25.07.2023
Star-Spieler greift mit New York an
Sogar von einem Aussetzen der kompletten Saison war die Rede, doch nun ist klar: Saquon Barkley betritt für die New York Giants das Football-Feld in der kommenden Regular Season. Die Parteien haben sich in diesem aktuell eifrig diskutierten Feld der Running Backs auf einen Vertrag geeinigt - auf einen kurzen mit etwas mehr Geld.

In den jüngsten Wochen und Tagen hat ein Thema die NFL überstrahlt: die schwere Vertragslage für Running Backs. So hatten zuletzt allen voran Giants-Star Saquon Barkley, Raiders-Ass Josh Jacobs und Cowboys-Runner Tony Pollard keine neuen Arbeitspapiere und dafür nur den Franchise Tag erhalten. Passend dazu schreibt kicker-Experte Adrian Franke in seiner aktuellen Kolumne: "Dass drei Top-Running-Backs der NFL von ihren Teams keinen langfristigen Vertrag erhielten, sorgte innerhalb der Positionsgruppe für Entrüstung."
Die Hintergründe, warum sich Teams mit teuren Verträge für diese zweifelsfrei wichtigen Profis schwer tun, liegen hier aber auf der Hand: "Running Backs stecken viele Hits ein, die Karriere ist vergleichsweise kurz und der physische Tribut hoch. Es ist schwer bis zunehmend fast unmöglich, als Running Back über den Rookie-Vertrag hinaus einen großen Vertrag abzuräumen."
Ehemals bärenstarke Athleten wie Ezekiel Elliott (bis letzte Saison in Dallas) oder Dalvin Cook (bis zuletzt in Minnesota) haben aktuell wie einige andere Spieler gar keinen Vertrag bei einem der 32 Teams.
An diesem Dienstag aber hat es in einer Personalie einen Durchbruch gegeben - einen kleinen: Giants-Star Barkley hat sich mit dem Team aus New York einigen können. So erhält der 26-jährige Akteur, der zusammen mit dem für teures Geld gehaltenen Quarterback Daniel Jones vergangene Saison maßgeblichen Anteil am Play-off-Lauf der "G-Men" hatte, einen Einjahresvertrag über elf Millionen US-Dollar. Dazu bekommt der Läufer einen Unterschriftsbonus in Höhe von zwei Millionen US-Dollar. Durch den Franchise Tag wären ihm 10,1 Millionen US-Dollar zugestanden. Das berichtet unter anderem Insider Ian Rapoport.
Was das bedeutet: Zuerst einmal, dass Barkley mit dem Team ins baldige Trainingslager - der finalen Vorbereitung auf die Preseason im August und die Regular Season im September - einsteigen wird. Zuletzt hatte es nämlich auch Gerüchte gegeben, dass der wichtige Anker im Laufspiel der New Yorker die ganze Spielzeit aus Frust über die unbefriedigende Vertragssituation sausen lassen könnte - ein Holdout.
Im Podcast "Money Matters" hatte er dazu über seine Situation in New York gesprochen. "Was meine Verhandlungsbasis ist?" Er könne auf die Giants und seine Teamkollegen pfeifen. "Wenn es so weit kommen muss, dann bleibt mir wohl keine andere Wahl. Ich hätte nie gedacht, dass ich auch nur an so etwas denken würde. Bin ich darauf vorbereitet? Ich weiß es nicht."
Der letzte Spieler, der auf eine komplette Saison verzichtet hatte, war der ehemalige Steelers-Ass Le'Veon Bell (2018). Der heute 31-jährige vertragslose Profi hatte damals in der darauffolgenden Spielzeit für New York Jets gespielte, seine vorherige Form aber nie mehr erreicht - leises Ende inklusive.
Barkley ist so einem Szenario nun aus dem Weg gegangen. Der im Draft 2018 als Nummer zwei von den Giants ausgewählte Running Back, der in seiner ersten Saison die Auszeichnung als NFL Offensive Rookie of the Year gewann, greift an.
2022 hatte sich sich der in seiner Karriere oft verletzte Barkley von den Rückschlägen der Vergangenheit stark erholt gezeigt und herausragende 1300 Yards sowie zehn Touchdowns abgeliefert - Pro-Bowl-Nominierung inklusive.
Was am Ende stehen bleibt: Eine langfristige Lösung hat Barkley nicht erzielen können, aber immerhin die Gewissheit, etwas mehr für ein Jahr zu erhalten und dann weitersehen zu können. Unter diesen Umständen ist es aber auch schwer vorstellbar, dass aktuell teamlose Running Backs wie Cook oder Elliott und eben auch Jacobs oder Pollard langfriste Deals erhalten werden.
mag