vor 1 Tag
Letzte Chancen
Für einige bekannte NFL-Spieler könnte die kommende Saison zur letzten großen Chance werden. Ob ehemalige Top-Picks, enttäuschende Quarterbacks oder hochbezahlte Stars - 2026 steht für viele Karrieren auf dem Spiel.

Besonders im Fokus stehen Deshaun Watson, Marvin Harrison Jr. und Jevon Holland. Doch auch zahlreiche junge Receiver aus der Draft-Klasse 2024 müssen endlich liefern.
Als die Cleveland Browns Deshaun Watson einst per Mega-Trade von den Houston Texans holten und ihm einen vollständig garantierten Vertrag über 230 Millionen Dollar gaben, galt er als Franchise-Quarterback der Zukunft. Stattdessen entwickelte sich die Verpflichtung zu einer der größten Enttäuschungen der jüngeren NFL-Geschichte.
In seinen bisherigen Jahren bei den Browns blieb Watson weit hinter den Erwartungen zurück. Verletzungen, schwankende Leistungen und fehlende Explosivität prägten seine Zeit in Cleveland. Besonders bitter: Die komplette Saison 2025 verpasste der inzwischen 30-Jährige wegen eines Achillessehnenrisses.
Trotzdem erhält Watson 2026 wohl noch einmal die Möglichkeit, sich als Starter zu beweisen. Mit Shedeur Sanders wartet allerdings bereits Konkurrenz im Quarterback-Room. Sollte Watson erneut enttäuschen oder sogar den Starterjob verlieren, könnte seine Zeit als NFL-Starter endgültig ablaufen.
Die Minnesota Vikings glaubten 2024, mit J.J. McCarthy ihren langfristigen Franchise-Quarterback gefunden zu haben. Zwei Jahre später wirkt die Situation deutlich komplizierter.
Nach einer schweren Knieverletzung verpasste McCarthy zunächst seine komplette Rookie-Saison. Auch 2025 konnte er die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Vor allem seine schwankende Genauigkeit und zahlreiche riskante Würfe sorgten für Kritik.
Minnesota reagierte darauf mit der Verpflichtung von Kyler Murray, der nun ernsthaften Druck auf McCarthy ausübt. Sollte der ehemalige Michigan-Star das Duell verlieren oder erneut inkonstant spielen, könnte er bereits nach der Saison auf dem Trade-Markt landen.
Die Carolina Panthers investierten 2024 einen Erstrundenpick in Xavier Legette. Der physisch starke Receiver galt damals als enormes Entwicklungstalent mit außergewöhnlicher Athletik.
Bislang blieb der Durchbruch allerdings komplett aus. Legette produziert kaum Big Plays, lässt Bälle fallen und gehört statistisch zu den schwächsten Receivern seiner Draft-Klasse. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz im Panthers-Kader kontinuierlich.
Mit jungen Spielern wie Tetairoa McMillan, Chris Brazzell II oder Jalen Coker wird Legettes Rolle zunehmend unsicher. Sollte 2026 keine deutliche Leistungssteigerung folgen, könnten die Panthers frühzeitig die Geduld verlieren.
Auch Keon Coleman steht massiv unter Druck. Die Buffalo Bills hatten gehofft, in ihm einen langfristigen Playmaker für Superstar-Quarterback Josh Allen gefunden zu haben.
Doch bislang tut sich Coleman schwer, konstant Separation zu kreieren. Hinzu kommen Konzentrationsfehler und eine hohe Drop-Quote. Die Bills reagierten bereits mit personellen Konsequenzen und holten zusätzlich Receiver D.J. Moore.
Für Coleman beginnt damit ein entscheidendes Jahr. Gelingt ihm der Durchbruch nicht bald, könnte seine Rolle in der Bills-Offense deutlich schrumpfen.
Die Atlanta Falcons sorgten bereits 2024 für Überraschung, als sie Michael Penix Jr. kurz nach der Verpflichtung von Kirk Cousins hoch drafteten. Anfangs schien sich die Entscheidung auszuzahlen.
Penix überzeugte zunächst mit starken Ansätzen und aggressivem Downfield-Passing. Doch 2025 folgte der Rückschritt. Seine Genauigkeit ließ stark nach, Turnover häuften sich und zusätzlich erlitt er einen Kreuzbandriss.
Atlanta verpflichtete daraufhin Tua Tagovailoa, wodurch Penix plötzlich um seinen Starterjob kämpfen muss. Besonders problematisch: Die neue Falcons-Führung war beim Draft von Penix noch gar nicht im Amt. Seine Rückendeckung innerhalb der Organisation scheint daher begrenzt.
Über Jahre galt Marlon Humphrey als einer der komplettesten Cornerbacks der NFL. Doch 2025 erlebte der Ravens-Star einen drastischen Leistungsabfall.
Vor allem in der Passverteidigung wirkte Humphrey ungewohnt anfällig. Gegner attackierten ihn regelmäßig erfolgreich, während Baltimore insgesamt enorme Probleme in der Secondary hatte.
Da sein Vertrag nach der Saison ausläuft und mit Jesse Minter ein neuer Defensiv-Guru übernimmt, wird 2026 zum richtungsweisenden Jahr. Die Ravens müssen herausfinden, ob Humphrey noch einmal an alte All-Pro-Zeiten anknüpfen kann oder ob der altersbedingte Abbau bereits begonnen hat.
Marvin Harrison Jr. galt vor seinem NFL-Einstieg als nahezu perfektes Receiver-Prospect. Viele Experten erwarteten sofortige Dominanz auf Superstar-Niveau.
Zwar zeigte der Receiver der Arizona Cardinals immer wieder sein enormes Talent, doch der ganz große Durchbruch blieb bislang aus. Seine Effizienzwerte gingen zuletzt sogar zurück, während auch Konzentrationsfehler zunahmen.
Mit dem neuen Head Coach Mike LaFleur soll Arizonas Offensive nun neu aufgebaut werden. Harrison muss dabei endlich beweisen, dass er tatsächlich der Elite-Receiver werden kann, den viele in ihm sehen.
Die Detroit Lions investierten viel Hoffnung in Cornerback Terrion Arnold. Doch bislang konnte der ehemalige Alabama-Star die Erwartungen kaum erfüllen.
Arnold hatte sowohl gegen den Lauf als auch in der Passverteidigung Probleme. Zudem warf ihn eine Schulterverletzung 2025 zusätzlich zurück.
Detroit gibt ihm zwar weiterhin die Chance auf einen Stammplatz neben D.J. Reed, doch der Druck wächst. Sollte Arnold erneut schwächeln, dürften die Lions schnell nach Konkurrenz oder einem möglichen Ersatz suchen.
Xavier Worthy brachte bei seinem NFL-Einstieg enormes Tempo mit und galt als potenzielle Big-Play-Waffe für Patrick Mahomes und die Kansas City Chiefs.
Bislang blieb die Entwicklung allerdings hinter den Erwartungen zurück. Nach einer ordentlichen Rookie-Saison stagnierte Worthy 2025 deutlich. Vor allem bei tiefen Pässen und nach dem Catch fehlte zuletzt die Explosivität.
Die Chiefs hoffen weiterhin auf den Durchbruch des Speedsters. Andernfalls könnte bereits im kommenden Frühjahr die Diskussion um seine langfristige Zukunft beginnen.
Jevon Holland gehörte einst zu den besten Safetys der NFL. Inzwischen stellen sich allerdings immer mehr Fragen rund um seine Formkurve.
Die New York Giants statteten Holland dennoch mit einem hochdotierten Vertrag aus. Doch auch nach dem Wechsel nach New York blieben die Leistungen schwankend - besonders in der Coverage.
2026 wird deshalb enorm wichtig. Unter Neu-Head-Coach John Harbaugh muss Holland beweisen, dass er weiterhin ein Unterschiedsspieler sein kann. Andernfalls könnten trotz seines teuren Vertrags schnell Trade-Gerüchte entstehen.
nkr