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    NFL

    19.08.2026

    Saisonprognose

    Die beste Division im Football? So spannend wird die NFC North

    Die NFC North geht mit vier Teams in die Saison 2026, die sich allesamt berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen dürfen. Kaum eine andere Division vereint so viel Starpower, Kontinuität und gleichzeitig so unterschiedliche Ausgangslagen. Vom amtierenden Divisionssieger aus Chicago über die talentierten Lions bis hin zu den ambitionierten Packers und den neu formierten Vikings scheint der Kampf um die Krone völlig offen.

    Amon Ra St. Brown von den Detroit Lions
    Die NFC North wird auch in der kommenden Saison eine erneut spannende Division IMAGO/NurPhoto

    Während die Bears ihren überraschenden Durchbruch bestätigen wollen, peilt Detroit nach einem enttäuschenden Jahr die Rückkehr an die Spitze an. Green Bay setzt auf einen nahezu unveränderten Kern mit einigen hochkarätigen Neuzugängen in der Defense, während Minnesota mit Kyler Murray auf der Quarterback-Position neue Hoffnung schöpft. Selten waren die Unterschiede zwischen den Teams so gering - und genau das könnte die NFC North zur stärksten Division der gesamten NFL machen.

    Chicago Bears

    Ceiling: 13-4
    Floor: 7-10

    Nach Jahren der Bedeutungslosigkeit gelang den Bears in der vergangenen Saison endlich der große Durchbruch. Mit einer Bilanz von 11-6 gewann Chicago überraschend die Division und erreichte erstmals seit langer Zeit wieder die Playoffs. Maßgeblichen Anteil daran hatte Caleb Williams, der einen enormen Entwicklungsschritt machte. Der ehemalige First-Overall-Pick stellte mit 3.942 Passing Yards einen Franchise-Rekord auf und reduzierte die Zahl seiner Sacks von 68 auf nur noch 24. Unter Head Coach Ben Johnson profitierte Williams sichtbar von einer deutlich verbesserten Protection und einer Offense, die mit Rome Odunze, D.J. Moore, Colston Loveland und D'Andre Swift hervorragend besetzt ist.

    Trotz des Erfolgs gibt es berechtigte Zweifel, ob Chicago den Divisionssieg wiederholen kann. Die Defense lebte 2025 in vielen entscheidenden Momenten von Turnovern, doch mehrere der wichtigsten Ballhawk-Spieler verließen das Team in der Offseason. Gleichzeitig wartet auf die Bears einer der schwersten Spielpläne der gesamten NFL, nachdem sie als Divisionssieger nun ein deutlich anspruchsvolleres Programm absolvieren müssen. Auch die Pass-Rush-Problematik hinter Montez Sweat ist weiterhin nicht vollständig gelöst.

    Das Potenzial für eine weitere starke Saison ist zweifellos vorhanden. Gleichzeitig wird sich zeigen müssen, ob Caleb Williams seine beeindruckende Entwicklung bestätigen kann und die neu formierte Defense den personellen Umbruch auffängt.

    Detroit Lions

    Ceiling: 14-3
    Floor: 8-9

    Kein Team der NFC North dürfte mit größerem Hunger in die Saison starten als die Detroit Lions. Nach Jahren als Super-Bowl-Anwärter folgte 2025 mit einer 9-8-Bilanz und dem Verpassen der Playoffs die große Ernüchterung. Vor allem der Verlust beider Koordinatoren machte sich bemerkbar und kostete dem Team die gewohnte Konstanz.

    Trotzdem spricht vieles dafür, dass Detroit 2026 wieder angreifen wird. Mit Jared Goff, Jahmyr Gibbs, Amon-Ra St. Brown und Jameson Williams verfügt Dan Campbell weiterhin über eines der gefährlichsten Offensivgerüste der Liga. Die Offensive Line wurde mit Erstrunden-Pick Blake Miller sowie Free-Agent-Neuzugang Cade Mays gezielt verstärkt, während Aidan Hutchinson nach wie vor das Gesicht der Defense bleibt. Entscheidend könnte zudem der Spielplan werden, denn die Lions profitieren von einem der günstigsten Schedules der gesamten NFL, was ihre Chancen auf eine schnelle Rückkehr an die Spitze zusätzlich erhöht.

    Die größte Frage bleibt, ob die Defense ausreichend Unterstützung für Hutchinson liefern kann und ob die Mannschaft nach den personellen Veränderungen im Trainerstab wieder an die Dominanz früherer Jahre anknüpft. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison sind jedenfalls vorhanden.

    Green Bay Packers

    Ceiling: 13-4
    Floor: 8-9

    Die Packers stehen erneut vor einer Saison, in der Talent allein nicht ausreichen wird. Jordan Love hat sich längst als verlässlicher Starting Quarterback etabliert, Josh Jacobs sorgt für Stabilität im Laufspiel und die Offensive verfügt über zahlreiche Anspielstationen. Dennoch blieb Green Bay im vergangenen Jahr mit einer Bilanz von 9-7-1 hinter den eigenen Erwartungen zurück.

    Die spektakulärste Veränderung erfolgte auf der anderen Seite des Balls. Mit Micah Parsons holten die Packers einen der dominantesten Verteidiger der NFL nach Green Bay. Allerdings arbeitet der Star-Pass-Rusher nach seinem Kreuzbandriss weiterhin an seinem Comeback und wird voraussichtlich nicht direkt zum Saisonstart zur Verfügung stehen. Der Preis für den Trade war ohnehin hoch, denn Green Bay musste mehrere wertvolle Draftressourcen abgeben. Ergänzt wurde die Defense unter anderem durch Defensive Tackle Javon Hargrave sowie Cornerback Brandon Cisse im Draft. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den nächsten Schritt zu gehen, bleibt abzuwarten.

    Das Fundament für eine Spitzenmannschaft ist zweifellos vorhanden. Dennoch bleiben die Erwartungen etwas gedämpft. Abgesehen vom spektakulären Parsons-Trade und einigen gezielten Verstärkungen hat Green Bay den Kader nur punktuell verändert. Ob das genügt, um sich im Vergleich zur Vorsaison entscheidend zu steigern und den Divisionssieg anzugreifen, wird eine der spannendsten Fragen der Saison sein.

    Minnesota Vikings

    Ceiling: 11-6
    Floor: 7-10

    Die Vikings erlebten nach dem Abgang von Sam Darnold ein schwieriges Jahr. J.J. McCarthy war als neuer Hoffnungsträger noch nicht bereit, das Team dauerhaft zu tragen, weshalb Minnesota nach einer enttäuschenden Saison bei 9-8 landete und die Playoffs verpasste.

    Mit der Verpflichtung von Kyler Murray soll sich das nun ändern. Der ehemalige Cardinals-Quarterback geht als designierter Starter in die Saison und erhält mit Justin Jefferson, Jordan Addison, T.J. Hockenson und Neuzugang Jauan Jennings eines der besten Waffenarsenale der NFL an die Seite. Gleichzeitig bleibt Brian Flores einer der kreativsten Defensive Coordinators der Liga und versucht erneut, eine aggressive Defense aufs Feld zu bringen. Verstärkungen über den Draft sollen die Abgänge wichtiger Leistungsträger auffangen.

    Vieles wird davon abhängen, ob Murray wieder an seine Pro-Bowl-Leistungen anknüpfen kann. Gelingt ihm das, besitzen die Vikings genügend Qualität, um sich mitten in den Kampf um den Divisionstitel einzuschalten.

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