07.12.2020
Philadelphia Eagles in der Krise
Viel übrig ist dieser Tage vom 2018er Super-Bowl-Champion Philadelphia nicht mehr. Die Eagles erlauben sich extrem viele Fehler. Längst ist deswegen eine Quarterback-Diskussion entbrannt.

Als Quarterback Nick Foles in der Regular Season 2017 für den schwerer verletzten Carson Wentz übernommen und das Team in beeindruckender Manier zum ersehnten Triumph im Super Bowl LII geführt hatte (41:33 gegen die New England Patriots), war die Welt noch in Ordnung. Inzwischen stecken die schon seit langer Zeit von Blessuren heimgesuchten Eagles im Dilemma - allen voran Spielmacher Wentz und Trainer Doug Pederson.
Für beide Gesichter der Franchise könnte es eng werden laut NFL-Insider Ian Rapoport. "Es gibt eine Menge Frust innerhalb dieser Organisation, angefangen bei den Spielern und Trainern bis hin zu Besitzer Jeffrey Lurie", so der Experte. "Viel ist aufgearbeitet worden, nur erneut ohne Ertrag."
Damit spielte Rapoport auf das verdiente 16:30 bei den Green Bay Packers am Sonntag an. Hier erlaubte sich Philly abermals zu viele Fehler, allen voran eben auch wieder Quarterback Wentz, der nun schon bei stolzen 15 Interceptions, sechs Fumbles und 50 (!) Sacks in bislang zwölf Partien steht. Mit einer Bilanz von 3:8:1 liegt das Team in der schwachen NFC East außerdem schon ein Stück hinter den New York Giants (5:7) - und eben nur jener erste Rang wird für die NFL-Endrunde in dieser Staffel in diesem Jahr berechtigen.
Kein Wunder also, dass bei weiterem Misserfolg auch der in der Mannschaft und allgemein in Philadelphia hochangesehene Trainer Pederson weiter in die Kritik geraten kann. Zumal immer mehr Fans und Football-Zuschauer fordern, dass der teuer bezahlte Wentz doch langsam auf die Bank gehöre - und das Vertrauen lieber Rookie Jalen Hurts (Zweitrunden-Pick im diesjährigen Draft) gehören soll. Immerhin ist der 22-Jährige in Green Bay auch im dritten Quarter für den schwächelnden Wentz reingekommen und hat durchaus überzeugt (109 Passing Yards, ein Touchdown, eine Interception, 29 Rushing Yards).
Darauf angesprochen, doch wohl jetzt wirklich voll auf Hurts setzen zu sollen, blockt Head Coach Pederson aber vorerst noch ab. "Ich muss mich um die Verletzungen kümmern, das Tape ansehen, das Spiel analysieren", so der 52-Jährige im Gespräch mit US-Medien. "Es gibt also erst einmal viel zu tun, bevor ich irgendetwas entscheide." Es deutet aber vieles darauf hin, dass der weiterhin absahnende Wentz (über 25 Millionen US-Dollar in 2021 garantiert) wohl auf die Bank rücken wird. Zumal Insider Rapoport via "NFL Now" ein weiteres Pederson-Zitat veröffentlicht hat: "Wenn ich es weiß, werdet ihr es auch erfahren." Klingt ganz nach einem Quarterback-Tausch.
mag