05.11.2020
Tampa Bay Buccaneers werden Skandal-Receiver einsetzen
Vier Teams in 20 Monaten, seit eineinhalb Jahren Pause: Antonio Brown hat einiges erlebt in dieser Zeit - und für Skandale gesorgt. Nun möchte der 32-Jährige wieder als Star-Receiver überzeugen. Dass er sich dabei für seinen aktuellen WG-Partner Tom Brady entschieden hat, hat auf der Hand liegende Gründe.

Die bei 6:2 stehenden Tampa Bay Buccaneers haben zuletzt mit der Verpflichtung des skandalträchtigen Receivers Antonio Brown überrascht, weil der Kader offensiv ohnehin stark besetzt ist. Die Bucs meinen es aber ernst und haben den ehemaligen Passempfänger der Pittsburgh Steelers, Oakland/Las Vegas Raiders und New England Patriots inzwischen aktiviert.
Eine Begründung dafür hat zuletzt schon Head Coach Bruce Arians abgeliefert. Man könne schlicht nicht genug gute Spieler haben, zumal Verletzungen von Stammkräften stets passieren können. Der 68-Jährige, der Anfang des Jahres eine Verpflichtung von Brown noch ausgeschlossen hatte ("Das wird nicht passieren"), zeigt sich inzwischen vom routinierten Athleten angetan, sagt aber auch gegenüber US-Medien: "Er muss seine Angelegenheiten außerhalb des Platzes im Griff haben." Der Rest würde von selbst kommen, da der Receiver (75 Total Touchdowns zwischen 2010 und 2019) immer noch pfeilschnell und topfit sei. "Er wird seine Rolle haben. Es könnten zehn Plays sein, es könnten auch 35 Plays sein. Ich würde nicht mit 60 Plays rechnen, aber wir werden sehen, wie es läuft", so Arians über das bevorstehende Sunday-Night-Topspiel gegen Drew Brees' New Orleans Saints (2.20 Uhr MEZ).
Und was sagt Brown, der nach krassem Fehlverhalten 2018 den Steelers den Rücken zugekehrt, die Oakland/Las Vegas Raiders verraten, schließlich nach einer Anklage auch noch die New England Patriots nach nur wenigen Tagen wieder verlassen, vor lauter Wut sein Karriereende verkündet hatte und außerdem noch gesperrt worden war?
Brown möchte sich in erster Linie auf dem Platz rehabilitieren, zeigen, dass er etwas gelernt hat. "Ich habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht, Abstand gewonnen und an mir selbst gearbeitet", so der hochtalentierte 32-Jährige. Er habe seinen Verstand auf "eine Mission" ausgerichtet - auf sein Leben als Football-Spieler und sein jetzt bevorstehendes NFL-Comeback. "Ich hab mich selbst fit gehalten und den ganzen Neinsagern mit ihren Sorgen und Zweifeln nicht zugehört."
Dass er sich nun an der Seite von Elite-Passempfängern wie Mike Evans, Chris Godwin oder auch Tight End Rob Gronkowski zeigen darf, freue ihn ungemein. Vor allem aber die Tatsache, Zuspiele von einem sechsmaligen Super-Bowl-Sieger bekommen zu dürfen, motiviere ihn ungemein: "Tom (Brady; Anm.d.Red.) ist mein Junge. Einer der größten Anführer, die es hier gibt. Er ist ermutigend, stets inspirierend und bringt das Beste aus den Leuten hervor. Er will auch das Beste für alle um ihn herum. Er ist der größte Quarterback aller Zeiten. Ich kann viel von ihm lernen."
Ganz nebenbei wohnt Brown, der nach vielen unrühmlichen Social-Media-Posts auch auf Instagram inzwischen Ruhe und Ordnung walten lässt, aktuell auch mit in Bradys Villa - zusammen mit Bradys Ehefrau Gisele Bündchen und deren Kindern Benjamin (11) und Vivian (8). Star-Quarterback "TB12" hat dazu im US-Radio "Westwood One" erklärt: "Ich weiß, dass er nach etwas sucht, aber es ist einfach schön, ihn um sich zu haben."
mag