24.05.2026
Zeitdruck im Stadion-Streit wächst
Der mögliche Abschied der Chicago Bears aus Illinois wird immer realistischer - doch im Hintergrund läuft der politische Kampf um das NFL-Franchise weiter auf Hochtouren.

Erst am vergangenen Freitag hatten die Bears öffentlich erklärt, dass ein neues Stadion innerhalb der Stadt Chicago keine realistische Option mehr sei. Stattdessen bleiben nur noch zwei Standorte übrig: Arlington Heights in Illinois oder Hammond im Nachbarstaat Indiana.
Vor allem Hammond drückt dabei aufs Tempo. Die Verantwortlichen aus Indiana wollen die Bears mit einem komplett finanzierten Stadionprojekt inklusive Kuppelarena über die Staatsgrenze locken. Doch Illinois versucht weiterhin gegenzuhalten.
Die entscheidende Rolle spielt nun das Parlament von Illinois. Noch bis zum 31. Mai läuft die aktuelle Sitzungsperiode - bis dahin müsste ein Gesetz verabschiedet werden, das den Bears finanzielle Vorteile für ein neues Stadionprojekt ermöglicht.
Gouverneur JB Pritzker zeigte sich trotz der knappen Zeit vorsichtig optimistisch. "Ich habe jedes Jahr Wunder erlebt", erklärte der Politiker laut Chicago Tribune. Er hoffe darauf, dass der Senat noch rechtzeitig einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet und an das Repräsentantenhaus weiterleitet.
Im Kern geht es dabei um eine simple Frage: Bleibt das Team langfristig in Illinois - oder verliert der Bundesstaat eines seiner größten Sport-Franchises an Indiana?
Rund um die NFL wird inzwischen intensiv diskutiert, wie ernst die Bears ihre Indiana-Pläne tatsächlich meinen. Manche Beobachter sehen darin vor allem ein Druckmittel, um bessere Bedingungen in Illinois zu erzwingen.
Fest steht jedoch: Die Bears haben zuletzt mehrfach betont, dass Arlington Heights und Hammond aktuell die einzigen realistischen Optionen seien. Das Franchise spielt seit ihrer Gründung 1920 im Staat Illinois und seit 1921 in Chicago. Ein Umzug nach Indiana würde also eine über 100-jährige Verbindung beenden.
In den kommenden Tagen dürfte sich entscheiden, wie ernst die Umzugsgefahr tatsächlich ist. Sollte Illinois keine politische Lösung finden, könnte der Weg für eines der größten Standortbeben der modernen NFL-Geschichte endgültig frei werden.
mhh