01.09.2025
Überraschende Niederlage in Week 1
Die Niederlage von Alabama gegen Florida State war eine der größten Überraschungen in Week 1 im College Football. Head Coach Kalen DeBoer will zwar keine Ausreden gelten lassen, aber die Kritik wächst.

Alabama Crimson Tide, als klarer Favorit ins Spiel gegangen, hat zum Saisonauftakt eine überraschende 17:31-Pleite gegen die Florida State Seminoles kassiert.
Head Coach Kalen DeBoer sprach nach dem Spiel auf der Pressekonferenz zwar von "keinen Ausreden", doch die Kritik an seiner Arbeit nimmt spürbar zu. Vor allem die anfällige Run-Defense, die 236 Rushing Yards zuließ, und die insgesamt fehlende Aggressivität des Teams sorgen für Fragezeichen.
Umso brisanter: In nur zwei Wochen wartet mit dem Duell gegen den SEC-Titelkandidaten Georgia ein echter Härtetest - und der Druck auf DeBoer steigt weiter.
Eigentlich will Alabama diese Saison in die absolute Spitze zurückkehren. Doch nach einer desolaten Leistung gegen Florida State stehen die Crimson Tide schon früh unter Druck.
Das Team war als massiver Favorit ins Spiel gegangen und legte mit einem beeindruckenden 17-Play-Touchdown-Drive los, verlor danach aber komplett den Faden. "Wir haben ein gutes Football-Team, aber wir können nicht auf den Fersen spielen", erklärte DeBoer. "Das fällt auf alle zurück, auch auf mich."
Besonders deutlich wurde Alabamas Schwäche im Laufspiel. Florida State rannte die Tide schlichtweg über den Haufen: 236 Yards am Boden bei 5,1 Yards pro Carry. Quarterback Thomas Castellanos glänzte mit 78 Rushing Yards, während Running Back Micahi Danzy mit nur drei Läufen auf 56 Yards kam. Für Alabama standen am Ende magere 87 Rushing Yards zu Buche.
"Eins-gegen-Eins-Situationen musst du gewinnen, die Jungs zu Boden bringen und auf die Hilfe vertrauen", mahnte DeBoer nach dem Spiel. Doch auf dem Feld setzte das kaum jemand um.
Auch offensiv lief nach dem ersten Drive wenig zusammen. QB Ty Simpson stand bei 16 seiner 51 Dropbacks unter Druck, brachte dabei nur einen Pass an den Mann und kassierte drei Sacks. Alabama bewegte den Ball zwar sieben Mal in die Hälfte der Seminoles, doch fehlende Effizienz und Konzentration verhinderten Punkte. "Wir dürfen nicht denken, dass ein guter Drive reicht", sagte Simpson. "Wir müssen immer wieder nachlegen."
Zu allem Überfluss verlor Alabama seinen besten Receiver. Freshman-All-American Ryan Williams erlitt nach einem harten Hit im vierten Viertel eine Gehirnerschütterung. Zunächst wurde der Tackling-Versuch als Targeting gewertet, nach Video-Review aber zurückgenommen - sehr zum Ärger vieler Tide-Fans.
Für Kalen DeBoer war es bereits die fünfte Niederlage in 14 Spielen als Alabama-Coach. Nach der enttäuschenden Premierensaison steht er mehr denn je im Fokus. In seiner Pressekonferenz betonte er zwar, dass das ganze Team gefordert sei, doch bei Fans und Experten mehren sich die Stimmen, dass er vor allem sich selbst in die Pflicht nehmen müsse.
"Wir müssen besser coachen, wir müssen besser spielen", wiederholte DeBoer. "Und wir müssen das ab sofort tun."
Alabama hat nun zwei Partien gegen Louisiana-Monroe und Wisconsin, um sich zu stabilisieren. Doch der wahre Härtetest folgt am 20. September gegen Georgia - den großen Favoriten auf den SEC-Titel. Sollte es bis dahin keine deutliche Steigerung geben, könnte der Druck auf DeBoer schnell unermesslich werden.
mgs