (301 Yards, zwei TDs, keine Int.) angeführten Jacksonville Jaguars (1:4) schlugen die Texaner zu - und feierten im Anschluss nicht etwa Spielmacher Deshaun Watson (359 Yards, 3 TDs, zwei Int.) oder Receiver Brandin Cooks (161 Yards, ein TD), sondern Interimstrainer Romeo Crennel. Dieser ging schließlich mit seinen 73 Jahren als ältester Head Coach der NFL-Geschichte ins Spiel - und notierte direkt einen Sieg. Klar, dass dies zelebriert wurde.
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