17.11.2020
Quarterback der Seattle Seahawks zeigt ungeahnte Schwächen
Mit herausragenden Vorstellungen hatte sich Seahawks-Ass Russell Wilson in den ersten NFL-Wochen zum absoluten Top-Favoriten auf den MVP-Titel aufgeschwungen. Seit zwei Wochen bekommen die Performances des Star-Quarterbacks allerdings ein paar Risse. Woran liegt's?

Mit fünf Siegen in Folge war Seattle in die neue Regular Season der NFL gestartet - und konnte sich neben den herausragenden Wide Receivern D.K. Metcalf (acht Touchdowns) sowie Tyler Lockett (sieben) natürlich allen voran auf Aushängeschild Wilson verlassen.
Der 31-jährige Super-Bowl-Sieger von 2014 (43:8 gegen die Denver Broncos) hatte es in diesem Zeitraum auf 19 TDs gebracht - bei nur drei Interceptions. Die Rufe nach seinem ersten MVP-Titel in seiner seit 2012 anhaltenden Laufbahn wurden in der Folge laut, sehr laut. Weil der Spielmacher auch mit famosen Würfen glänzte, oft in hohem Bogen perfekt in die Arme des durchgestarteten Empfängers, mal aus dem Lauf heraus, mal komplett bedrängt von Gegnern aus schier auswegloser Lage.
Doch vor zwei Wochen kehrte offensichtlich der Wurm ein - und ein paar Kratzer machten sich auf dem eigentlich fehlerlosen Bilanzblatt Wilsons breit. So hatte der Quarterback beim 34:44 in Buffalo zwei Picks geworfen und sich zudem zwei Fumbles erlaubt, ehe nun am Sonntag beim 16:23 in Los Angeles bei den Rams nochmals zwei Interceptions samt einem Fumble folgten. So etwas gab es in der Laufbahn des sechsmaligen Pro Bowler bislang noch nie in der NFL.
Die Konsequenz daraus: Seattle rutschte inzwischen auf eine 6:3-Bilanz ab und befindet sich damit in der hochspannenden NFC West in bester Gesellschaft - weil auch die Arizona Cardinals nach ihrer irren Hail Mary und eben die über die Seahawks siegreichen Rams fortan bei 6:3 stehen. Außerdem verkommt das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (2.20 Uhr MEZ) bevorstehende Duell mit den Cardinals um Kyler Murray und DeAndre Hopkins zu einem ersten kleinen Finale um einen Top-Play-off-Platz.
Wilson selbst, der noch nie zuvor in den ersten zehn Saisonspielen wie jetzt 13 Turnovers angesammelt hat, muss sich mitsamt seinem Team verbessern und zur Frühform zurückfinden. Dass das schnell wieder passieren wird, hat Wilson selbst gegenüber US-Medienvertretern angekündigt: "Die Wahrheit ist...ich kenne mich selbst am besten. Ich weiß, dass ich ein großartiger Football-Spieler sein kann. Ich weiß auch, dass ich herausragend gespielt habe und wieder herausragend spielen werden. Ich weiß, dass wieder bessere Tage vor mir liegen." Er wisse auch, dass er bei einigen seiner jüngsten Interceptions "bessere Entscheidungen" hätte treffen müssen. Allerdings liege "das Gute und das Schlechte eben auch oft nah beieinander. Wenn du gar nicht wirfst, dann wirst du auch nichts erreichen."
Das sieht sein Mitspieler, Safety Jamal Adams, offenbar genauso - und hat Star-Quarterback Wilson am Sonntag (Ortszeit) beim Gang in die Kabine noch Folgendes gesagt: "Mach dir keinen Kopf, du bist der Auserwählte. Ich will mit keinem anderen Quarterback zusammen spielen."
mag