15.05.2023
Jahrelang bei den Atlanta Falcons, zuletzt Indianapolis Colts
Matt Ryan hat sich als einer der passstärksten Quarterbacks der NFL längst verewigt, für einen Super-Bowl-Sieg hat es auch aufgrund eines dramatischen Endspiels nicht gereicht. Nun wird der Athlet Experte, hat aber auch offiziell noch keinen Schlussstrich unter seine lange Karriere gesetzt.

Die Zahlenkombination 28:3 gehört für immer zu Matt Ryan und zu den Atlanta Falcons, auch wenn es diese Beteiligten sicher gern anders haben würden. Zur Erinnerung: Das NFL-Team erreichte am Ende der Regular Season 2016/17 das große Finale, bei dem es gegen die New England Patriots gehen sollte. Atlanta begann stark, führte eben mit 28:3 - und gab alles in der ersten Overtime der Super-Bowl-Geschichte noch her.
So etwas hatte die Football-Welt bis dato nicht gesehen.
In der "Pat McAfee Show", in der er im April 2022 zu Gast war, gewährte Quarterback Ryan tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt bezüglich dieses Endspieltraumas: "Das ist immer in einem drin. Ich sehe es zwar nicht direkt als etwas Schlechtes, doch natürlich hätten wir damals alle lieber einen anderen Ausgang bevorzugt. Daran gibt es keinen Zweifel. Das ist eine dieser Narben, die du im Laufe des Lebens bekommst." Von dieser Narbe habe Ryan aber gelernt und versucht, daraus das Beste zu machen und sich stets weiterzuentwickeln.
Und zwar fortan als Experte für die TV-Anstalt CBS (Columbia Broadcasting System). Das amerikanische Medienunternehmen, das bestens bekannt für seine Football-Übertragungen und -berichterstattungen ist, integriert den langjährigen Spielmachers ins eigene Team.
Für den MVP der Regular Season 2016, der bald 38 Jahre alt wird, ist dies der nächste Schritt in seiner Karriere - und das eben abseits des Feldes, wo der Third Overall Pick des Jahres 2008 bis 2021/22 für die Falcons und zuletzt eine Spielzeit für die Indianapolis Colts spielte. Insgesamt sammelte der Mann mit dem Spitznamen "Matty Ice" in dieser Zeit 62.792 Passing Yards und 381 Touchdowns bei 183 Interceptions in 234 Partien (124 Siege, 109 Niederlagen, ein Remis). In den Play-offs reichte es in zehn Auftritten etwa zu 2672 Yards und 20 Touchdowns bei sieben Interceptions - und eben nicht zum großen Titel.
Das Interessante nun: Ryan, der die Zusammenarbeit mit CBS unter anderem auf Twitter mitteilte, unterstrich eines explizit. Dieser neue Job sei nicht das Ende seiner aktiven Laufbahn. Er schrieb genau: "P.S. - Das ist keine Rücktrittserklärung." Plus Zwinker-Smiley. Dazu passt, dass der Routinier, der von den Indianapolis Colts nach einer enttäuschenden Liaison zunächst auf die Bank und im März schließlich direkt entlassen worden war, seine Lust am aktiven Sport bereits im Februar unterstrichen hatte.
"Ich liebe es, immer noch zu spielen", so Ryan. "Ich fühle mich zu nichts verpflichtet. Ich muss einfach gucken, was sich ergibt. Ich habe das Gefühl, dass guter Football in mir noch immer vorhanden ist." Die Zukunft wird zeigen, ob es den besten Passer der Falcons-Geschichte noch einmal zurück aufs Feld treibt. Es wäre nicht das erste Mal: Der ehemalige Bears-Quarterback Jay Cutler hatte sich ebenfalls in der jüngeren Vergangenheit als Experte gezeigt, ehe nochmals ein kurzes Engagement bei den Miami Dolphins anstand.
mag