07.12.2020
NFL, Week 13: Deutsche Profis feiern Siege
Nach den New Orleans Saints hat auch der amtierende Super-Bowl-Champion Kansas City Ciefs das Ticket für die Play-offs der NFL gelöst. Quarterback Aaron Rodgers von den Green Bay Packers holte sich den nächsten Rekord, Rookie Justin Herbert bekam von den New England Patriots eine herbe Abreibung verpasst.

Aaron Rodgers hält bereits etliche Rekorde in der NFL, in der Nacht zum Montag (MEZ) fügte der Quarterback beim 30:16 seiner Green Bay Packers gegen die Philadelphia Eagles einen weiteren hinzu. Der "Gunslinger" warf in seinem 193. Spiel einer regulären Saison seinen 400. Touchdownpass - kein Spieler vor ihm erreichte diese Marke mit weniger Partien. Der bisherige Rekordhalter Drew Brees benötigte für diesen Meilenstein zwölf Spiele mehr.
Rodgers stand im Lambeau Field aber nicht alleine im Scheinwerferlicht. Vielmehr richteten sich die Augen auch auf Philadelphias Spielmacher Carson Wentz. Der Super-Bowl-Champion von 2018 lieferte einmal mehr eine schwache Performance ab - von seinen 15 Pässen brachte er nur sechs für lediglich 79 Yards an den Mann. In der zweiten Hälfte reagierte Eagles-Headcoach Doug Pedersen und beorderte Jalen Hurts auf das Feld. Der 22-jährige Rookie komplettierte bei seinem Debüt fünf seiner zwölf Pässe für 109 Yards, warf dabei einen Touchdown-Pass sowie eine Interception. Hurts hauchte der bis dato blassen Eagles-Offense neues Leben ein, besonders nach dem Punt-Return-Touchdown von Jalen Reagor über 73 Yards schnupperten die Eagles an der Wende. Doch Green Bays Running Back Aaron Jones konterte mit einem Touchdown über 77 Yards und tütete damit den neunten Sieg im zwölften Spiel für Green Bay ein. Keine große Rolle spielte Equanimeous St. Brown, der deutsche Wide Receiver fing nur einen Ball für sieben Yards. Green Bay weist nun neun Siege bei drei Niederlagen auf, der Titel in der NCF North dürfte den Käsestädtern wohl nicht mehr zu nehmen sein.
Nachdem in den Frühspielen des Sonntags die New Orleans Saints als erstes Team die Play-offs 2020 erreicht hatten, zogen die Kansas City Chiefs später durch ein 22:16 gegen die Denver Broncos nach. Der amtierende Super-Bowl-Champion steht bei einer Bilanz von 11:1, nur die Pittsburgh Steelers (11:0) stehen ligaweit besser da. Mit der sechsten Teilnahme an der Postseason haben die Chiefs einen neuen Franchiserekord aufgestellt, dabei soll es aber nicht bleiben. "Es ist nur ein erster Schritt", sagte Quarterback Patrick Mahomes. "Wir haben größere Ziele." Der Super-Bowl-MVP überbrückte mit 25 von 40 Pässen 318 Yards und warf einen Touchdown-Pass. Sollten die Chiefs am kommenden Spieltag bei den Miami Dolphins gewinnen, wäre ihnen der Titel in der AFC West nicht mehr zu nehmen.

Bisher war Justin Herbert von den Los Angeles Chargers ein Kandidat für die Auszeichnung "Rookie of the Year", bei den New England Patriots erlebte der junge Quarterback mit dem 0:45 aber einen herben Rückschlag. Nur die Hälfte seiner 53 Pässe fand einen Abnehmer, am Ende standen 209 Yards und zwei Interceptions. Für die Chargers war es die höchste Abreibung ihrer Franchise-Historie, bisher stand hier ein 6:49 aus dem Jahr 1964 gegen Kansas City zu Buche. "Das war eines der schlimmsten Footballspiele, an denen ich in meinen 30 Jahren in der NFL jemals teilgenommen habe", sagte Chargers-Headcoach Anthony Lynn. "Das war inakzeptabel und peinlich."
Während die Chargers (3:9) die Saison 2020 mit einer negativen Bilanz abschließen werden, haben die Patriots (6:6) mit ihrem vierten Sieg in den letzten fünf Partien ihre Play-off-Hoffnungen am Leben erhalten. Entscheidend für den klaren Erfolg waren neben der Defense das Special Team mit zwei Touchdowns und Quarterback Cam Newton. Der Nachfolger von Tom Brady bei New England warf zwar nur durchschnittlich (12/19, 69 Yards, 1 Touchdown), warf dafür aber seine athletischen Fähigkeiten in die Waagschale und erlief selbst zwei Touchdowns. Der deutsche Full Back Jakob Johnson wurde von Newton einmal bedient, leistete in der Offensive Line ansonsten gewohnt gute Blockarbeit.
Ihre erste Heimniederlage in dieser Saison mussten die Seattle Seahawks mit dem 12:17 gegen die New York Giants hinnehmen. Damit fielen die Seahawks in der NFC mit 8:4 in der NFC West hinter die Los Angeles Rams (38:28 gegen die Arizona Cardinals) auf Rang zwei zurück. Dabei fehlte den Giants Starting-Quarterback Daniel Jones (Oberschenkel), dafür übernahm Colt McCoy. Der 34-jährige Routinier leistete sich bei seinem ersten Start seit Oktober 2017 keine allzu großen Fehler und wurde auch nur zweimal von der Seattle-Defense zu Boden gebracht. Sein Gegenüber Russell Wilson dagegen wurde fünfmal gesackt, darunter auch im entscheidenden letzten Drive, als er im dritten Versuch acht Yards Raumverlust hinnehmen musste. Die Giants, die mit 0:5 in die reguläre Saison gestartet waren, stehen nun bei 5:7 und führen damit die NFC East an.
Arizona Cardinals - Los Angeles Rams 28:38
Seattle Seahawks - New York Giants 12:17
Green Bay Packers - Philadelphia Eagles 30:16
Los Angeles Chargers - New England Patriots 0:45
Kansas City Chiefs - Denver Broncos 22:16
New Orleans Saints (NFC)
Kansas City Chiefs (AFC)
jer