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    NFL

    26.04.2026

    Brown, Giants & Co.

    Die Gewinner und Verlierer des NFL Draft

    Der NFL Draft 2026 war ein Spektakel voller Überraschungen - und ein Gradmesser für die strategische Qualität der Franchises. Während einige Teams gezielt an ihrer Zukunft arbeiteten und klare Baustellen adressierten, offenbarten andere gravierende Schwächen in Planung und Umsetzung.

    Mansoor Delane von den KANSAS CITY Chiefs
    Die Gewinner und Verlierer des NFL Draft Getty Images

    Nach 257 Picks ist klar: Nicht jeder kann Gewinner sein. Besonders in New York herrscht Aufbruchsstimmung, während Teams wie San Francisco oder Arizona mit ihren Entscheidungen für Unverständnis sorgen. Der Draft liefert damit schon jetzt erste Hinweise auf die Kräfteverhältnisse der kommenden Jahre.

    Gewinner des Drafts 2026

    New York Jets

    Die New York Jets haben ihren Draft genutzt, um einen umfassenden Neustart einzuleiten - und das bemerkenswert konsequent.

    Mit dem zweiten Pick sicherten sie sich Pass Rusher David Bailey, der sofort eine Schlüsselrolle in einer komplett umgebauten Defense einnehmen dürfte. Insgesamt könnten bis zu sieben neue Starter auflaufen, nachdem bereits vor dem Draft mit Spielern wie David Onyemata, T’Vondre Sweat, Demario Davis, Joseph Ossai, Nahshon Wright und Minkah Fitzpatrick massiv investiert worden war. Ergänzt wurde dieser Umbau durch Cornerback D’Angelo Ponds aus der zweiten Runde, der ebenfalls Chancen auf einen Startplatz hat.

    Auch offensiv gingen die Jets gezielt vor. Quarterback Geno Smith bleibt vorerst gesetzt, erhielt jedoch dringend benötigte Unterstützung: Mit Kenyon Sadiq sicherte sich das Team den besten Tight End des Drafts, während Omar Cooper Jr. als einer der gefragtesten Receiver sofort helfen soll. Zusätzlich wählten die Jets in der vierten Runde Clemson-Quarterback Cade Klubnik - ein klassischer Perspektivpick mit überschaubarem Risiko.

    Arvell Reese aus Ohio State
    Arvell Reese ist ab der kommenden Saison ein New York Giant IMAGO/ZUMA Press Wire

    New York Giants

    Auch die New York Giants gehören zu den großen Gewinnern - vor allem dank ihres neuen Head Coaches John Harbaugh.

    Der Draft begann mit einem echten Glücksfall: Linebacker Arvell Reese, der eigentlich als Top-3-Pick gehandelt wurde, fiel bis auf Position fünf und verstärkt nun eine ohnehin gefährliche Defense mit Abdul Carter, Brian Burns und Kayvon Thibodeaux. Spekulationen über einen möglichen Trade von Thibodeaux sind damit vorerst vom Tisch.

    In der zweiten Runde legten die Giants nach und holten mit Colton Hood einen weiteren potenziellen Starter für die Secondary, der gemeinsam mit Paulson Adebo ein starkes Cornerback-Duo bilden könnte.

    Auch offensiv wurde gezielt investiert. Den zehnten Pick - zuvor durch einen Trade mit den Bengals für Dexter Lawrence erhalten - nutzten die Giants für Offensive Lineman Francis Mauigoa, der langfristig zum Anker der Line werden soll. Gerade für Quarterback Jaxson Dart ist dieser Schutz essenziell. In der dritten Runde folgte mit Malachi Fields ein Receiver von Notre Dame, der neben Malik Nabers als starke zweite Option im Passspiel aufgebaut werden könnte.

    Kansas City Chiefs: Defensive Neuausrichtung

    Die Kansas City Chiefs setzten ein deutliches Zeichen und veränderten ihre Draft-Philosophie grundlegend.

    Statt wie üblich die Offensive um Patrick Mahomes zu verstärken, investierte das Team seine ersten vier Picks ausschließlich in die Defense: Cornerback Mansoor Delane kam an Position sechs, Defensive Lineman Peter Woods an 29, Edge Rusher Mason Thomas an 40 und Cornerback Jadon Canady in Runde vier.

    Für Defensive Coordinator Steve Spagnuolo dürfte sich dieser Draft wie Weihnachten angefühlt haben. Hintergrund ist auch die Situation von Mahomes, der sich von einem Kreuzbandriss erholt und zum Saisonstart möglicherweise noch nicht bei voller Leistungsfähigkeit ist. Entsprechend könnten die Chiefs gezwungen sein, Spiele früh in der Saison verstärkt über ihre Defense zu gewinnen - und haben sich dafür gezielt aufgestellt.

    Cleveland Browns: Aggressiv und effizient

    Mit insgesamt sechs Trades in den ersten fünf Runden hielt die Franchise das Geschehen maßgeblich mit in Bewegung. Bereits in Runde eins tradeten die Browns von Position sechs auf neun zurück und wählten dort Offensive Tackle Spencer Fano. Anschließend gingen sie einen ungewöhnlichen Schritt: Mit KC Concepcion (Pick 24) und Denzel Boston (Pick 39) wurden zwei Receiver sehr früh ausgewählt - ein seltenes Vorgehen, das den Fokus auf die sofortige Verstärkung des Passspiels unterstreicht.

    Zusätzlich investierte Cleveland stark in die Offensive Line und wählte insgesamt drei Linemen mit den ersten sechs Picks - ein notwendiger Schritt angesichts eines kompletten Umbaus dieser Unit. Nach dem Erfolg im Vorjahr, als Carson Schwesinger zum Defensive Rookie of the Year gewählt wurde, scheint der Klub erneut einen sehr wirkungsvollen Draft hingelegt zu haben.

    Las Vegas Raiders

    Die Las Vegas Raiders lieferten einen der konstantesten Drafts des Jahres ab.

    Ihre ersten sechs Picks wurden durchweg als besonders gelungen bewertet - ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Draft. Im Zentrum steht Quarterback Fernando Mendoza, der als wichtigster Baustein der Zukunft gilt. Ergänzt wurde er durch gezielte Verstärkungen wie Safety Treydan Stukes in Runde zwei.

    Besonders interessant ist auch der Pick von Cornerback Jermod McCoy zu Beginn der vierten Runde. Der Spieler galt ursprünglich als sicherer Kandidat für die erste Runde, war jedoch aufgrund von Knieproblemen im Draft gefallen. Sollte er fit bleiben, könnte sich dieser Pick als einer der größten Glücksgriffe des gesamten Drafts erweisen.

    Nach Jahren ohne Playoff-Sieg deutet in Las Vegas vieles auf einen positiven Umbruch hin.

    Pittsburgh: Rekord und Emotionen

    Auch die Pittsburgh selbst gehört zu den Gewinnern dieses Drafts. Mit 805.000 Fans wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt und der bisherige Höchstwert aus Detroit deutlich übertroffen.

    Neben der beeindruckenden Kulisse sorgten auch emotionale Momente für Aufmerksamkeit: So verkündete der aus Pittsburgh stammende Schauspieler Michael Keaton einen Pick, während die Auswahl von Penn-State-Quarterback Drew Allar durch die Steelers für lautstarke Begeisterung sorgte. Später wurde zudem ein weiterer Spieler mit lokalem Bezug gedraftet.

    Der Draft wurde damit nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch zu einem vollen Erfolg.

    Verlierer des Drafts 2026

    San Francisco 49ers

    Trotz der Ausgangsposition mit Pick 27 tradete das Team zurück und nutzte schließlich Pick 33 - eine strategisch wertvolle Position, da viele Teams für diesen Spot traden. Die 49ers verzichteten jedoch auf einen Trade und wählten stattdessen Wide Receiver De’Zhaun Stribling, der vielerorts als zu früh ausgewählt eingeschätzt wird.

    Noch überraschender folgte in Runde drei Running Back Kaelon Black an Position 90 - ein Spieler, der nicht einmal zum Combine eingeladen war. Diese beiden Picks setzen eine Serie fragwürdiger Entscheidungen fort, insbesondere an Tag zwei des Drafts.

    Unter Head Coach Kyle Shanahan gelingt es dem Team weiterhin nicht, früh im Draft Spieler zu finden, die optimal in sein System passen - ein Problem, das sich seit Jahren durchzieht.

    Jacksonville Jaguars

    Gleich mehrere ihrer frühen Picks wurden deutlich früher ausgewählt, als es gängige Einschätzungen erwarten ließen: Tight End Nate Boerkircher, Defensive Tackle Albert Regis, Safety Jalen Huskey und Defensive End Wesley Williams galten allesamt als Spieler, die üblicherweise später im Draft gezogen werden.

    General Manager James Gladstone setzt damit konsequent auf eigene Bewertungen statt auf den Konsens. Doch während einzelne Überraschungspicks funktionieren können, erhöht eine solche Häufung die Unsicherheit erheblich.

    Arizona Cardinals

    Die Arizona Cardinals sorgten für eine der umstrittensten Entscheidungen des Drafts.

    Mit dem dritten Pick wählten sie Running Back Jeremiyah Love - obwohl die Position bereits stark besetzt ist. Mit Tyler Allgeier (Neuvertrag über zwei Jahre und acht Millionen Dollar), dem zurückkehrenden James Conner, dem vielversprechenden Trey Benson (4,9 Yards pro Lauf bei 92 Versuchen) und Bam Knight bestand kein akuter Bedarf.

    Statt dringend benötigte Verstärkungen auf anderen Positionen zu holen, investierte das Team in einen Luxus-Pick. In Runde drei folgte mit Carson Beck ein Quarterback, obwohl Spieler auf dieser Position historisch selten aus dieser Draft-Region heraus den ganz großen Durchbruch schaffen.

    Für ein Team mit einer 3-14-Bilanz wirkt diese Strategie widersprüchlich und wenig zielführend.

    JEREMIYAH LOVE von den Arizona Cardinals
    Jeremyah Love von den Arizona Cardinals IMAGO/ZUMA Press

    Los Angeles Chargers: Mittelmaß ohne Highlights

    Die Los Angeles Chargers blieben über weite Strecken blass.

    Keiner ihrer frühen Picks stach besonders hervor, stattdessen bewegten sich die Bewertungen meist im soliden, aber unspektakulären Bereich. Während Erstrundenpick Akheem Mesidor noch als brauchbare Verstärkung gilt, wurden andere Entscheidungen - etwa bei Center Jake Slaughter oder Receiver Brenen Thompson - deutlich kritischer gesehen.

    Besonders auffällig ist, dass es dem Team erneut nicht gelungen ist, früh im Draft klare Unterschiedsspieler zu identifizieren. Es fehlt weiterhin an Spielern mit unmittelbarem Einfluss.

    Cleveland Browns: Quarterback-Problem verschärft

    So überzeugend der Draft insgesamt war, so problematisch bleibt die Situation auf der Quarterback-Position.

    Mit Taylen Green aus Arkansas wählten die Browns in Runde fünf bereits den dritten Quarterback innerhalb von zwei Draft-Jahren. Damit umfasst der Kader nun vier Spieler: Deshaun Watson, Shedeur Sanders, Dillon Gabriel und Green.

    Ein solcher Konkurrenzkampf erschwert die Trainingssteuerung erheblich. Bereits im Vorjahr erhielt Sanders kaum Einsatzzeiten im Training. Mit neuem Head Coach Todd Monken müssen nun alle Spieler ein neues System lernen - gleichzeitig sind die verfügbaren Snaps begrenzt.

    Die Browns setzen offenbar darauf, durch Masse die richtige Lösung zu finden. Ob dieser Ansatz funktioniert, bleibt fraglich.

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