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    NFL

    vor 5 Stunden

    Saisonprognose

    Die offenste Division im Football? So spannend wird die NFC South

    Die NFC South geht mit vier Teams in die Saison 2026, die sich allesamt berechtigte Hoffnungen auf den Divisionstitel machen dürfen. Kaum eine andere Division vereint so viel Unberechenbarkeit, personelle Umbrüche und gleichzeitig so ausgeglichene Ausgangslagen. Vom amtierenden Divisionssieger aus Carolina über die runderneuerten Falcons bis hin zu den ambitionierten Saints und den routinierten Buccaneers scheint der Kampf um die Krone völlig offen.

    Baker Mayfield in einem NFL-Spiel für die Tampa Bay Buccaneers
    Die NFC South ist sehr spannend IMAGO/ZUMA Press Wire

    Während die Panthers ihren überraschenden Durchbruch mit einer defensiven Transferoffensive bestätigen wollen, peilt Atlanta nach der Verpflichtung eines neuen Head Coaches den direkten Sprung an die Spitze an. New Orleans setzt auf frischen Wind im Playcalling, während Tampa Bay trotz einer komplizierten Vertragssituation um Baker Mayfield und zahlreicher Veränderungen weiter auf den erfahrenen Kern der vergangenen Jahre baut. Selten waren die Unterschiede zwischen den Teams so gering - und genau das könnte das Rennen um den Divisionstitel zum spannendsten der gesamten NFL machen.

    Atlanta Falcons

    Ceiling: 10-7

    Floor:7-10

    Nach einer ernüchternden 8-9-Saison haben die Falcons in der Offseason die Reißleine gezogen und mit Kevin Stefanski einen defensiv wie taktisch hocherfahrenen Head Coach verpflichtet. Seine klare Philosophie: Ein dominantes, physisches Laufspiel etablieren und die Zone-Blocking-Schemes perfektionieren. Davon wird vor allem Superstar Bijan Robinson profitieren, der in seinem dritten NFL-Jahr endgültig zur Identität der Offense werden soll. Da Tyler Allgeier das Team verlassen hat, gehören geteilte Red-Zone-Carries der Vergangenheit an - Robinson winkt eine historische Workload im Backfield. Flankiert wird er im Passspiel von Erstrundenpick Zachariah Branch, der als explosiver Deep Threat sofort für Big Plays sorgen soll.

    Das größte Fragezeichen bleibt jedoch die Quarterback-Position. Tua Tagovailoa geht nach aktuellem Stand zwar mit leichten Vorteilen in das Rennen um den Starting-Job, doch Michael Penix Jr. arbeitet sich nach seiner Verletzung Schritt für Schritt zurück und bleibt eine ernsthafte Alternative. Gelingt es Stefanski nicht, Stabilität ins Passspiel zu bringen, könnten Playmaker wie Drake London und Kyle Pitts erneut unter ihren Möglichkeiten bleiben.

    Das Potenzial für den Divisionstitel ist aufgrund des enormen Offensiv-Talents zweifellos vorhanden. Entscheidend wird sein, ob Atlanta endlich konstante Leistungen auf der wichtigsten Position des Sports erhält.

    Carolina Panthers

    Ceiling: 11-6

    Floor: 6-11

    Dave Canales gelang im vergangenen Jahr die Überraschung der Saison und führte die Panthers mit einer Bilanz von 8-9 zum ersten Divisionstitel seit 2015. Um diesen Erfolg zu bestätigen, investierte General Manager Dan Morgan massiv in die Defense. Mit Edge Rusher Jaelan Phillips und Linebacker Devin Lloyd kamen zwei absolute Top-Verpflichtungen nach Carolina. Gemeinsam mit Pro Bowler Derrick Brown und Zweitrundenpick Lee Hunter soll eine der physischsten Front Sevens der gesamten Liga entstehen.

    Doch der erneute Divisionssieg steht auf wackeligen Beinen. Quarterback Bryce Young geht in sein viertes NFL-Jahr und muss unter Offensive Coordinator Brad Idzik endgültig beweisen, dass er die langfristige Lösung auf Quarterback ist. Gleichzeitig gibt es Sorgen in der Offensive Line. Left Tackle Ikem Ekwonu arbeitet sich nach seiner Knieverletzung zurück, während Right Tackle Taylor Moton aufgrund eines Blutgerinnsels in der Lunge derzeit nicht zur Verfügung steht.

    Sollte Idziks passorientiertes System hinter einer angeschlagenen Offensive Line ins Stocken geraten, könnte Young erneut unter permanentem Druck stehen. Hinzu kommt ein anspruchsvoller Heimspielplan mit Gegnern wie Chicago, Detroit oder Baltimore, der die Titelverteidigung alles andere als einfach macht.

    New Orleans Saints

    Ceiling: 10-7

    Floor: 5-12

    Nach einer enttäuschenden 6-11-Saison setzen die Saints auf einen offensiven Neustart. Mit Kellen Moore wurde einer der gefragtesten Playcaller der Liga als Offensive Coordinator verpflichtet. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, Quarterback Tyler Shough weiterzuentwickeln. Der junge Spielmacher überzeugte zum Ende der vergangenen Saison und geht nun als designierter Starter in sein erstes volles Jahr. Mit Chris Olave steht ihm weiterhin einer der besten Receiver der NFC zur Verfügung.

    Allerdings häufen sich bereits im Trainingslager die personellen Rückschläge. Erstrundenpick Jordyn Tyson fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus, auch Bryan Bresee steht zunächst nicht zur Verfügung. Zusätzlich müssen die Saints mindestens einen Monat auf Running Back Alvin Kamara verzichten, der sich eine Innenbandverletzung im Knie zugezogen hat. Für einen ohnehin nicht besonders tief besetzten Kader sind das empfindliche Ausfälle.

    Positiv aus Sicht der Saints bleibt der vergleichsweise günstige Spielplan. Sollten Moores offensive Ideen schnell greifen und weitere Verletzungen ausbleiben, besitzt New Orleans durchaus das Potenzial, bis zum Schluss um den Divisionstitel mitzuspielen.

    Tampa Bay Buccaneers

    Ceiling: 11-6

    Floor: 8-9

    Nach fünf Jahren an der Spitze der NFC South droht Tampa Bay den Platzhirsch-Status endgültig zu verlieren. Die Buccaneers verspielten im vergangenen Jahr mit einem 2-7-Endspurt ihre Playoff-Chancen und stehen nun unter erheblichem Druck. Quarterback Baker Mayfield geht trotz seiner weiterhin ungeklärten langfristigen Vertragssituation hochmotiviert in die Saison und kündigte bereits selbstbewusst an, viele Experten überraschen zu wollen. Unterstützt wird er von Running Back Bucky Irving, der nach einer starken Rookie-Saison endgültig zum Mittelpunkt des Laufspiels werden soll. Gleichzeitig soll der neue Offensive Coordinator dem Angriff deutlich mehr Variabilität verleihen.

    Defensiv steht Todd Bowles jedoch vor einer Mammutaufgabe. Der Rücktritt von Lavonte David hinterlässt sportlich wie emotional eine enorme Lücke, die Neuzugang Alex Anzalone zunächst schließen muss. Immerhin konnte der Vertragsstreit mit Vita Vea inzwischen beigelegt werden, sodass der Defensive Tackle weiterhin das Herzstück der Defensive bildet. Ergänzt wird der Pass Rush künftig vom talentierten Erstrundenpick Rueben Bain Jr., während die junge Secondary möglichst schnell reifen muss.

    Gelingt es Bowles nicht, die Defensive wieder auf das Niveau der erfolgreichen Jahre zu bringen, könnte Tampa Bay trotz einer weiterhin schlagkräftigen Offense den Anschluss im engen Rennen der NFC South verlieren. Baker Mayfield dürfte dabei erneut zum entscheidenden X-Faktor einer Mannschaft werden, deren Ceiling ebenso hoch ist wie ihr Risiko.

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