09.07.2026
Training Camp 2026
Das Training Camp der Bears steht kurz vor der Tür und damit fällt ein weiterer Dominostein in Richtung der Bears Saison. Jeder Snap von Quarterback Caleb Williams wird analysiert, jeder Beat Reporter rund um Chicago und die Suburbs berichtet über Second Team Reps und plötzlich wird ein One Handed Catch im 7vs7 wieder zu einem Beweis dafür, dass Spieler X in dieser Saison so richtig durchstarten wird. Wir blicken auf die spannendsten Positionen in den kommenden Wochen.

Die Rookies starten am 25.Juli ins Training Camp, ehe die Veteranen am 28.Juli zum Camp dazustoßen. Zum ersten Mal seit langer Zeit gehen die Bears nicht als Bodensatz der Liga ins Training Camp, sondern als NFC North Champions. Die Division ist so nahe zusammengerückt, wie schon lange nicht mehr und die Bühne ist präpariert für spannende Duelle innerhalb der Division. Hierzu gilt es gewappnet zu sein und der Grundstein hierfür wird im Training Camp gelegt.
Mit dem unerwarteten Karriereende von All-Pro Center Drew Dalman standen die Bears zu Beginn der Offseason mit einem großen Loch auf einer der wichtigsten Positionen der NFL da. Ryan Poles reagierte schnell und holte via Trade den ehemaligen Patriots Center Garrett Bradbury in die Windy-City. Bradbury wurde geholt, um Stabilität zu bringen. Schematisch passt er gut in das System und Ben Johnson ist überzeugt, dass er sich schnell in Chicago und der Offense einfinden kann.
Auf der anderen Seite steht Rookie Logan Jones. Körperlich bringt er alles mit, was Ben Johnson in seiner Zone-Offense sehen möchte. Beweglichkeit, Athletik und eine hohe Football-Intelligenz machen ihn zu einem spannenden Projekt, weswegen die Bears im vergangenen Draft einen Zweitrundenpick investiert haben.
Welche Herangehensweise wählt Ben Johnson und Co.? Wirft man den Rookie direkt in das kalte Wasser oder fühlt man sich langsam heran und lässt Garrett Bradbury zunächst auf Center starten? Das kommt meines Erachtens sehr auf das Training Camp von Logan Jones an.
Nach aktuellem Stand sieht es starkt danach aus, als wären Gervon Dexter Sr. und Grady Jarrett auf Defensive Tackle gesetzt. Keine Unit, mit der man anderen Teams das Fürchten lehrt, aber eine Unit, die bei Abruf ihres Potenzials für einen gewissen Floor in der Interior Performance sorgen kann.
Der Kampf um die Rotations-Snaps hinter den beiden ist jedoch weit offen und wird spannend zu beobachten sein. Hier gibt es einige Spieler, die um ihre Spielanteile kämpfen. Neville Gallimore, Kentavius Street, Jordan Lynch und Jordan van den Berg. Allesamt kämpfen um Spielzeit, vermeintlich sogar um einen Roster Spot. Gallimore dürfte hierbei aufgrund seiner Flexibilität im Spiel gegen den Lauf sowie im Pass-Rush zunächst Vorteile innehalten und ein wesentlicher Bestandteil der Rotation werden.
Der zweite Starting Spot neben Jaylon Johnson gilt als eine der spannendsten Storylines des Training Camps. Es kristallisiert sich ein Battle zwischen drei Spielern heraus, welche allesamt um den Starting Spot kämpfen.
Tyrique Stevenson geht in das letzte Jahr seines Rookie-Vertrags - und damit vermutlich in seine letzte Chance, sich langfristig als Starter in Chicago zu etablieren. An Talent hat es ihm nie gefehlt, wohl aber an Konstanz. Der ehemalige Zweitrundenpick steht in dieser Saison mehr denn je unter Druck. Genau diesen Druck möchte Terell Smith nutzen. Der frühere Fünftrundenpick hat immer wieder angedeutet, dass er NFL-Format besitzt, wurde zuletzt jedoch aufgrund seiner Verletzungshistorie immer wieder zurückgehalten. Sofern Smith gesund bleiben kann, könnte es hier einen spannenden Konkurrenzkampf geben.
Alle guten Dinge sind drei - und dann gibt es da noch Rookie Malik Muhammad. Der Viertrundenpick bringt genau die Spielintelligenz und Ball Skills mit, die sich Defensive Coordinator Dennis Allen in seiner Secondary wünscht. Ihm den Starting Spot direkt für Woche eins zuzuschreiben wäre vermutlich ein wenig ambitioniert - unmöglich scheint es jedoch nicht. Sowohl Stevenson, als auch Smith haben sich bisher aufgrund ihrer fehlenden Konstanz und/oder der andauernden Verletzungshistorie nicht gerade für eine langfristige Perspektive im Team entschieden und der Kampf um Spielzeit ist so offen, wie nie.

Rome Odunze und Luther Burden III sind die klaren Starter auf Wide Receiver. Dahinter gibt es jedoch einen interessanten Kampf um Snaps und Targets. Die Neuverpflichtung Kalif Raymond geht als Favorit ins Rennen - nicht unbedingt wegen seines Upsides, sondern weil er genau das verkörpert, was Head Coach Ben Johnson liebt: Erfahrung, Verlässlichkeit und einen hohen Wert in den Special Teams.
Rookie Zavion Thomas gehört zu den spannendsten jungen Spielern des gesamten Kaders. Seine Explosivität springt sofort ins Auge. Es wird interessant zu beobachten sein, wie Ben Johnson ihn in die Offense einbaut. Eins ist hierbei jedoch sicher: Wenn jemand einen Weg findet, dann wohl Ben Johson.
Dann hätten wir hier noch Jahdae Walker, der spätestens nach dem 4th&Goal Touchdown zum Ausgleich gegen die Packers sämtliche Herzen der Bears Fans erobert haben sollte. Auch er hat Potenzial gezeigt und erhofft sich eine größere Rolle in der diesjährigen Offense. Am Ende entscheiden bei einer Position wie Wide Receiver drei die Kleinigkeiten: Wer kennt das Playbook? Wer blockt konsequent? Wer liefert ab, auch wenn der Ball nicht zu ihm kommt?
Neben den aufgezählten Battles gibt es noch weitere, auf die man im Training Camp einen Blick werfen sollte: Wer wird Starting Left Tackle? Aktuell sieht es stark danach aus, als würde Braxton Jones als Starter in die Saison gehen. Können ihm Theo Benedet oder Jedrick Wills seinen Starting Spot streitig machen?
Wer wird Edge 2? Auch hier sieht es stark danach aus, als würde Austin Booker auf der gegenüberliegenden Seite von Montez Sweat auflaufen. Second Year Player Shemar Turner und Dayo Odeyingbo kommen jedoch aus Verletzungen zurück und möchten hierbei noch ein Wörtchen mitreden.
Auch die Snaps auf Linebacker gelten als umkämpft: TJ Edwards kommt aus der Verletzung zurück, D’Marco Jackson zeigte Potenzial und hat von den Bears eine Vertragsverlängerung bekommen, Devin Bush wurde als Free Agent nach Chicago geholt und auch Fan-Liebling Jack Sanborn ist zurück in Halas Hall.
Mathias Färber