08.08.2026
Nach Rücktritt bei den Steelers
Mike Tomlin hat sich erstmals zu einer möglichen Rückkehr an die NFL-Seitenlinie geäußert. Noch vermisst der langjährige Steelers-Coach nichts - mit Beginn der Regular Season könnte sich das jedoch ändern.

Erstmals seit zwei Jahrzehnten startet eine NFL-Saison, ohne dass Mike Tomlin als einer der 32 Head Coaches an der Seitenlinie steht. Ob seine neue Karriere als TV-Experte lediglich ein einjähriges Intermezzo bleibt, weiß der 54-Jährige selbst noch nicht.
Während des Hall of Fame Games zwischen den Arizona Cardinals und den Carolina Panthers stattete Tomlin der NBC-Kommentatorenkabine einen Besuch ab. Dort fragte ihn US-Kommentator Cris Collinsworth direkt nach einer möglichen Rückkehr ins Coaching.
"Ich habe bislang nicht viel darüber nachgedacht, weil ich noch nicht das Gefühl habe, etwas zu vermissen", erklärte Tomlin. Das könnte sich mit dem Saisonstart allerdings ändern: "Wenn in der Regular Season die ersten Bälle gesnappt werden, fängt es bei mir vielleicht langsam an zu kribbeln."
Vollständig vom Football entfernt hat sich Tomlin ohnehin nicht. Der langjährige Steelers-Coach gehört in der kommenden Saison zum Team der NBC-Sendung "Football Night in America" und begleitet die NFL künftig aus der Perspektive eines TV-Experten.
"Es ist schön, Teil des Storytellings zu sein", sagte Tomlin über seine neue Aufgabe. Seit 2001 ist er nun durchgehend in der NFL tätig. Damals begann er seine Laufbahn als Assistenztrainer bei den Tampa Bay Buccaneers, ehe er 2007 den Cheftrainerposten in Pittsburgh übernahm.
In 19 Spielzeiten mit den Steelers verzeichnete Tomlin keine einzige negative Saisonbilanz. Entsprechend groß dürfte das Interesse sein, sobald er sich für eine Rückkehr entscheidet. Im kommenden Trainerkarussell wäre der Super-Bowl-XLIII-Sieger voraussichtlich einer der begehrtesten Kandidaten.
Entscheidend dürfte allerdings sein, ob sich für Tomlin überhaupt eine reizvolle Situation ergibt. Frei werdende Trainerposten befinden sich häufig bei sportlich oder organisatorisch angeschlagenen Teams. Für einen Coach mit Tomlins Vita könnten einige Besitzer daher sogar darüber nachdenken, unabhängig von einer aktuellen Vakanz einen Wechsel vorzunehmen.
Prominente Vorbilder liefern Argumente für beide Wege. Hall of Famer John Madden beendete seine Trainerkarriere bereits mit 42 Jahren und kehrte nach seinem Wechsel ins Fernsehen nie wieder an die Seitenlinie zurück. Sean Payton legte dagegen lediglich eine Saison Pause ein, bevor er bei den Denver Broncos unterschrieb.
Tomlins erster echter Stimmungstest wartet bereits zum Saisonauftakt. Wenn am 9. September beim Super Bowl Rematch zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots erstmals wieder Regular-Season-Football gespielt wird, ist er für NBC im Stadion. Spätestens dann dürfte sich zeigen, wie stark es bei ihm tatsächlich zu kribbeln beginnt.
mhh