26.01.2026
Dart, Shough oder McMillan?
Durch den NFL Draft kommen jedes Jahr neue Talente in die Liga. Einige benötigen Zeit, um sich an das Tempo und die Komplexität der besten Footballliga der Welt zu gewöhnen. Andere hingegen legen bereits in ihrem ersten Jahr richtig los und werden schnell zum X-Faktor ihres Teams. Doch wer krönt sich am Ende der Saison jeweils als bester Rookie in der Offense?

Unter den vielen jungen Talenten, die es über den Draft oder im Anschluss in die NFL schaffen, befinden sich naturgemäß zahlreiche Offensivspieler. Ob Quarterbacks, Skill Player oder Offensive Liner - der Einstieg in die NFL ist anspruchsvoll und das Niveau deutlich höher als am College. Dennoch gelingt es einigen Spielern, sofort eine entscheidende Rolle in der Offense zu übernehmen. Diese Akteure haben die besten Chancen, am Ende der Saison als Offensive Rookie of the Year ausgezeichnet zu werden.
Die Awards der NFL werden nicht vollständig objektiv vergeben. Für einige Positionsgruppen bedeutet das, dass sie trotz starker Leistungen kaum realistische Chancen auf eine große Auszeichnung haben. Während Quarterbacks und Skill Player wie Wide Receiver oder Running Backs regelmäßig im Rampenlicht stehen, können Offensive Liner eine nahezu perfekte Saison spielen und werden dennoch selten bis nie für einen Award berücksichtigt. Besonders stark bewertet werden Quarterbacks, die als zentrale Figur und Gesicht eines Franchises naturgemäß mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere Positionsgruppen.
Der junge Wide Receiver der Carolina Panthers machte über die gesamte Saison hinweg auf sich aufmerksam. McMillan kam in eine Offense, die im Jahr zuvor kaum funktioniert hatte. Die Panthers hatten 2024 Xavier Legette in der ersten Runde gedraftet, doch dieser konnte in seiner Rookie-Saison nicht überzeugen. Mit dem achten Overall Pick setzten die Panthers erneut auf einen Receiver - und trafen diesmal die richtige Wahl.
McMillan entwickelte sich sofort zu einer wichtigen Anspielstation für Bryce Young und knackte bereits im zweiten Saisonspiel die 100-Yard-Marke. Mit spektakulären Catches und hoher Zuverlässigkeit in entscheidenden Situationen spielte er sich nicht nur in die Herzen der Panthers-Fans, sondern auch in den Fokus der Award-Diskussionen. Mit 70 Receptions für 1014 Yards und sieben Touchdowns besteht McMillan nicht nur den Eye-Test, sondern liefert auch statistisch überzeugende Argumente für den Offensive Rookie of the Year.
Der neue Star-Running Back der New England Patriots hatte großen Anteil an der erfolgreichen Regular Season seines Teams. Der Zweitrundenpick der Patriots startete eher verhalten in seine NFL-Karriere und erhielt hinter Rhamondre Stevenson zunächst nur wenige Snaps. Mit fortschreitender Saison setzte sich der 23-Jährige jedoch immer mehr durch und wurde schließlich zum Leading Rusher des Teams.
New England setzte zunehmend auf Henderson, wodurch das Laufspiel spürbar an Effektivität gewann. Mit 180 Läufen für 911 Yards und neun Touchdowns führte Henderson die Rushing-Statistiken der Patriots an und zählt ebenfalls zu den aussichtsreichen Kandidaten auf den begehrten Award.

Dart wurde überraschend früh von den New York Giants gedraftet. Nachdem die Giants mit dem Third Overall Pick Edge Rusher Abdul Carter auswählten, kehrte das Team durch einen Trade mit den Texans noch einmal in die erste Runde zurück und entschied sich an Position 25 für Jaxson Dart - sehr zur Verwunderung vieler Beobachter.
Der Rookie begann die Saison zunächst hinter den NFL-Veteranen Russell Wilson und Jameis Winston. Nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen entschied sich der damalige Head Coach Brian Daboll jedoch, dem 22-Jährigen eine Chance zu geben. Dart nutzte diese eindrucksvoll, gewann zwei seiner ersten drei Starts und führte die Giants unter anderem zu Siegen gegen starke Chargers und Eagles.
Im weiteren Saisonverlauf verpasste Dart aufgrund mehrerer Gehirnerschütterungen einige Spiele. Trotz zahlreicher Verletzungen im Team - unter anderem von Malik Nabers und Cam Skattebo - brachte er mit seiner Beweglichkeit und seinem physischen Spielstil neues Leben in die Giants-Offense. Am Ende standen für Dart zwei Siege sowie 2272 Passing Yards, 15 Touchdowns und nur fünf Interceptions in 14 Einsätzen. Hinzu kamen 487 Rushing Yards und neun Touchdowns am Boden.
Shough wurde nur zwei Picks nach Henderson von den New Orleans Saints gedraftet. Obwohl die Saints in der Vorsaison Rookie Spencer Rattler Spielpraxis ermöglicht hatten, suchte das Franchise weiterhin nach einem potenziellen Franchise-Quarterback und sah dieses Potenzial in Shough.
Der 26-Jährige kam erstmals in Woche 8 gegen die Tampa Bay Buccaneers nennenswert zum Einsatz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und zwei Niederlagen gewannen die Saints fünf ihrer letzten acht Spiele. Shough entwickelte sich dabei zunehmend zum Playmaker, der auch aus schwierigen Situationen produktive Aktionen kreieren konnte.
Mit zwischenzeitlich vier Siegen in Serie und konstanten Leistungen wurde Shough zunehmend als möglicher Kandidat für den Offensive Rookie of the Year gehandelt. In den zehn Spielen, in denen er mehr als zwei Pässe warf, kam er auf fünf Siege und fünf Niederlagen. Am Ende der Regular Season stehen für Shough 2384 Passing Yards, zehn Touchdowns und sechs Interceptions, sowie 186 Rushing Yards und drei Touchdowns.
Noah Hülsmans