30.08.2022
NFL 2022: Frische Power aus Minneapolis - MVP hoch drei?
In Green Bay wird nach einem neuen Top-Receiver gefahndet, während im Lager der Vikings allgemeine Aufbruchstimmung herrscht. In Chicago und Detroit ist wenig Hoffnung - oder doch? Die vier Teams der NFC North im kicker-Check ...

Im hohen und vor allem im Dezember sehr kalten Norden der USA kommt es stets zu krachenden Duellen der vier NFC-North-Erzrivalen. Der Titel des Königs des Nordens soll dabei mal wieder über Aaron Rodgers gehen - oder können die anderen "The Pack" ärgern?
Zweimal in Folge ist Rodgers MVP der NFL geworden - und das nicht unverdient nach herausragenden Leistungen. Allerdings einmal mehr nur in der Regular Season, wo der "Gunslinger" und seine Packers zuletzt schon zum dritten Mal in Folge die NFC North gewonnen haben. Doch wie einmal mehr für Rodgers als auch für Erfolgstrainer Matt LaFleur: In den Play-offs mag es nicht so recht laufen, der zweite Ring für "A-Rod" nach 2011 lässt ebenso auf sich warten wie der erste ganz große Wurf des Head Coaches. Stichwort 49ers.
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Eines steht aber fest: Green Bay geht auch in dieser Saison als großer Favorit in dieser Nord-Staffel ins Rennen, allen voran die Defense ist pickepackevoll mit höchster Qualität, die in der ganzen NFL für Furore sorgen könnte. Die Draft-Picks Devonte Wyatt und Quay Walker sollen die Mitte verstärken, Rashan Gary ist ein Pass Rusher mit Potenzial, der wieder gesunde Jaire Alexander einer der besten Cornerbacks - und wird noch ergänzt von den Vorsaison-Entdeckungen Eric Stokes sowie Rasul Douglas. Die größte Schwachstelle ist nach dem Abgang von Star-Receiver Davante Adams (Las Vegas Raiders) aber das Corps der Passempfänger: Allen Lazard, Routinier Randall Cobb und Neuzugang Sammy Watkins sollen den Verlust abfangen, die beiden Rookies Christian Watson und Romeo Doubs möglichst durchstarten.
Auch wenn Kirk Cousins von manch einem Kritiker immer wieder belächelt wird, so gehört der Quarterback aus Minneapolis ganz sicher mit zu den besten Passern der NFL. Bei solchen Anspielstationen sowieso: Neben dem bärenstarken Running Back Dalvin Cook, der auch anderweitig eingesetzt werden kann, stechen hier vor allem Adam Thielen und Justin Jefferson heraus - viel besser geht es nicht. Die Offensive Line muss sich allerdings verstärkt zeigen, hier hat 2021 vieles nicht zusammengepasst - Cousins so oft unter Druck gestanden.
Unter dem neuen Head Coach Kevin O'Connell muss sich außerdem zeigen, ob die Vikes in Jahr eins nach dem Abgang des jahrelangen Cheftrainers Mike Zimmer wieder mit einer eigentlich typischen Top-Defense aufwarten können. Allen voran ein gesunder Za'Darius Smith sollte im Zusammenspiel mit Danielle Hunter aber für Eindruck sorgen können.
In der letzten Saison waren die Bears - rechnet man alle Statistiken zusammen - eines der schlechtesten Teams der NFL. Im Umkehrschluss bedeutet das: Es kann fast nur besser werden. Dass das gelingt, daran arbeitet seit geraumer Zeit der neue Head Coach Matt Eberflus, der von Matt Nagy übernommen hat und zuallererst den Auftrag hat, die jahrelange Quarterback-Tristesse in der "Windy City" endlich zu beenden. Den Druck spürt hier vor allem Justin Fields, 2021 in der erste Draft-Runde an 11. Stelle geholt und nach seinen durchwachsenen Auftritten in der jüngsten Regular Season nun in der Bringschuld.

Allgemein dürfte schon mal die Secondary in Chicago deutlich verbessert daherkommen, etwa wegen der Addition von Cornerback Tavon Young (in der Free Agency von den Ravens geholt). Allerdings muss in Sachen Offense nochmals über Spielmacher Fields gesprochen werden - vor allem über seine Partner. In der Offensive Line sind die beiden besten Spieler verloren gegangen (Jason Peters und James Daniels). Und die aktuellen Receiver Darnell Mooney, Velus Jones Jr. und Byron Pringle lassen einen Gegner auf den ersten Blick sicherlich nicht erschaudern. Das erhöht den Druck auf den Quarterback nur noch weiter.
Auch wenn am Ende der Regular Season nur drei Siege zu Buche gestanden haben: Die Detroit Lions haben Spaß 2021 gemacht - und dürften daran anknüpfen wollen. Trickspielzüge, große Gegner am Rande von Niederlagen gehalten und im Schlussspurt eben auch Siege gegen Play-off-Mannschaften eingefahren: Das alles hat den seit 2021 als Cheftrainer angestellten Dan Campbell ("Wir wissen, dass wir was draufhaben") gefallen. Und warum auch nicht positiv vorangehen, die tristen Zahlen (seit 1957 nur ein Play-off-Sieg, seit 1993 die NFC North nicht mehr gewonnen) einfach ausblenden und lieber weiter intensiv an Verbesserungen arbeiten?
Die Offensive Line ist ohnehin gut, Draft-Pick Jameson Williams könnte nach auskurierter Verletzung eine tolle Ergänzung zum starken sowie auf weitere Explosionen hoffenden Deutsch-Amerikaner Amon-Ra St. Brown sein - und Tight End T.J. Hockenson ist in gesundem Zustand ohnehin eine Bank. Dickes Fragezeichen: der Quarterback. Jared Goff hat in seinen letzten beiden NFL-Jahren für die Los Angeles Rams und Detroit im Durchschnitt seine Pässe unter sieben Yards weit (6,8) geworfen. Das klingt nicht nach explosiver Quarterback- und Offense-Action, die es im modernen American Football aber zu brauchen scheint.
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