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    NFL

    24.04.2026

    Top-Talent, falscher Zeitpunkt?

    53 Millionen ohne NFL-Snap: Warum der Love-Pick mehr Risiko als Chance ist

    Jeremiyah Love wirkt wie ein sicherer Pick. Ein Ausnahmetalent, mit dem Potenzial, die Liga zu prägen. Doch für die Arizona Cardinals steckt genau darin das Risiko, denn Talent alleine reicht auf der Running-Back-Position nicht aus. Die wahren Fragen liegen tiefer - und sind vor allem von struktureller und finanzieller Natur.

    Running Back Jeremiyah Love spricht nach seiner Auswahl als dritter Pick im NFL Draft 2026 für die Arizona Cardinals bei einer Pressekonferenz in Pittsburgh
    Top-Pick im NFL Draft: Arizona Cardinals wählen Jeremiyah Love an Position drei IMAGO/ZUMA Press

    Die Cardinals investieren mit dem dritten Pick nicht nur in einen Running Back, sondern gehen gleichzeitig ein historisches Risiko ein. Denn die Rahmenbedingungen dieses Deals sind alles andere als gewöhnlich. Und genau darin liegt das eigentliche Problem dieses Picks.

    Historischer Vertrag für einen Rookie

    Als dritter Pick im Draft wird Love einen vollständig garantierten Vierjahresvertrag über rund 53 Millionen Dollar unterschreiben, inklusive eines Signing Bonus von etwa 35 Millionen Dollar. Das Durchschnittsgehalt von 13,2 Millionen macht ihn schon jetzt zum siebtbestbezahlten Running Back der Liga. Vor allem mit seinen garantierten Geldern setzt er eine neue Benchmark für Running Backs - und das noch bevor er überhaupt einen NFL-Snap gespielt hat.

    Zum Vergleich: Selbst etablierte Stars wie Saquon Barkley (36 Mio.) oder Christian McCaffrey (24 Mio.) liegen bei den garantierten Summen in ihren Verträgen deutlich darunter. Love übertrifft sie alle, ohne sich auf diesem Niveau bisher bewiesen zu haben.

    Aber wie kann das eigentlich sein? Der komplette Rookie-Vertrag ist abgesichert und vollständig garantiert, und der Pick, in seinem Fall die Nummer 3, ist fest an diesen Vertrag gekoppelt - ganz gleich, welcher Spieler an dieser Position ausgewählt wird.

    Während Spieler wie Saquon Barkley, Kenneth Walker oder Derrick Henry über Jahre hinweg bewiesen haben, dass sie auf Top-Niveau performen können, basiert Loves Vertrag ausschließlich auf Projektion. Genau das macht diesen Deal so außergewöhnlich und gleichzeitig so riskant.

    Der sinkende Wert der Position

    Noch entscheidender ist jedoch die Entwicklung der Position selbst. Der Wert von Running Backs ist in den letzten Jahren deutlich gesunken, weil sich gezeigt hat, wie stark sie von ihrem Umfeld abhängig sind.

    Ein Running Back kann noch so talentiert sein - ohne eine funktionierende Offensive Line, ohne gutes Playcalling und ohne ein Quarterback-Spiel, das die Defense bindet und respektiert, bleibt sein Einfluss begrenzt.

    Das hat man bei Saquon Barkley in New York gesehen, bei Christian McCaffrey in Carolina oder auch zuletzt bei Ashton Jeanty in Las Vegas. Erst im richtigen System entfaltet ein Running Back sein volles Potenzial und kann als "Force Multiplier" zum Unterschiedsspieler einer Offense werden - aber auch nur dann. Genau das hat man bei Barkley und den Eagles in ihrer Super-Bowl-Saison gesehen.

    Dazu kommt, dass Running Backs aufgrund ihrer physisch extrem belastenden Rolle einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt sind, was garantierte Gelder in den Verträgen dieser Positionsgruppe im Vergleich zum Rest der NFL eigentlich deutlich drückt.

    Schwierige Ausgangslage in Arizona

    Und genau hier wird es für Love kritisch. Die Cardinals bieten aktuell nicht die idealen Voraussetzungen, um einen Running Back auf diesem finanziellen Level sofort zum Difference Maker zu machen.

    Die Offensive Line gehört nicht zur Elite der Liga - ganz im Gegenteil. Auf der Quarterback-Position gibt es Unsicherheit, insbesondere wenn Jacoby Brissett tatsächlich als Starter in die Saison gehen sollte. Gleichzeitig steht ein neuer Head Coach an der Seitenlinie, der erst noch seine Strukturen etablieren muss.

    Hinzu kommt die Situation im Backfield. Mit Tyler Allgeier haben die Cardinals bereits in der Free Agency investiert. Auch James Conner und Trey Benson stehen weiterhin unter Vertrag. Loves Arbeitspapier ist also nicht das einzige auf der Running-Back-Position, für das die Cardinals signifikant Geld bezahlen.

    Viel Investment, unklarer Ertrag

    Natürlich besteht kein Zweifel daran, dass Jeremiyah Love das Talent besitzt, einer der besten Running Backs der NFL zu werden. Sollte er dieses Niveau erreichen, kann man argumentieren, dass sich der Vertrag langfristig vielleicht rechtfertigen lässt.

    Kurzfristig jedoch ist die Situation eine andere. Die Cardinals investieren massiv in eine Position mit begrenztem strukturellem Wert, in einem Umfeld, das aktuell nicht optimal ist. Ganz zu schweigen von den Opportunitätskosten und den Spielern, die man alternativ hätte auswählen können.

    Einordnung

    Jeremiyah Love ist einer der besten Spieler dieses Drafts, und dementsprechend haben die Cardinals sich einen Top-Spieler gesichert. Doch der Kontext macht diesen Pick problematisch.

    Die Cardinals zahlen historisch viel Geld für einen Spieler ohne NFL-Erfahrung, auf einer Position, deren Wert in der modernen NFL hinterfragt wird, und in einer Situation, die sein Potenzial nicht sofort maximiert.

    Es ist ein Pick mit enormem Risiko - und einer, der sich kurzfristig kaum auszahlen dürfte.

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