14.12.2020
Wentz steht in Philadelphia nur noch an der Seitenlinie
Mit der Vorstellung, das beste Quarterback-Tandem der NFL zu bilden, sind die Philadelphia Eagles in die neue Saison gestartet. Nun hat nach den Chaos-Vorstellungen von Carson Wentz sein Lehrling Jalen Hurts übernommen - und direkt überzeugt. Wie es nun weitergeht? Mit Hurts!

50 Partien am Stück haben die starken New Orleans Saints nicht mehr 100 Rushing Yards von einem einzigen Spieler zugelassen. Nun aber, beim 21:24 in Philadelphia, erlaubten sie es gleich zwei Akteuren: Running Back Miles Sanders (14 Läufe, 115 Yards, zwei Touchdowns) und Quarterback Jalen Hurts (18 Carries, 106 Yards).
Hurts? Ja, dem Mann, der unter der Woche erst für den chronisch schwächelnden Eagles-Star Carson Wentz zum neuen Starting Quarterback in Philly ernannt worden war und hier gegen die hochfavorisierten Saints direkt in seinem ersten NFL-Spiel als Starter gewann. Der 22-Jährige, der im diesjährigen Draft als Rookie von Oklahoma in der 2. Runde an 53. Stelle gezogen worden war, überzeugte jedoch nicht nur mit schnellen Bewegungen, wendigen Moves gegen drohende Tackles oder allgemein guten Läufe, er brachte auch 17 von 30 Pässen für 167 Yards und einen Touchdown an.
Abgesehen von seinem späten Fumble, der den Sieg aber bekanntlich nicht mehr kostete, fing sich Hurts nicht einmal einen einzigen "Sack". Zum Vergleich: Der teuer bezahlte Wentz führt die gesamte NFL mit 19 Turnovers (15 Interceptions, sechs Fumbles, vier davon wirklich verloren) und unglaublichen 50 (!) Sacks noch immer von hinten an.
Nun stellt sich aber trotzdem die Frage: Wie geht es weiter? Schließlich hatte Eagles-Cheftrainer Doug Pederson selbst zuletzt betont, den eigentlich als jahrelange Zukunftlösung betrachteten Wentz nicht abschreiben zu wollen. Nun nach dem ersten Sieg von Hurts, der zugleich die Play-off-Aussichten in der NFC East (eineinhalb Siege Rückstand auf Tabellenführer Washington) am Leben erhielt, sagte der Head Coach gegenüber "ESPN" außerdem: "Ich sehe mir jetzt erst einmal den Film (Analyse des Saints-Spiels; Anm.d.Red.) an. Danach kümmere ich mich um viele weitere notwendige Dinge, ehe ich eine Entscheidung treffe."
Hat zunächst im Umkehrschluss geheißen: Hurts' Verbleib als Starting Quarterback ist zunächst noch nicht gesichert gewesen, inzwischen aber schon: Am Montagabend (MEZ) sickerte immer mehr durch, was Philly und allen voran Head Coach Pederson am Ende besätigte: Hurts bleibt an Bord, bleibt die neue Quarterback-Nummer 1. Es wäre ohnehin sicherlich verwunderlich gewesen, wenn am Sonntag (22.05 Uhr MEZ) bei den Arizona Cardinals wieder Wentz die Chance bekommen hätte.
Zumal Hurts eben überzeugt und zugleich Geschichte geschrieben hat: Mit seinen über 100 Rushing Yards gegen die Saints ist der talentierte Spielmacher erst der vierte Quarterback in der modernen Eagles-Geschichte mit mindestens 100 Yards in einem Spiel. Zuvor haben das nur Michael Vick, Donovan McNabb, Randall Cunningham und Jack Concannon geschafft. "Es gab einige richtig, richtig gute Spielzüge", musste auch Trainer Pederson zugeben und lobte Hurts gleich noch weiter: "Er hat das Team angeführt. Er hat alles gemacht, was wir von ihm verlangt haben. Er hat klug gespielt - und auch physisch bei seinen Läufen."
mag