vor 24 Minuten
982 Tage nach seinem letzten NFL-Spiel
Aaron Donald ist zurück - und benötigte keine spektakuläre Statistik, um sich sofort wieder bemerkbar zu machen. Beim 28:6 seiner L.A. Rams gegen die New York Giants spielte der Defensive Tackle erstmals seit Januar 2024 wieder in der NFL.

Mehr als zweieinhalb Jahre lagen zwischen Aaron Donalds letztem NFL-Spiel und seiner heutigen Rückkehr ins SoFi Stadium. Entsprechend laut fiel der Empfang aus. Als der 35-Jährige bei der Vorstellung der Rams-Defense - selbstverständlich als letzter Spieler - aus dem Tunnel lief, erhoben sich 70.000 Zuschauer von ihren Plätzen.
"Wenn du bei seiner Vorstellung keine Gänsehaut bekommen hast, lebst du nicht", sagte Head Coach Sean McVay anschließend. Auch Matthew Stafford konnte seine Begeisterung kaum verbergen: "Ich war verdammt aufgedreht."
Sportlich lieferte Donald kein spektakuläres Comeback mit Sack oder erzwungenem Turnover. In 32 defensiven Snaps - rund 58 Prozent aller Spielzüge - verbuchte er drei Tackles und einen Tackle for Loss. Einen Quarterback-Pressure schrieben ihm die Next Gen Stats nicht zu.
Seinen auffälligsten Moment hatte Donald kurz vor der Halbzeit. Nach Kyren Williams’ Fumble übernahmen die Giants tief in der Hälfte der Rams und standen wenig später unmittelbar vor der Endzone. Beim dritten Versuch sollte New Yorks Running Back Najee Harris durch die Mitte zum Touchdown laufen - doch genau dort wartete die Nummer 99.
Donald sprengte mit seiner gewohnten Wucht die Mitte, nahm Harris jeden Raum und stoppte ihn noch deutlich hinter der Line of Scrimmage. New York musste sich daraufhin mit einem Field Goal begnügen. "Das hat sich gut angefühlt. Noch besser wäre es gewesen, wenn ich ihn auf den Boden geschleudert hätte", scherzte Donald.
Im Pass Rush fehlte dem dreimaligen Defensive Player of the Year noch das perfekte Timing. Donald bekam mehrere Eins-gegen-eins-Duelle, konnte sie nach eigener Einschätzung aber nicht schnell genug gewinnen.
"Manchmal habe ich mich etwas zu früh aufgerichtet und war etwas übermotiviert", erklärte er. Das Spiel selbst sei weniger schnell gewesen als erwartet. Vielmehr müsse er wieder lernen, ruhig zu bleiben, seinen Augen zu vertrauen und seine Technik konsequent abzurufen.

Seine bloße Anwesenheit wirkte sich dennoch auf die gesamte Front aus. Donald band regelmäßig zusätzliche Aufmerksamkeit, während seine Nebenleute Jaxson Dart und Jameis Winston permanent unter Druck setzten. Die Rams gewannen laut ESPN Analytics und Next Gen Stats ganze 66,7 Prozent ihrer Pass-Rush-Duelle - ihr bester Wert seit Week 11 der Saison 2022.
Los Angeles erlaubte zudem keinen einzigen Touchdown und hielt die Giants bei lediglich 147 Total Yards. Donald bezeichnete den Auftritt als guten Anfang, wusste seine eigene Leistung aber realistisch einzuschätzen.
McVay interessierte ohnehin nicht nur die Statistik. "Er macht die Menschen und Situationen um sich herum besser", erklärte der Rams-Coach. Donald müsse seinen Mitspielern nicht viel erzählen. Seine Botschaft laute vielmehr: "Schaut einfach, was ich mache, und folgt meinem Beispiel."
Das erste Spiel nach 982 Tagen zeigte deshalb beides: Donald ist noch nicht wieder der unaufhaltsame Pass Rusher aus seinen besten Jahren. Seine Kraft, Präsenz und Wirkung auf die gesamte Rams-Defense waren allerdings sofort wieder zu erkennen.
mhh