14.10.2020
Einstiger Steelers-Star darf sich neuen Arbeitgeber suchen
Nach nicht einmal zwei Jahren haben sich die in der NFL noch sieglosen New York Jets von Running Back Le'Veon Bell getrennt. Für einen Trade gab es keinen Abnehmer.

Größte Schwäche: Football. Das aktuelle "Power-Ranking" von ESPN, in dem die Jets auf dem letzten Platz stehen, bringt es ohne Umschweife auf den Punkt. Viel läuft beim Team von Head Coach Adam Gase derzeit nicht zusammen. Fünf Spiele, fünf Niederlagen - und jetzt auch noch das: Am Dienstag entließen die Jets den einstigen Star-Running-Back Bell aus seinem Vertrag - nach viel Ärger und Enttäuschungen.
"Nach Gesprächen mit Le'Veon und seinem Agenten und nachdem wir uns in den vergangenen Tagen mit möglichen Trade-Optionen befasst haben, haben wir die Entscheidung getroffen, Le'Veon zu entlassen", hieß es in einer Mitteilung der Jets: "Wir glauben, dass diese Entscheidung im besten Interesse beider Parteien ist und wünschen ihm eine erfolgreiche Zukunft." Bell schien das nicht anders zu sehen, er reagierte auf Twitter kurz nach Bekanntwerden mit einem "Betende Hände"-Emoji. Sportlich blieb Bell bei den Jets ein unerfülltes Versprechen.
Das in New Jersey beheimatete Franchise hatte den einstigen Star der Pittsburgh Steelers im Sommer 2019 als Free Agent verpflichtet (nachdem er die Saison 2018 ausgesessen hatte) und mit einem lukrativen Vierjahresvertrag ausgestattet - gegen den Willen von Head Coach Gase. So stand die folgende Zusammenarbeit von Beginn an unter keinem guten Stern. Immer wieder kam es zu - auch öffentlich ausgetragenen - Unstimmigkeiten zwischen den beiden.
Bell hatte sich immer frustrierter über seine geringe Einbindung in die Offense der Jets gezeigt. Das Fass zum Überlaufen brachte offenbar die 10:30-Niederlage gegen die Arizona Cardinals am Sonntag. Danach verweigerte der 28-Jährige Interviews und verteilte bei Twitter stattdessen "Likes" für Kommentare von Medienvertretern, die meinten, der Running Back werde falsch eingesetzt und sollte getradet werden. Dafür brachte wiederum Gase gegenüber Reportern sein Unverständnis zum Ausdruck. Das Verhältnis war nicht mehr zu kitten.
Laut ESPN kam es am Montag zu einem Treffen mit General Manager Joe Douglas und Gase, bei dem der Running Back über die Pläne ihn abzugeben informiert wurde. Danach bemühten sich die Jets-Bosse und Bells Berater offenbar vergeblich, via Trade einen Abnehmer zu finden - was in erster Linie wohl in dessen Vertrag begründet war.
Als so genannter "vested veteran" muss Bell nicht die Waiver durchlaufen. Ab Mittwochabend ist er Free Agent und kann von allen NFL-Teams verpflichtet werden.
Diesen Sommer hatten die Jets mit Safety Jamal Adams (jetzt Seattle Seahawks) nach Vertrags-Streitigkeiten bereits einen Topspieler verloren.
ski