20.12.2021
Deutsch-Amerikaner schreibt deutsche Football-Geschichte
Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions hat als erster deutscher Football-Profi den zweiten NFL-Touchdown seiner Karriere erzielt. Das brachte dem selbstbewussten Bruder von Packers-Spieler Equanimeous "EQ" St. Brown auch ordentlich Lob ein.

Beim äußerst überraschenden 30:12 gegen die voll auf Play-off-Kurs befindlichen Arizona Cardinals (10:4) markierte der 22 Jahre alte Passempfänger mit deutscher Mutter und amerikanischem Vater am Sonntag das zwischenzeitliche 9:0 für seine Detroit Lions (2:11:1). "Ich bin sehr selbstbewusst gerade. Selbstbewusstsein ist sehr wichtig in diesem Sport", sagte St. Brown im Anschluss.
Vor zwei Wochen erst hatte St. Brown als erst vierter Football-Profi mit deutschem Pass seinen ersten Touchdown verbucht und damit den ersten Saisonsieg der Lions ermöglicht. Man könnte inzwischen auch sagen: Verbucht St. Brown einen Score, gewinnen die Löwen.
Der Wide Receiver hatte zudem eine persönliche Bestleistung mit gefangenen Pässen über 90 Yards vorzuweisen. Der am häufigsten angespielte Profi der Lions brauchte dafür acht erfolgreiche Catches, freute sich nach seiner deutschen Rekordmarke aber vor allem für sein Team: "Es ist schön, die Catches zu haben und alles, aber das Wichtigste ist, dass wir diesen Sieg haben."
Lob für den 22-Jährigen, der von "Motor City" im diesjährigen NFL-Draft in der vierten Runde an 112. Stelle gezogen worden war, gab es auch wieder von seinem Quarterback Jared Goff. Der Spielmacher sagte: "Er ist ein Hengst. Ich sage es noch einmal, er ist ein Hengst. Wir wissen das seit dem Trainingslager." Der Spielmacher benutzte bei seinem Loblied auf den Deutsch-Amerikaner wieder und wieder das Wort "Stud", es beschreibt einen sehr ausdauernden Menschen, wenn auch eher in weniger sportlichen Lebenssituationen.
Doch das Wörtchen passt, denn: Amon-Ra St. Brown hat in dieser Saison bereits 65 Pässe gefangen, Franchise-Rekord für einen Rookie. Allein am Sonntag waren es acht Catches für 90 Yards, insgesamt steht er bei 601 Yards Raumgewinn und ist damit die Nummer eins im Team. Und er ist auch der erste Neue, der in drei aufeinanderfolgenden Spielen für die Lions mindestens acht Pässe fing.
Rückblick über die bisherigen Touchdowns von deutschen NFL-Spielern: Für Verteidiger Markus Kuhn blieb der erste Touchdown in seiner inzwischen beendeten NFL-Karriere - damals für die New York Giants - auch der letzte. Jakob Johnson von den New England Patriots und St. Browns Bruder Equanimeous St. Brown von den Green Bay Packers warten noch auf ihren zweiten Touchdown in der National Football League, was absolut noch möglich ist. "EQ" war beim jetzigen 31:30-Sieg der Packers gegen die Baltimore Ravens wegen der Folgen einer Gehirnerschütterung nicht dabei und verpasste damit auch die Feier zur Qualifikation für die Playoffs und Rang eins in der NFC North.
mag/dpa/sid