21.01.2022
Packers haben Heimrecht in der Divisional Round
Die Green Bay Packers und die San Francisco 49ers - zwei traditionsreiche NFL-Teams, die sich schon seit 1950 duellieren. Doch vor allem in den letzten Jahren hat sich stets gezeigt, dass San Francisco gerade in den Play-offs stets die besseren Karten gehabt hat. Wird es auch dieses Mal so sein - oder besiegt Aaron Rodgers sein Trauma?

Seit 1950 gibt es Duelle zwischen den stolzen Packers und den stolzen 49ers, die es zusammen auf neun Super-Bowl-Titel bringen. Während es bei insgesamt acht Play-off-Vergleichen ausgeglichen 4:4 steht, heißt es in den "normalen" Spielen 34:28:1 pro Green Bay. Schon allein deswegen lohnt der Blick auf diesen heißen Vergleich, der hierzulande in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2.15 Uhr MEZ) steigt.
Doch viel entscheidener ist die Moderne, genauer die jüngsten Jahre und die ganz aktuelle Football-Zeit - und hier rückt sofort Aaron Rodgers in den Fokus. Der "Gunslinger" aus der Käsestadt, der nun schon vor über zehn Jahren seinen bis dato einzigen Super-Bowl-Ring eingesackt hat (31:25 gegen die Steelers 2010/11), hat in den Play-offs dreimal gegen San Fran gespielt - und jedes einzelne Spiel verloren.
Das Drama in drei Akten kurz zusammengefasst: Rechnet man das 31:45 im Jahr 2013 im alten traditionsreichen Candlestick Park (Divisionals), das 20:23 in Lambeau nur eine Saison später (Wild Card) und das noch immer in den Gedanken verankerte 20:37 2020 im NFC-Finale (0:27-Rückstand bereits zu Beginn) zusammen, dann kommt "A-Rod" nur auf fünf Touchdowns bei drei Interceptions. Und das als gebürtiger Kalifornier, der bekanntermaßen damals im Draft 2005 eigentlich damit gerechnet hat, nach San Francisco zu kommen.
Doch nicht nur das! In der Preseason sollen die Niners sogar mal bei den Packers bezüglich eines Rodgers-Trades angefragt zu haben, nachdem dieser sich anfangs noch nicht für eine baldige Rückkehr nach Green Bay ausgesprochen und so Raum für Spekulationen gelassen hatte. Deswegen soll zwischen den beiden Head Coaches Kyle Shanahan und Matt LaFleur eine gewisse Spannung existieren, auch wenn das der Trainer der Niners runterspielt. "Wir sind total fein miteinander", so Shanahan im Vorfeld dieses NFC-Krachers.
Klar ist in jedem Fall, dass die Packers dieses Jahr als Favorit ins Spiel gehen - und das liegt nicht nur am Umstand, dass bei vielleicht eisigen Temperaturen im berüchtigten Lambeau Field gespielt wird. Vielmehr hat sich "The Pack" seit 2019 unter dem jungen Coach im Gesamten weiterentwickelt, es wird schnell geworfen (2,6 Sekunden nach dem Snap im Durchschnitt), es sind drei Spielzeiten in Folge mindestens 13 Siege erreicht worden. Und auch der Mannschaft als solches sind drei Jahre am Stück höchstens 13 Turnover passiert - neuer Rekord.
Doch das allein reicht nicht, vielmehr kommt wieder einmal die Geschichte der letzten drei Play-off-Duelle zwischen diesen beiden Teams auf - und damit das Stichwort Laufspiel. Jedes Mal sind die Packers nämlich daran gescheitert, dass neben Fehlern in der Offense (Interceptions, Fumbles, keine oder zu wenig Punkte) die Defense den Lauf San Franciscos nicht hat stoppen können.

Die größten Erkenntnisse hierbei: Der seit vielen Jahren nicht mehr in der Liga spielende Kaepernick hat 2013 in der Divisional Round unter der Anleitung vom ehemaligen NFL-Head-Coach Jim Harbaugh allein 181 Yards plus zwei Touchdowns erlaufen. Running Back Frank Gore hat zusätzlich noch 199 Yards und einen Score draufgepackt beim 45:31. Ein Jahr später in der Wild Card Round ist "Kaep" beinahe auf 100 Yards gekommen - und im NFC-Finale 2020 sind es vom derzeit verletzten Raheem Mostert unfassbare 220 Yards inklusive vier Touchdowns gewesen. Quarterback Jimmy Garoppolo, schon damals aufgestellt bei San Fran, hat hier nur achtmal geworfen (sechs angekommen für 77 Yards). Und genau auf diese Stärken könnten die 49ers nun wieder abzielen - allen voran mit Allzweckwaffe Deebo Samuel, der jedem Gegner wirklich sehr weh tun kann. Darauf soll und muss Green Bay eingestellt sein.
Oder wie Packers-Läufer Aaron Jones sagt: "Wir haben jetzt seit über zwei Jahren so viel Arbeit reingesteckt in dieses Projekt. Und jetzt fühlt es sich so an, als würde die Zeit jetzt reif sein." Nur gilt es eben aufzupassen auf den Lauf der Niners, das bisherige Kryptonit in Rodgers' doch etwas überschaubarer Play-off-Karriere mit 21 Spielen und nur elf Siegen sowie nur einem Super-Bowl-Einzug inklusive -Triumph.
mag